Gesamtzahl der Seitenaufrufe

Donnerstag, 12. Dezember 2013

Zivildienst für alle, ohne Gewissensprüfung und Tatbeweis

Der Ausschuss Kirche und Gesellschaft der Evangelisch-methodistischen Kirche Schweiz-Frankreich-Nordafrika setzt sich schon seit über dreissig Jahren für einen Zivildienst in der Schweiz ein, zu dem alle Menschen Zugang haben, und der ohne Gewissensprüfung und Tatbeweis erbracht werden kann.
Nun steht eine dritte Revision des Zivildienstgesetzes an. Die Vernehmlassungsfrist endet am 13.12.2013.

In seinem Vernehmlassungsbeitrag unterstützt der Ausschuss Kirche und Gesellschaft die Ausweitung des Einsatzbereichs für Zivildienstleistende auf Spitex, Alpwirtschaft und Schulen. Kein Einsatz eines Zivildienstleistenden darf einen regulären Arbeitsplatz ersetzen, oder zu Lohndruck führen. Vollzugsbehörden sollen nur mit Zustimmung der betroffenen zivildienstleistenden Person Einsicht in hängige Strafverfahren erhalten. Auch soll es möglich sein, ohne an der militärischen Rekrutierung teilnehmen zu müssen, die Eignungsprüfung für den Zivildienst zu absolvieren.
Lesen Sie hier den ganzen Vernehmlassungsbeitrag des Ausschusses Kirche und Gesellschaft.
Jörg Niederer

Dienstag, 10. Dezember 2013

Menschenrechtstag: 27 Millionen Erwachsene sind versklavt

Martin Roth, EMK-Pfarrer im Ruhestand
Von Martin Roth: Der heutige "Tag der Menschenrechte" erinnert daran, dass vor 55 Jahren die "Allgemeine Erklärung der Menschenrechte" von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet wurde. Einige Blitzlichter dazu aus der Herbstsession des Rates für Menschenrechte der UNO.

Kinder in bewaffneten Konflikten

In der Schweiz haben wir vor kurzem darüber abgestimmt, ob die allgemeine Wehrpflicht abgeschafft werden soll oder nicht. Hier gilt: junge Männer zwischen 18 und 20 Jahren rücken in die Rekrutenschule ein. Doch in manchen Ländern, in denen bewaffnete Konflikte herrschen, werden besonders Buben gezwungen, mit der Waffe zu kämpfen, während Mädchen häufig sexuell missbraucht werden. 
Im Menschenrechtsrat sind Bemühungen im Gang, dass durch ein Abkommen unter den Ländern, die Buben und Mädchen besser geschützt werden und dass es strafbar wird, sie in Kämpfe hinein zu zwingen.
Sind wir bereit, diese Versuche zu unterstützen, indem wir zum Beispiel den Bundesrat bitten, sich für ein solches Abkommen einzusetzen?

Sklaverei heute

Der Sonderberichterstatter des Menschenrechtsrates berichtet, dass heute etwa 27 Millionen Erwachsene versklavt sind. Das sind mehr als drei Mal so viele, wie die Schweiz Einwohner hat. Diese Zahlen erschrecken, gerade auch wenn wir uns erinnern, wie der Begründer des Methodismus, John Wesley sich für die Abschaffung der Sklaverei eingesetzt hat. Aber eben, aus den Augen aus dem Sinn. Dabei bekennen wir im Sozialen Bekenntnis: "Wir glauben an den gegenwärtigen und endgültigen Sieg Gottes. Wir nehmen seinen Auftrag an, das Evangelium in unserer Welt zu leben." Ist das nur ein Lippenbekenntnis oder zeugt unser Leben davon, dass wir es ernst nehmen? Zum Beispiel: Sind die versklavten Menschen ein ständiges Gebetsanliegen?

Sri Lanka – Ferienparadies?

Als ich vor einigen Tagen einen Reiseprospekt zu Asien durchblätterte, fiel mir auf, dass Sri Lanka nicht vertreten war. Als ich die Mitarbeiterin im Reisebüro fragte, warum das so sei, antwortete sie: "Zu Sri Lanka haben wir einen eigenen Katalog. Sri Lanka ist eine gute Feriendestination." Das ist die eine Seite der Wahrheit. 
Meine Freunde in der tamilischen Gemeinde und der Berichterstatter des Menschenrechtsrates berichten von einer anderen Seite. Zwar ist der Krieg zu Ende. Doch verschwinden immer wieder Menschen, meist Tamilen. Land wird enteignet, Polizeikontrollen geschehen willkürlich. Asylsuchenden, die nach Sri Lanka zurückkehren müssen, laufen Gefahr, verhaftet und gefoltert zu werden. 
Wir bezeugen, dass alle Menschen gleiche Würde und Rechte haben. Setzen wir uns dafür ein, dass keine Tamilen aus unserem Land heimgeschickt werden, bevor die Menschenrechtslage in ihrem Heimatland stark verbessert wird?

Martin Roth ist pensionierter Pfarrer der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) in er Schweiz. Er wohnt in Olten. Vom 9.-20. September 2013 nahm er an mehreren Tagen an den Sitzungen der Herbstsession des Rates für Menschenrechte der UNO in Genf teil. Längere Zeit leitete er den Ausschuss Kirche und Gesellschaft der EMK.

Freitag, 6. Dezember 2013

Geld in Bibel und Gesellschaft

Mammon-Dossier 2.0: Geld oder Geist?Von Elisabeth Roser. Das "Mammon Dossier 2.0" von ChristNet zum Thema "Geld oder Geist?" – wer will das schon lesen?!
Gleich vorweg: Es lohnt sich, darin einzutauchen.

Das Mammon-Dossier greift Themen auf, die uns im Alltag betreffen, wie:
  • Steuern/Geld ohne Arbeit?
  • Genug ist genug - mit «genug» leben.
  • Gott wird im Persönlichen und Politischen sichtbar durch unsere praktische Nächstenliebe.
  • Mammon hat Macht in der Schweiz und beherrscht unser Denken und unsere Politik.
  • Wir brauchen neue biblische Barmherzigkeit.

Jesus folgen

Es hat mich begeistert, wie das Mammon-Dossier vom Studium der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Zusammenhänge her differenziert und fundiert aufzeigt, wo und wie "das liebe Geld" mich und unsere Schweiz beeinflussen und versklaven will. Ohne erhobenen Drohfinger werden wir ermutigt, auf persönlicher und gesellschaftlicher Ebene in den Fussstapfen Jesu zu gehen.

Frei werden

Ermutigt? Wie? Ein paar Beispiele: Ich bin der Macht des Geldes nicht hilflos ausgeliefert. Es gibt einen befreiten Umgang mit dem Geld. So kann ich Gutes bewirken und genug haben für das eigene Leben. Im Vertrauen auf Gott erlange ich "finanzielle Freiheit". Das ist nicht einfach edles Wunschdenken, sondern kann jeden Tag eingeübt und erfahren werden. In solch vertrauensvoller Abhängigkeit von Gott bestimmt nicht länger die Angst vor dem Verlust der eigenen Güter und der materiellen Sicherheit die Entscheidungen.

