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Mittwoch, 5. August 2020

Die Ferienbäume müssen weg

Ein Gedanke
Palmen am Pier in Ascona
Foto © Jörg Niederer
"Am Genfersee gibt es schon eine ganze Menge (Palmen)."
Boris Pezzatti, Ökologe

Ein Bibelvers - Psalm 92,13-16
"Der Gerechte sprosst wie die Palme, er wächst wie die Zeder auf dem Libanon. Gepflanzt im Haus des HERRN, blühen sie auf in den Vorhöfen unseres Gottes. Noch im Alter tragen sie Frucht, bleiben saftig und frisch, um kundzutun: Gerecht ist der HERR, mein Fels, und an ihm ist kein Unrecht."

Eine Anregung
Immer öfters treffe ich in der Ostschweiz auf Palmen. Noch wachsen sie meist in Vorgärten oder in grossen Blumentöpfen.
Vor zwei Jahren habe ich mir aus dem Südtirol Palmensamen mitgenommen von einer besonders an die klimatischen Verhältnisse des Alpenraums angepassten Art. Gut habe ich sie nicht ausgesät. Denn nun habe ich in der Zeitung gelesen, dass im Tessin die Palme, genauer die dort weit verbreitete Chinesische Hanfpalme zu einer Plage geworden ist. Als Neophyt breitet sie sich über die Gartenanlagen hinaus aus. Da wo Palmen geschlossen flächig auftreten, dominiert sie den Unterwuchs. Sträucher und andere Bäume werden am Wachsen gehindert und verkümmern. Zudem sind die Fasern an den Stämmen und die hängenden getrockneten Blätter der Palme leicht entzündbar. Weiter haben Palmen flache Wurzeln, und bieten keinen grossen Schutz gegen Lawinen und Hangrutsche.
Das Fällen sei emotional schwierig, da Palmen mit positiven Feriengefühlen, Oasen, Wärme und Süden assoziiert werden.
In religiöser Hinsicht spielt die Palme in der 1. Liga, auch wenn es meist nicht die selbe Art ist, die im Tessin Probleme bereitet. Biblische Frauengestalten werden nach der Palme (Tamar) benannt, sie stehen für Schönheit und Fruchtbarkeit. Beim Laubhüttenfest werden Palmwedel verwendet. Die Palme gilt als Lebensbaum, wurde für Huldigungen und Siegeszeichen verwendet. Palmsonntag erinnert daran, wie die Bevölkerung Jesus ehrte, indem sie Palmenwedel zu seinen Füssen legte und er darüber hinwegschreitend in Jerusalem einzog.
Nun müssen die Hanfpalmen weg. Kein Problem für Palmsonntag. Da gibt es Alternativen: So werden in Oberösterreich in den Palmbuschen die folgenden Pflanzen verwendet: Weiden, Buchsbaum, Wacholder, Stechpalme, Eibe, Zeder und Thuja.
Dumm nur: Eibe und Thuja sind giftig, der Buchsbaum hat ein Krankheitsproblem, die Zeder ist nicht heimisch. Wacholder und Stechpalmen sind nicht gerade Streichelpflanzen. Bleibt die Weide, die einzige nicht immergrüne Pflanze unter den aufgezählten. Sie treibt früh im Jahr und ist somit rechtzeitig grün für Palmsonntag.
Was denkst du? Ist die Weide ein würdiger Ersatz für die Palme? Sollen die Palmen im Tessin ausgemerzt werden?

Quellen:
https://www.tagblatt.ch/leben/faellen-erwuenscht-im-tessin-ist-die-palme-zu-einer-plage-geworden-ld.1242565
https://www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das-bibellexikon/lexikon/sachwort/anzeigen/details/palme/ch/462543cb091a274b54f04b4ce468ea10/

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