Ein befreiter Umgang mit dem Geld

Christen sind berufen, "in der Welt" zu sein, aber nicht "von der Welt". Das Dossier zeigt drei Schritte, uns im Privaten, in der Gemeinde und in der Öffentlichkeit zu üben in Gottvertrauen, Genügsamkeit und Barmherzigkeit.
  • Sich informieren: Wir schärfen unser Verständnis für gesellschaftliche Realitäten. Dies ist ein Ausdruck unserer Liebe zur Welt und unseres Interesses für die Menschen, mit denen wir leben.
  • Beten: Das Gespräch mit Gott befähigt, uns klar zu Gott und gegen den Mammon zu stellen. Im Hören auf ihn finden wir heraus, wie, wo und wann wir uns engagieren sollen.
  • Informiert und im Gebet verankert führt das zum Handeln: So komplex die menschlichen Realitäten und die Berührungspunkte mit Geld und Besitz sind, so zahlreich die Möglichkeiten, unsere Haltung zu ändern und andere zu ermutigen, dasselbe zu tun.

Sonntag, 10. November 2013

1:12 – Ein Selbstversuch und seine Folgen – oder wie in der Schweiz Manager zur Volksgesundheit beitragen.

UNIA-Plakat 1zu12Man muss alles ausprobieren. Nur dann versteht man wirklich etwas davon. Schon als ich das Plakat mit den Hamburgern gesehen habe, war mir das klar. Und so ging ich also eines freien Tages zu McDonalds – oder war es Burger King – egal. Ich wollte herausfinden, wie es ist, wenn man 12 Hamburger pro Tag verdrücken muss, und nicht nur einen, oder vielleicht zwei.
Eines kann ich jetzt sagen. Es mag Menschen geben, die zwölf Hamburger pro Tag vertilgen können – ich kann es nicht. Nach zwei hatte ich eigentlich schon genug. Den dritten brachte ich gerade noch runter. Und beim vierten brach ich nach einigen Bissen ab. Es ist unmöglich. Für mich wäre 1:4 schon mehr als genug.
Dann kam mir in den Sinn, dass ich von Grossverdienern gelesen habe, die nicht nur 12-mal mehr Hamburger verarbeiten müssen, sondern 400-mal mehr als ein normaler Arbeiter. Waaahnsinn! Mein Respekt vor den Managern ist gewaltig gestiegen. Das ist schon eine Leistung, pro Tag 400 Burger zu essen. Unglaublich. Dabei sehe ich bei den Fastfoodketten eigentlich kaum jemand aus der Chefetage sein Tagwerk vertilgen. Nun, wahrscheinlich lassen sie nach Hause liefern.
Wobei, ich kenne nicht so viele Topmanager, denen man den Einsatz zur Hamburgerverarbeitung ansieht. Mit wenigen Ausnahmen sind das doch meist recht drahtige Typen. Vermutlich hilft die ganze Familie beim Verspeisen der Burger mit. Und was dann noch übrig bleibt, wird fürs Altenteil eingefroren. Nun wird mir auch klar, warum Manager oft vorzeitig in den Ruhestand gehen. Sie wollen dann noch etwas auf freiwilliger Basis tun für die Gesundheit der Gesellschaft, und arbeiten dann ihre Rückstände unbelastet vor weiteren Zugewinnen ab.
Ist es nicht so? Eigentlich setzen die Manager ihre Gesundheit, ja ihr Leben aufs Spiel, damit Leute wie ich sich nicht jeden Tag überessen an all dem Fastfood. Man müsste sie für den Einsatz zur Erhaltung der Volksgesundheit in den Adelsstand erheben.
Also für mich wäre das nichts. Darum bin ich ganz froh darüber, dass da, wo ich im Management mitarbeite, Das Hamburgerverhältnis bei nicht einmal 1:2 liegt.

Jörg Niederer ist Mitglied im Ausschuss Kirche und Gesellschaft der EMK Schweiz-Frankreich

Dienstag, 5. November 2013

Die 1:12-Initiative weckt falsche Hoffnung

Was will die Initiative.
Erich von SiebenthalSie verlangt, dass in einer Unternehmung der höchste Lohn nicht mehr als 12 mal höher sein darf als der tiefste Lohn.
Auf den ersten Blick mag das verlockend erscheinen; aber wollen wir wirklich vom Staat die Löhne bestimmen lassen?
Bis heute hatten wir die Sozialpartnerschaft von Arbeitnehmer und Arbeitgeber, die sich immer wieder einigten. In diesen Tagen wurde gerade mit den Berner Oberländer Bergbahnen einen Mindestlohn von CHF 4000.- ausgehandelt.
Wenn wir z.B. die Solidarität der Altersvorsorge näher betrachten, so bezahlen alle mit Einkommen einen Beitrag von 8,4% ein. Und alle, auch Zahler, die Beiträge von mehreren CHF 100'000.- einzahlen, erhalten nicht mehr als CHF 2'340.- Maximalrente pro Monat. Die 1:12-Initiative greift diese Solidarität direkt an, denn unser Sozialstaat ist auf hohe Einkommen angewiesen.
Wir wissen das es immer noch Arbeitgeber gibt, die schwächere Arbeitnehmer anstellen zu einem angemessenen Lohn. Wenn wir dieser Initiative zustimmen, werden diese Arbeitsplätze unter Druck kommen, denn die Mehrleistung für den Lohn anzupassen wäre nicht gegeben. Die Folge wäre also, das solche Arbeitsplätze gestrichen würden.
Auch ein Wegzug von Unternehmungen ins Ausland als Folge der Initiative darf nicht unterschätzt werden.
Dass es zu hohe Lohnzahlungen gibt, wissen wir alle, aber das der Staat dies regeln soll, ist der falsche Weg.

Erich von Siebenthal


Der Autor ist Nationalrat der SVP und Mitglied der Evangelisch-methodistischen Kirche.
Zu der Abfassung dieses Beitrags wurde er vom Ausschuss Kirche und Gesellschaft eingeladen.

Samstag, 2. November 2013

Ein-Wurf von Ursula Brunner

Familie
Familie (lat. familia - «Hausgemeinschaft») aus soziologischer Sicht: Eine durch Partnerschaft, Heirat oder Abstammung begründete Lebensgemeinschaft. Die Familie ist eine engere Verwandschaftsgruppe... 
Familie aus biblischer Sicht: "Weder im Alten noch im Neuen Testament gibt es ein normativ verbindliches Bild von Ehe und Familie" (Prof. Jürgen Ebach)... 
Familie leben mit Glaubensgeschwistern, in der Gemeinde: Sorgen, Nöte und auch Freuden teilen können - angenommen werden wie ich bin - miteinander feiern und geniessen - miteinander Ferien verbringen - miteinander in der Bibel forschen und einander im Glauben stützen - mit nicht blutsverwandten Menschen Gemeinsamkeiten und Unterschiede entdecken... 
Familie definiert von Freunden und Familienmitgliedern: Menschen die zusammenhalten, weil sie zusammen gehören - Leben teilen, teils freiwillig, teils auch nicht - Fürsorge erleben - Grosseltern haben - einander besonders nahe sein - miteinander essen - miteinander spielen - einander verwandt sein und deshalb viel wissen voneinanderLeben teilen - miteinander streiten - einander verstehen ohne Worte...

Erschienen in "Kirche und Welt", 11/2013 - Ursula Brunner ist Mitglied im Ausschuss Kirche und Gesellschaft der EMK Schweiz-Frankreich

Freitag, 1. November 2013

Mit 1:12 zu Gottes Gerechtigkeit?

Philipp Hadorn
Die Fragen nach sozialer Gerechtigkeit gehören nicht nur in den heissen Lohnherbst, während dem Lohnangebote und -forderungen diskutiert werden.

Es stellt sich generell die Frage nach der Haltung von uns Christen zu Einkommensverteilung, Abgaben an Staat und Werke, sowie unseren Umgang mit Geld und Wohlstand. Entspricht es einer christlichen Haltung, wenn wir uns bemühen, unser Herz nicht an Materielles zu hängen und dabei unseren Besitz einfach geniessen? Oder wie gilt es die biblischen Beispiele zu verstehen? Die Gemeindeglieder in Jerusalem verkauften ihr Eigentum und legten den Erlös zusammen. Jesus lehrte den reichen Jüngling, seinen Besitz zu verteilen und fordert auf, Benachteiligte zu versorgen.

Am 24. November haben wir mit der 1:12 Initiative Gelegenheit, einen kleinen Schritt zu mehr Lohntransparenz und –gerechtigkeit zu wagen. Ein JA wird zwar weder die Wirtschaftsordnung grundlegend verändern noch zu voller Lohngerechtigkeit führen. Ein JA wird aber die Zunahme von Working Poor (das sind Menschen, die trotz voller Arbeitskraft mit ihrem Lohn ihre Versorgung nicht wahrnehmen können) hemmen, der gelebten Gier die Stirn bieten, Lohnexzesse eindämmen und damit die Vorahnung auf die Gerechtigkeit Gottes auf Erden etwas sichtbarer werden lassen. Nutzen wir die Chance aus Liebe zu Gott und den Menschen!

Philipp Hadorn


Der Autor ist Nationalrat der SP, Gewerkschafter des Verkehrspersonals SEV, engagiert sich in der Evangelisch-methodistischen Kirche Gerlafingen SO, wo er mit seiner Frau und den drei Söhnen ein und ausgeht.
Zu der Abfassung dieses Beitrags wurde er vom Ausschuss Kirche und Gesellschaft eingeladen.


Montag, 21. Oktober 2013

Ein-Wurf von Elisabeth Roser

Gerechtigkeit
Sind Sie dankbar, dass es der Schweiz wirtschaftlich gut geht? Ja, wir haben Grund dazu. Doch beunruhigt mich das Wissen, dass ein Teil unseres Reichtums mit Unrecht verknüpft ist. So haben zum Beispiel nicht nur die Banken (durch Missbrauch des Bankgeheimnisses), sondern wir alle jahrzehntelang von den Erträgen unversteuerter Vermögen profitiert. Oder Rohstoffe: Viele kommen aus den ärmsten Regionen der Welt; die Leute dort haben kaum Anteil am Geschäft, während die Schweiz als Drehscheibe des internationalen Handels viel Gewinn generiert.
Ist unser Streben nach stetigem Wachstum und Gewinn, unser Festhalten an den Vorteilen, gut? Gut ist nur, was gerecht ist. Gerechtigkeit heisst, das Recht und das Wohl beider Seiten im Blick zu haben.
Gott ist gerecht. Deshalb ist er, wie uns die Bibel zeigt, ein Anwalt der Benachteiligten. An Jesus sehen wir das unmissverständlich.
Ich darf dankbar sein, wenn es mir und unserer Schweiz wirtschaftlich gut geht. Jedoch kann niemals der Erhalt unseres Wohlstandes und die Suche des eigenen Vorteils Priorität haben, weder in meinem persönlichen Leben noch in meinem politischen Handeln. Sonst ist es ein Götze. Ich aber will eine Nachfolgerin von Jesus sein, der immer Anwalt der Benachteiligten war.

Erschienen in "Kirche und Welt", 10/2013 Elisabeth Roser ist Mitglied im 

Montag, 9. September 2013

Ein-Wurf von Heiner Studer

Heckenlandschaft im Rheintal bei Sargans/Schweiz
Als Christen sind wir mitverantwortlich für den Schutz von Gottes Schöpfung. Die Erde ist eine Leihgabe, die wir in Verantwortung vor unseren Schöpfer und zum Nutzen der Menschen zu verwalten haben.
Deshalb ist es auch kein Zufall, dass Christen schon lange vor der grünen politischen Bewegung immer wieder ein besonderes Gespür für Umweltfragen entwickelten. Bereits 1944 zeigte Nationalrat Paul Zigerli mit seinem Postulat «Rettet die Gewässer» auf, dass sich da ein ernsthaftes Problem anbahnte. Ende der 50er Jahre mahnte Theologieprofessor Fritz Blanke, damals Mitglied des Zürcher Kantonsrates, vor der Problematik des Atommülls und vor den Gefahren des Blei-Benzins. Dieses frühe Gespür wirkt erstaunlich.
Der Schutz von Gottes Schöpfung gehört mit zu den vorrangigen Aufgaben für uns Christen. Dabei geht es nicht nur um politische Entscheidungen, so notwendig sie sind. Wir alle haben im Alltag unzählige Möglichkeiten, uns konkret einzusetzen.

Erschienen in "Kirche und Welt", 9/2013 - Heiner Studer ist Mitglied im 

Samstag, 7. September 2013

Keine Rückschaffungen nach Sri Lanka

Einmal mehr wurden Menschen nach ihrer Rückschaffung aus der Schweiz in ihr Ursprungsland verhaftet und gefoltert, diesmal geschehen in Sri Lanka. Aus diesem Grund verzichtet die Schweiz vorläufig auf Rückschaffungen nach Sri Lanka. Dieser vorläufige Stopp der Rückschaffungen reicht aber noch nicht.

Amnesty International, die Gesellschaft für bedrohte Völker und die Schweizerische Flüchtlingshilfe lancieren im September 2013 eine gemeinsame Kampagne zu Sri Lanka. Die Schweizerische Beobachtungsstelle für Asyl- und Ausländerrecht unterstützt dieses Anliegen.

Seit vielen Jahren kenne ich nun schon tamilische Christen. In meiner Heimatgemeinde Olten feiern sie Gottesdienste und eine Familie ist in meinem Elternhaus eingemietet. Natürlich trifft es mich dann nicht nur auf einer sachlichen Ebene, wenn ich von solch inakzeptablen Rückschaffungen höre. Und natürlich habe ich die Petition unterzeichnet. 

Sie können die Petition auch unterschreiben, entweder Online unter http://sri-lanka-kampagne.amnesty.ch/de, oder Sie können die Petitionsbogen und weitere Informationen herunterladen und weitere Personen einladen, die Petition zu unterschreiben. Diese Infos finden sich unter
http://extranet.amnesty.ch/de/aktuell/prioritaeten/sri-lanka/docs/infos-zur-kampagne-gerechtigkeit-fuer-sri-lanka.

Und dann noch dies: Der Beatboxer Knackeboul hat mir aus dem Herzen gesprochen wenn er sich dieser Tage in einem 15-minütigen Video zu Wort meldet zur Flüchtlingspolitik und Fremdenfeindlichkeit in diesem Land: http://www.youtube.com/watch?v=22dff9Ggb6U&sns=fb.


Jörg Niederer ist Mitglied im Ausschuss Kirche und Gesellschaft der EMK Schweiz-Frankreich

Donnerstag, 22. August 2013

Abstimmung vom 22. September 2013: Nein zur Änderung des Arbeitsgesetzes

Nein zu Sonntags- und Nachtarbeit
von Heiner Studer

Bei Annahme dieser Gesetzesvorlage dürften Tankstellenshops die ganze Nacht unter der Woche und am Sonntag offen halten, heute nur bis 1 Uhr früh. Die Sonntagsallianz, welcher mit Beschluss der Jährlichen Konferenz 2012 auch die Evangelisch-methodistische Kirche angehört, ergriff dagegen das Referendum. Macht dieses Referendum Sinn? Ja, denn es geht um eine unmissverständliche Signalwirkung.

Mit dieser Änderung hätte erstmals eine Gruppe von Detailhändlern ihr Geschäft die ganze Nacht und am Sonntag offen. Umgehend käme die Forderung, auch andere müssten das gleiche Recht auf Nacht- und Sonntagsöffnung haben. Entsprechende Vorstösse hatten im Parlament bereits eine Mehrheit. Bei einem Ja würden politische Schritte folgen, welche noch weitgehendere Konsequenzen hätten.

Nacht- und Sonntagsarbeit muss Ausnahme bleiben. Für  uns als Kirche ist der Schutz des Sonntags als Ruhe- und Feiertag ein echtes Anliegen. Dass der Mensch nach Gottes Willen sechs Tage arbeiten und an einem Tag ruhen soll, ist nachwievor sinnvoll. Dass dies nicht ein beliebiger Tag der Woche sein soll, ist für die Familie und die Gemeinschaft von Bedeutung. Für uns als Christen steht die Zeit für den Gottesdienst im Zentrum.

Sonntagsarbeit behindert das Sozial- und Familienleben. Der arbeitsfreie Tag ermöglicht gemeinsame Aktivitäten. Das Verbot grossen Lärm verursachender Tätigkeiten ist eine Wohltat.

Wir sind auf dem Weg zu einer 24-Stunden-Gesellschaft. Ist dies wirklich wünschenswert? Macht es nicht nach wie vor Sinn, dass der Tag vor allem dem aktiven Leben und zumindest einige Stunden der Nacht der Erholung dienen?
Helfen wir mit, dass durch eine durchgehende Öffnung der Tankstellenshops kein Druck auf andere Bereiche des Lebens entsteht.


Helfen wir mit, dass der Sonntag nicht zum gewöhnlichen Werktag wird und die gewöhnliche Nacht nicht zur Daueraktivität drängt.

Heiner Studer ist Mitglied im Ausschuss Kirche und Gesellschaft der EMK Schweiz-Frankreich

Donnerstag, 15. August 2013

Einwurf von André Töngi - Variation

Aussenseiter, Anders, Pränatale DiagnostikWo sind sie geblieben? All die schrägen und verschrobenen  Vögel, die es während meiner Kindheit noch gab. Sicher, manchmal haben sie mich geängstigt. Dann und wann habe ich sie auch bewundert, weil sie so bar jeglicher Norm gelebt haben. Oft steckte hinter der rauen Schale ein weicher Kern, ein kindliches Gemüt. Da lief doch tatsächlich ein kauziger Knecht dem Regenbogen entgegen, und wollte auf diesem spazieren.

Sie sind heute nicht mehr erwünscht, fallen durch alle Raster, wie man sein sollte und müsste. Wir räumen auf, etikettieren fein säuberlich und stecken sie dann in die entsprechende Schublade. Ihre Andersartigkeiten erhalten neue Namen. Die eine hat ein Asperger Syndrom, ein anderer AdSH und Mongoloide, pardon, Menschen mit einem Down-Syndrom, haben heute Trisomie 21.

Doch das Leben vollzieht sich meistens nicht so gradlinig. Es geschieht mit Brüchen und rauen Flächen, es will gelebt werden, auch an den Rändern. Und gerade das machen Begegnungen und das Aneinanderreiben mit diesen Aussenseitern so spannend und herausfordernd. Und sicher auch menschlicher und christlicher!


Erschienen in "Kirche und Welt", 4/2013
André Töngi ist Mitglied im Ausschuss Kirche und Gesellschaft der EMK Schweiz-Frankreich

Dienstag, 13. August 2013

Ein-Wurf von André Töngi

Aussenseiter, 
die ihre Innenseite
nach aussen
wenden. 
Verletzlich und verwundbar bleiben!

Aussenseiter,
die im Winter
Frühlingskleider 
tragen.
Immer wieder ans Unmögliche glauben!

Aussenseiter, 
die zur Gattung 
der aussterbenden Spezies 
gehören. 
Doch immer wieder neu auftauchen!

Aussenseiter, 
deren grösstes Idol 
das eigene Ich ist. 
Und doch über sich selber lachen können!

Wie liebe ich euch, 
ihr Himmelsstürmer, 
Tagträumer, 
Sandkörner im Getriebe 
der Monotonie.



Erschienen in "Kirche und Welt", 8/2013
André Töngi ist Mitglied im Ausschuss Kirche und Gesellschaft der EMK Schweiz-Frankreich

Montag, 5. August 2013

Abstimmung vom 22.09.2013: Nein zur Änderung des Arbeitsgesetzes

Am 22. September 2013 werden Schweizer Stimmberechtigte über die „Änderung des Arbeitsgesetzes“ abstimmen. Auch die Evangelisch-methodistische Kirche hat als Teil der „Allianz Freier Sonntag Schweiz“ (Sonntagsallianz) erfolgreich das Referendum dagegen ergriffen. Zuvor an der Jährlichen Konferenz 2012 haben die Delegierten dem Beitritt zur Sonntagsallianz, einem Verbund von Gewerkschaften, politische Parteien, Kirchen und christlichen Organisationen, zugestimmt.
Mit der Änderung des Arbeitsgesetzes soll bei Shops an Autobahnraststätten und Hauptverkehrswegen mit überregionalem Reiseverkehr der Non-Stopp-Verkauf ohne Einschränkungen erlaubt werden. Damit würde erstmals in der Schweiz in einem zwar nur kleinen Bereich des Detailhandels der 24-Stunden-Arbeitstag eingeführt. Das Verbot von Nacht- und Sonntagsarbeit würde definitiv ausgehebelt. 
Als Kirche wehren wir uns in erster Linie dagegen, dass der Sonntag als christlicher Ruhetag Schritt für Schritt zum Arbeitstag umgebaut wird. Der für den Menschen so wichtige Wert der Sonntagsruhe (vgl. 2. Mose 20,8-11) wurde erkämpft und soll nicht einer Ausweitung des Konsums geopfert werden.
Aus diesem Grund empfiehlt die Evangelisch-methodistische Kirche, die Änderung des Arbeitsgesetzes abzulehnen.


Mittwoch, 17. Juli 2013

Ein-Wurf von Jörg Niederer

Sicherheit
Sicher ist sicher. - Wie gewiss ist die Sicherheit? Für meinem Glauben zentral ist die Aussage von Paulus in Römer 8,38f: "Denn ich bin ganz sicher: Weder Tod noch Leben ... oder sonst irgend etwas können uns von der Liebe Gottes trennen, die er uns in Jesus Christus, unserem Herrn, schenkt." Liebe Gottes, garantiert. Ich glaube das, bin mir darin ganz sicher. Zugleich weiss ich, dass meine Glaubensgewissheit nichts Objektives ist, dass weitaus mehr Menschen diese Überzeugung nicht teilen.

Wie sicher ist sicher? - Auf den Satz: "Nur der Tod ist sicher" antwortet die Versicherungsbranche mit Lebensversicherungen - als ob man Leben auf sicher hätte. Überall werden Sicherheitsmargen eingebaut. Und doch brechen immer wieder Dächer zusammen, Brücken stürzen ein, Hänge geraten ins Rutschen, eine Lawine löst sich trotz guter Wetterprognosen, Sicherungsseile reissen.

Voll unsicher... so ist das Leben. - Und doch leben wir meist recht gut mit dem aktuellen Mass an Verunsicherung. Ich bleibe dabei, auch wenn es "nur" eine Glaubenserkenntnis ist: "Nichts kann mich trennen von der Liebe Gottes."


Erschienen in "Kirche und Welt", 07/2013.
Jörg Niederer ist Mitglied im 
Ausschuss Kirche und Gesellschaft der EMK Schweiz-Frankreich

Sonntag, 14. Juli 2013

Gleiche Rechte für homosexuelle Paare

Heinrich Bolleter, Bischof i. R.
Die Diskussion zu dieser Frage ist allgegenwärtig. In Frankreich wurde unter dem Slogan „Mariage pour tous“ ein Gesetz für die Gleichstellung homosexueller Paare im traditionellen Ehe – und Familienrecht verabschiedet. Das hat in christlichen und konservativen Kreisen eine große und bis heute andauernde Welle von Protesten ausgelöst. In den USA hat das Bundesgericht die Gesetzgebungen in einzelnen Staaten als verfassungswidrig erklärt; diese hielten fest, dass eine „Ehe“ allein eine Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau sein könne. Durch diese Erklärung wurde zum Beispiel in Kalifornien die Homo-Ehe wieder legalisiert. Der amerikanische Präsident Barack Obama hat anlässlich seiner ersten Afrikareise in der senegalesischen Hauptstadt Dakar Gleichheit für Homosexuelle in Afrika gefordert. «Menschen sollten durch die Gesetze ungeachtet ihrer Religion, ihres Geschlechts und ihrer sexuellen Orientierung gleich behandelt werden», forderte Obama. Dabei ist in vielen Ländern Afrikas die Homosexualität immer noch ein Tabu. Es wird sogar eine Zunahme der Diskriminierung von Homosexuellen und Lesben beobachtet. In 38 Ländern südlich der Sahara gilt Homosexualität als Straftat.

In der Schweiz hat das Radio SRF kürzlich im Sendegefäß „Forum“ das Thema aufgenommen und gefragt, ob da ein Kulturkampf im Gange sei. Dabei wurde auch diskutiert, dass in der Schweizerischen Bundesverfassung Artikel 14 (Recht auf Ehe und Familie) die Ehe nicht wort-wörtlich als ein Bund zwischen Mann und Frau definiert wird. Es wurde vorausgesetzt — und in den Erklärungen zum Verfassungstext auch erläutert — dass es sich um eine Ehe zwischen einem Mann einer Frau handle. Vom Textbestand her (Artikel 14) bräuchte es demnach keine Verfassungsänderung, um die Homo-Ehe anzuerkennen. Im Zivilgesetzbuch müsste jedoch eine große Zahl der Paragraphen zum Familien- und Eherecht neu geschrieben werden. Es wurde in der Diskussion dieser Radiosendung sehr schnell deutlich, dass in Sachen Homo-Ehe viele Zuhörer Mühe bekundeten die Trennung von Kirche und Staat in dieser Angelegenheit zu akzeptieren. Das bürgerliche Recht muss sich nicht mit dem Kirchenrecht decken. Die Kirchen mögen ihren Bedeutungsverlust im Blick auf die Prägung der bürgerlichen Gesetze bedauern.

In der Schweiz ist staatliche Diskriminierung auf Grund sexueller Orientierung seit 2000 laut Bundesverfassung untersagt. Seit 2007 ist die Registrierung von homosexuellen Paaren möglich (Partnerschaftsgesetz). Die Statistik sagt, dass seither in der Schweiz mehr als 10'000 Frauen und Männer ihre Partnerschaft offiziell gemacht haben. Ihre Beziehung wird offiziell anerkannt und rechtlich in vielen, aber nicht in allen Bereichen der Ehe heterosexueller Paare gleichgestellt.
Das wird von Betroffenen als Diskriminierung empfunden. So schloss bisher das Partnerschaftsgesetz die Adoption durch eingetragene gleichgeschlechtliche Paare ausdrücklich aus. Nach dem Nationalrat hat nun auch der Ständerat eine Änderung des Adoptionsgesetzes gut geheißen. Die Adoption eines Kindes des gleichgeschlechtlichen Partners in einer eingetragenen Partnerschaft soll neu zugelassen werden. Der Bundesrat nimmt die Änderung an die Hand.

Auch in der Schweiz sehen konservative und kirchliche Kreise eine Bedrohung des traditionellen Familienbildes und eine Aufweichung der Institution der Ehe in der Weiterentwicklung des Partnerschaftsgesetzes und in der Anerkennung der Homo-Ehe.

Die Evangelisch-methodistische Kirche hat sich seit Jahren mit der Homosexuellenfrage und der Heirat von Lesben und Schwulen befasst. In der Kirchenordnung, welche weltweit für die Evangelisch-methodistische Kirche maßgebend ist, wird festgehalten, dass die Ehe ein Bund sei, der in der Treue zwischen einem Mann und einer Frau begründet sei.

Die Kirche hält fest, dass Menschen aufgrund von Rasse oder Hautfarbe, nationaler Herkunft, gesellschaftlicher oder wirtschaftlicher Stellung nicht diskriminiert werden dürfen. Alle sind eingeladen an ihren Gottesdiensten teil zu nehmen. Daneben steht aber seit 1972 der Satz in der Kirchenordnung, dass die Praxis der Homosexualität unvereinbar sei mit der christlichen Lehre. So können bekennende Homosexuelle und Lesben zum Beispiel nicht als Pfarrerinnen oder Pfarrer ordiniert werden, und die Kirche erlaubt keine Eheschließungen unter Schwulen und Lesben. Ein Pfarrer oder eine Pfarrerin wird unter Anklage gestellt, wenn sie eine Trauung eines homosexuellen Paares hält, auch in Ländern, wo der Staat die Homo-Ehe als legal erklärt hat.
Dem Buchstaben nach steht also die Evangelisch-methodistische Kirche ganz auf der konservativen Seite und ihrer Interpretation der biblischen Lehre. Unter den Delegierten an die Generalkonferenz (die verfassungsgebende Versammlung der Weltkirche) jedoch herrscht ein starkes Ringen um eine Öffnung vor. Mit der Opposition der Stimmen aus der südlichen Hemisphäre gegen eine Öffnung war aber bisher eine Änderung der Kirchenordnung nicht möglich.

Ein Kompromissvorschlag, der Freiraum schaffen wollte, formulierte, dass die Kirche in diesen Fragen keine einheitliche Überzeugung habe. Der Kompromiss wurde an der letzten Generalkonferenz verworfen. So ist die Kirche weiterhin unterwegs mit der konservativen Auffassung des Kirchenrechtes und auch mit dem Schmerz der Uneinigkeit in der Frage. Das erfordert Geduld, Gebet, und den steten Versuch, zusammen zu bleiben, trotz unterschiedlichen Auffassungen.
Ich bin überzeugt, dass die Kirche mit dem Wandel der bürgerlichen Gesetze und dem Wertewandel in der Gesellschaft von der gesellschaftliche Wirklichkeit nicht unberührt bleiben kann. Sie muss die neuen Formen von Familie und Partnerschaft in der Gesellschaft im Blick behalten und sorgfältig bedenken, wie sie ihnen entsprechen kann. Das ist eine wichtige Gestaltungsaufgabe für jede christliche Gemeinschaft. Der Ehebund wird biblisch-theologisch als eine „göttliche Stiftung“ verstanden. Ein geschichtlicher Überblick zeigt deutlich, dass dieser Bund sich in seiner Ausgestaltung stets auch den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen bewusst werden und sich anpassen musste. Ehe, Familie, sexuelle Orientierung: eine Gemeinde oder Kirche, welche ihre Sendung in der Welt und für die Welt lebt, muss sich im unaufgeregten Gespräch damit auseinandersetzen können. Und auch divergierende Auffassungen ertragen können.


Heinrich Bolleter, Bischof im Ruhestand

Mittwoch, 5. Juni 2013

Ein-Wurf von Markus Da Rugna

Eben habe ich vier wertvolle Tage im Kloster erlebt und in Exerzitien eine tiefe Spiritualität kennen gelernt. Ich stehe noch in einer einsamen Ecke des Abfahrtsbahnhofs. Plötzlich steht eine jüngere Frau (zu) dicht neben mir. Sie spricht vehement und gezielt auf mich ein. Sie sucht Arbeit und Hilfe. Niemand wolle ihr helfen, schon gar nicht die offiziellen Ämter. Sie spricht ständig davon, was Gott von ihr wolle und was nicht. Letztlich möchte sie Geld von mir. Ich fühle mich überrumpelt, und nachdem sie merkt, dass da nichts zu holen ist, zieht sie fluchend von dannen. "Eine steile Rückkehr in den Alltag", geht es mir durch den Kopf. 
Mit dem Konferenzthema könnte man fragen: was wäre nun Würde für sie, und wie sieht sie für mich aus? Ich kann nur Vermutungen darüber anstellen, was diese Frau erlebt hat und warum sie so überfahrend ihr Recht einholen will. Ganz subjektiv wurde ihre Würde verletzt. Und nun stand auch ich mit genau diesem Gefühl da. 
Nach dieser Begegnung tauchte bei mir rasch der Gedanke auf, was mir da mein Gott zeigen möchte. 
Für mich wurde nochmals klar: zu einer lebendigen Spiritualität gehört die Herausforderung, auf die Menschen zu reagieren oder auf sie zuzugehen. Auch wenn das spontan nicht immer einfach ist. Kommt nicht da zum Ausdruck, was wir glauben? Ja, wer wir eigentlich sind?

Erschienen in "Kirche und Welt", 5/2013 - Markus Da Rugna ist Mitglied im 
Ausschuss Kirche und Gesellschaft der EMK Schweiz-Frankreich

Freitag, 24. Mai 2013

Kleidertausch und mehr Rechte für Arbeiterinnen in Textilfabriken


Walk-in Closet - Kleidertauschbörse Winterthur, Salzhaus
Überquillt dein Kleiderschrank? Am 25. Mai werden in Winterthur zünftig Klamotten getauscht! Eintritt für alle, die gut erhaltene Stücke mitbringen, auch Taschen, Schals, Schuhe, Jacken und Schmuck. Die Salzhausbar hat extra für euch geöffnet! Anstatt direkt an der Börse kannst du die Sachen auch ab 10 Uhr ins Salzhaus bringen. Die Börse ist von 13.00 bis 17.00 geöffnet. 

Im Auftrag der Erklärung von Bern werden einige Kolleginnen und ich anwesend sein und Informationen weitergeben über die Situation von Arbeiterinnen in Textilfabriken und dazu auch Unterschriften sammeln für besser Arbeitsbedingungen und Existenz sichernde Löhne.

Mehr zum Kleidertausch und Kleidern überhaupt erfährt man unter:




Wir freuen uns auf dich und deine Garderobe!

Ein-Wurf von Heiner Studer


Altenpflege - Ehre Vater und Mutter
Als wir als Familie in den oberen Teil meines Elternhauses zogen, konnten unsere Töchter auch mit Grosseltern aufwachsen. Dies war eine Bereicherung für alle. Meiner Frau und mir war bewusst, dass die Zeit kommen kann, in der wir für meine Eltern mehr Mitverantwortung zu tragen haben.
Eines Tages lasen meine Eltern nach dem Frühstück miteinander den Tagestext des Abreisskalenders der EMK. Anschliessend auf dem Weg an eine Beerdigung starb mein Vater unvermittelt und ohne Schmerzen. Er starb so, wie er es wünschte: plötzlich und niemandem zur Last fallen zu müssen.
Meine Mutter erkrankte an Alzheimer. Schwierig war die längere Zeit des Übergangs von der Vergesslichkeit bis zum Tag, an dem sie in ein Pflegeheim eintreten musste. Wir besuchten sie jeden Sonntagnachmittag. Diese Besuche waren kein Muss, sondern es geschah aus Dankbarkeit. 
Die Beziehung über die Generationen hinweg ist ein Geben und Nehmen. Je nach Situation kann dies entlastend oder auch belastend sein. Dabei ist immer wieder die Frage zu bedenken, wieviel die ältere Generation von der jüngeren und wieviel die jüngere Generation von der älteren erwarten darf. 
Wesentlich darf für uns Christen sein, dass auch diese Beziehungen aus der Freiheit heraus geschehen dürfen und keine Pflichtübung sein sollen.

Erschienen in "Kirche und Welt", 5/2013 - Heiner Studer ist Mitglied im 
Ausschuss Kirche und Gesellschaft der EMK Schweiz-Frankreich

Mittwoch, 3. April 2013

Wiedergutmachung muss mehr sein als nur ein „Pardon“


Heinrich Bolleter, Bischof i. R.
Verdingkinder, Heimkinder, administrativ Versorgte, Zwangssterilisierte und andere Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen, wie auch Kinder der Landstrasse, sie sind zu einem Gedenkanlass für Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen eingeladen. Im Brief aus dem Departement von Bundesrätin Somaruga heisst es: „Bis im Jahr 1981 wurden in der Schweiz Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen. Viele Opfer haben dabei grosses Leid erfahren, das ihr Leben massgebend geprägt hat und noch bis heute prägt. Dieses dunkle Kapitel in der Geschichte unseres Landes soll nicht in Vergessenheit geraten. Es ist uns ein grosses Anliegen, Sie und Ihre Begleitung zu einem Gedenkanlass einzuladen, an dem Sie im Zentrum stehen. Wir möchten damit einen Beitrag zur Anerkennung der schwierigen Umstände, in welchen Sie aufgewachsen sind, leisten.“ Anerkennung ist ein wichtiger Schritt; aber von Wiedergutmachung redet kaum jemand.
Am 11. April findet dieser Anlass im Kulturcasino Bern um 15.00 Uhr statt.
Nähere Angaben zu dieser schmerzlichen Thematik finden sich auf
http://www.fuersorgerischezwangsmassnahmen.ch
Es ist nur billig und recht, wenn die Kirchen zugeben, dass sie in diesem Problemfeld sich nicht eingemischt oder gar komplizenhaft mitgewirkt haben. Ein Grund, diese Geschichte heute nicht zu verschweigen.

Montag, 1. April 2013

Ein-Wurf von André Töngi


Teenie"Unsere Jugend ist heruntergekommen und zuchtlos. Die jungen Leute hören nicht mehr auf ihre Eltern. Das Ende der Welt ist nahe." Wie alt schätzen Sie diesen Spruch? - Man fand ihn in einem Keilschrifttext aus Babylon. Er wurde ungefähr 2000 Jahre v. Chr. verfasst.
Von wegen früher war alles besser! Immer wieder reiben sich Familien aneinander. Auch in der Bibel. Ich lade Sie ein, die Schöpfungsgeschichte einmal mit anderen Augen zu lesen. Könnte der Sündenfall nicht auch etwas mit der Pubertät zu tun haben? Adam und Eva, die vorher in kindlicher Unschuld gelebt haben, drängt es, zu den Grossen zu gehören. Doch statt der versprochenen Allwissenheit spüren sie zuerst einmal Scham und Angst. Nicht mehr Kind, aber auch noch nicht ganz erwachsen: Die Pubertät ist eine der schwierigsten Phasen im Leben eines Menschen.
Und Gott? Er wirft die beiden aus dem Paradies. Er weiss, er muss sie loslassen, der Welt anvertrauen. Doch er sorgt für sie, kleidet sie und begleitet sie aus einer gewissen Distanz.
Mir als Vater hilft dieser Text. Er schenkt mir Vertrauen, meine Kinder aus der Hand zu geben. Sie sind nicht verloren.

Erschienen in "Kirche und Welt", 4/2013 - André Töngi ist Mitglied im Ausschuss Kirche und Gesellschaft der EMK Schweiz-Frankreich

Dienstag, 26. Februar 2013

Juden und Christen

 
Am vergangenen Samstag in Hohenems im Vorarlberg: einst war jeder 6. Einwohner jüdisch, es gab eine Christen- und eine Judengasse. Keine Ghettoisierung der Juden, sondern friedliche Koexistenz, wo auch Juden in der Christengasse wohnten und umgekehrt. Noch heute ist das jüdische Viertel die Hauptattraktion. Ein jüdisches Museum erzählt die Geschichten dazu. Ein Ausflug wert. 2-3 km von der Schweizer Grenze entfernt und darum wahrscheinlich kaum bekannt in der Schweiz.
Der Vers erinnert an das jüdisch-christliche Grundverständnis gegenüber dem Fremden.

Freitag, 1. Februar 2013

Ein-Wurf von Ursula Brunner


Kürzlich war ich an einem Weiterbildungskurs zum Thema «Geschichten erzählen». Mit einigen Holzstecken, einem Kerzli und ein paar glänzenden Papierschnitzeln zog uns die geübte Erzählerin völlig in den Bann eines altbekannten Märchens. Ich liebe es, jemandem zuzuhören, der Geschichten so erzählen kann, dass sie zu leben beginnen. Ich liebe es, wenn jemand etwas so schildern kann, dass sich mein Blick darauf verändert, verschärft oder sogar verklärt.
Wie schön wäre es, wenn ich die Kunst des Geschichtenerzählens beherrschte! Wie gern würde ich mit einem wallenden Mantel dastehen und aus seinen Taschen immer wieder etwas Passendes zur Geschichte herauszaubern! Und wenn ich dann auch noch meine eigene Glaubensgeschichte, die mich verändert hat, so lebendig erzählen und illustrieren könnte...
Stimmt, jetzt kommt es mir wieder in den Sinn: ich wollte sie schon lange in ungefähr 100 Worten weitergeben können. - Genug überlegt, jetzt probiere ich es einfach aus!

Erschienen in "Kirche und Welt", 2/2013 - Ursula Brunner ist Mitglied im Ausschuss Kirche und Gesellschaft der EMK Schweiz-Frankreich

Mittwoch, 30. Januar 2013

Bischof Heinrich Bolleter - Von politischer Bildung und Respekt für die „Anderen“

Gerne begrüssen wir Heinrich Bolleter, Bischof im Ruhestand der Evangelisch-methodistischen Kirche als Gastautor in unserem Blog. Er unterhält selbst einen Blog unter http://www.heinrich-bolleter.net. In diesem ersten Beitrag geht es um den Holocaust-Gedenktag und im Konkreten um den Antiziganismus.


Bischof Heinrich Bolleter schreibt:

Mit unserem Hang zur Aktualität und unserem Kurzzeitgedächtnis untergraben wir die politische Bildung.
Ich wollte schon lange einen Beitrag über die Dimension des Antiziganismus in Europa und in der Schweiz schreiben. Typischerweise ist jedoch dieses Projekt stets wieder von anderen aktuellen Beiträgen in den Hintergrund gedrängt worden. Nun notiere ich anlässlich des Holocaust-Gedenktages am 26. Januar 2013 doch einige Gedanken zum Thema. Das Ziel solcher Notizen ist mit den Worten von Bischöfin Rosemarie Wenner treffend umschrieben. Sie hielt im Zusammenhang mit dem Holocaust Gedenktag fest: „Wir wirken daran mit, dass Menschen einander respektvoll begegnen und wehren so Vorurteilen und Verallgemeinerungen gegenüber »den Juden«, »den Roma« oder auch »den Fremden«. So wird die Welt menschlicher, Gott, dem Freund des Lebens zur Ehre.“

Es gibt gegenwärtig in Europa und auch in der Schweiz einen Antiziganismus, nicht nur in Denkmustern, sondern auch in ganz konkreten Diskriminierungen und Handlungen. Sinti und Roma werden noch immer mit Diebstahl und Faulheit in Zusammenhang gebracht und die Ausgrenzung als Mittel eingesetzt, um sie loszuwerden. Kriminalität wird erklärt durch Zugehörigkeit zu einer Minderheit, seien es nun Migranten oder „Zigeuner“ .
Sinti und Roma werden bei uns durch Behörden und Lokalpolitiker diskriminiert. Zwar reden wir nicht darüber und zeigen lieber mit Fingern auf die ost- und südosteuropäischen Länder, wo durch die Emanzipation von der kommunistischen Vergangenheit ein neuer emanzipatorischer Nationalismus erwachte und damit den Antiziganismus seit den 90er Jahren neu förderte.
Antiziganismus ist, wie der Antisemitismus, nicht nur ein Problem des rechten Randes. Er ist virulent auch in der gesellschaftlichen Mitte. Weil wir die Verbrechen an den Sinti und Roma in der Geschichte und der Gegenwart Europas weder wahrnehmen noch historisch aufarbeiten, breitet sich der Antiziganismus ungehindert aus.

In Europa soll es 12 Millionen „Zigeuner“ geben. Die wirklich fahrenden Familien sind aber nur eine kleine Minderheit davon. Die Mehrheit hat sich fest niedergelassen oder wurde auch dazu gezwungen. Sie lebt in den ost- und südosteuropäischen Ländern. Wir können nicht Lösungen finden, wenn wir nur versuchen die Romas von unserem Land fern zu halten.
Der Korrespondent der NZZ in Belgrad hat unlängst in einem Artikel festgehalten: „Für die Schweiz ist das Asylproblem mit serbischen Roma gelöst. Doch gegen die eigentliche Ursache der Misere ist damit nichts getan.“
„Der serbische Innenminister Ivica Dacic und der Direktor des Schweizer Bundesamtes für Migration Mario Gattiker wirkten entspannt, als sie in Belgrad Mitte Januar vor die Presse traten: Problem gelöst. Die Zahl der Antragsteller ohne eigentlichen Asylgrund aus Serbien, die in der Schweiz Aufnahme suchen, ist in kurzer Zeit auf fast einen Zehntel zurückgegangen. Dacic sagte klar, wem dies zu verdanken sei: den Schweizer Behörden. Sie hatten das Prüfungsverfahren beschleunigt und die so genannten Rückkehrhilfen abgeschafft.“ Über 80 Prozent der Asylsuchenden aus Serbien und Mazedonien seien Roma. Viele würden aus dem serbischen Presevo Tal nahe der mazedonischen Grenze kommen.
Wer beginnt über die Situation der Roma nachzudenken, entdeckt sehr bald, dass wir nur Lösungen finden in der Schweiz und in Europa, wenn wir miteinander kommunizieren. und helfen die Lebensbedingungen und die Ausbildung der Romas an Ort und Stelle zu verbessern. Wenn man nicht kommuniziert, entstehen Vorurteile und Misstrauen. Die Ausgrenzung der Sinti und Roma ist nicht nur in den osteuropäischen Staaten vorhanden, sondern auch bei uns.
Diskriminierung ist stets auch eine Folge von Verdrängung und Schuldabwehr. Nur vom sozialen Problem zu reden, greift zu kurz. Wir müssen auch die Diskriminierungen und die Verfolgung über Generationen in unserer Geschichte im Blick haben. Antiziganismus ist stets auch eine Folge von Verdrängung und Schuldverweigerung. Wer hält das Bewusstsein wach, dass es auch ein Holocaust für die Romas gab? Wer in der Schweiz hält die Erinnerung an das Unrecht wach, welches man an den „Kindern der Landstrasse“ verübt hatte (ein halbstaatliches Projekt, durch welches man die Fahrenden ausrotten wollte, indem man die Familien auseinander riss und die Kinder den Familien entzog. 1926 bis 1972). Wer weiß, dass im Kosovokrieg die Sinti und Roma vertrieben wurden? Und Europa kaum einen Finger gerührt hatte, um sie neu anzusiedeln?
Politische Bildung hat sehr viel mit der Befähigung die Vergangenheit zu verstehen und auch die Schuld zu bewältigen zu tun. Dazu leistet der Holocaust Gedenktag einen kleinen Beitrag.

PS: Eine Dokumentation zum Antiziganismus in Europa wurde nach einem Symposium im Mai 2012 in Mannheim zusammengestellt:
http://www.roma-service.at/dromablog/?p=21473

Heinrich Bolleter, Bischof im Ruhestand


Donnerstag, 10. Januar 2013

Nein zur 24 Stunden- und 7-Tage-Arbeitszeit


Am 8. Januar 2013 haben Organisationen der Sonntagsallianz, darunter auch die Evangelisch-methodistische Kirche, das Referendum gegen die Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten und damit gegen die Verschlechterung des Arbeitsgesetzes lanciert. Das Parlament will bei Tankstellenshops den 24-Stunden-Betrieb einführen. Damit droht ein Dammbruch für den ganzen Detailhandel. Mit seinem Entscheid höhlt das Parlament zudem das Arbeitsgesetz aus. Das hat Folgen für alle Branchen und untergräbt wichtige gesellschaftliche Freiräume. Dagegen setzen sich Organisationen der Sonntagsallianz vehement zur Wehr.

Als Kirche wehren wir uns in erster Linie dagegen, dass der Sonntag als christlicher Ruhetag Schritt für Schritt zum Arbeitstag umgebaut wird. Dieser für den Menschen so wichtige Wert der heutigen Sonntagsruhe (vgl. 2. Mose 20,8-11) wurde erkämpft und soll nicht einer Ausweitung des Konsums geopfert werden.

Helfen Sie mit bei der Sammlung von Unterschriften und unterzeichnen Sie selbst dieses Referendum. Alle dazu nötigen Informationen und Unterlagen erhalten Sie auf der Webseite http://emk-kircheundgesellschaft.ch oder http://www.sonntagsallianz.ch

Jörg Niederer

Dienstag, 8. Januar 2013

Ein-Wurf von Markus Da Rugna


"Wir haben hier keine bleibende Stadt..." Na ja, ich lebe sowieso lieber auf dem Land. "... die zukünftige suchen wir." Muss das sein? Ja, die Spannung Stadt-Land ist in der Schweiz sehr ausgeprägt und identitätsstiftend. Peter von Matt, Schweizer Buchpreisträger, beschreibt dies so:
"Noch immer kommen sich Leute, die stadtnah und an bevorzugter Lage in angenehmen Villen leben, als geborene Bergler vor, spielen im Nadelstreifenanzug den politischen Wurzelsepp und werden dafür von anderen synthetischen Berglern begeistert beklatscht."
Ja, wir pflegen als Schweizer das Bild des Berglers, auch wenn wir Städter sind. Das Berglerisch-Ländliche steht eher für das Bestehende und die Stadt für Fortschritt und Erneuerung.
In dieser unauflöslichen Spannung bewegt sich auch der Vers aus dem Hebräerbrief: Noch sind wir hier, doch unsere Sehnsucht sieht und sucht weiter. Diese Spannung dürfen wir nicht auflösen. Sie ist produktiv und kreativ. Das Bestehende darf auch hinterfragt werden, ohne grad alles auf den Kopf zu stellen. Was ist bei Ihnen im neuen Jahr dran? Aufbrechen oder das Bestehende ausbauen?

Erschienen in "Kirche und Welt", 1/2013 - Markus Da Rugna ist Mitglied im Ausschuss Kirche und Gesellschaft der EMK Schweiz-Frankreich