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Donnerstag, 29. April 2021

Wenn Rehe die Jäger austricksen

Ein Gedanke

Rehe im Lutikerriet
Foto © Jörg Niederer
"Wer mit Freuden durchs Leben geht, geht mit dem Wind im Rücken." G.N. (Aufschrift auf einem Parkbank des VV Stäfa)

Ein Bibelvers - Psalm 91,1+2

"Wer unter dem Schutz des Höchsten wohnt, wer im Schatten des Gewaltigen die Nacht verbringt, der sagt wie ich über den Herrn: 'Meine Zuflucht ist er und meine Burg, mein Gott, dem ich vertraue!'"

Eine Anregung

Einige Rehe beim Lützelsee müssen davon gelesen haben, dass ihnen von Jägern keine Gefahr droht, wenn sie sich innerhalb des Naturschutzgebiets aufhalten. Sie geniessen das Leben im Lutikerriet bei ausgelassenen Spielen, ohne gross auf die zahlreichen Menschen zu achten. So lassen sie sich, nebst den auch dort lebenden Störchen, am helllichten Tag beobachten. Das Rudel umfasst so 14 Tiere.

Sich schützen. Sich in sicherer Distanz halten. Nur keine Panik. Was die Rehe da tun, ist das nicht auch das, was in der Pandemie helfen kann? Schutz, Distanz. Vertrauen.

Jörg Niederer ist Mitglied im Ausschuss Kirche und Gesellschaft der EMK Schweiz-Frankreich-Nordafrika

Freitag, 2. Mai 2014

Waffen geben keine Sicherheit

Nein zum Kampfflugzeug GripenIn diesen Tagen wird das Schweizer Stimmvolk über die Beschaffung von 22 neuen Kampfflugzeugen Gripen entscheiden. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 10 Milliarden Dollar.
Im Jahr 2005 gab es weltweit 1,4 Milliarden extrem arme Menschen, die weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag zur Verfügung hatten. Eines der UN-Milleniumsziele sieht bis 2015 vor, diese Zahl zu halbieren. Im Moment geht der Trend in die andere Richtung.
Darf sich eine Schweiz angesichts dieser weltweiten Not 22 Kampfflugzeuge leisten? Ich meine Nein!

In den Sozialen Grundsätzen der Evangelisch-methodistischen Kirche unter „165 C Krieg und Frieden“ steht:
„Wir glauben, dass für die Regierungen bei der Festlegung ihrer Prioritäten menschliche Werte schwerer wiegen müssen als militärische Forderungen: die Militarisierung der Gesellschaft muss hinterfragt und beendet werden; Herstellung, Verkauf und Verteilung von Waffen müssen eingeschränkt und kontrolliert werden…“
Quelle: www.soziale-grundsaetze.ch

Waffen erhöhen nicht die Sicherheit. Sie erhöhen die Unsicherheit. 22 neue Kampfflugzeuge können eine Schweiz nicht sichern. Aber sie werden die Schweiz viel Geld kosten.

Weitere Gründe sprechen gegen neuen Kampfflugzeuge:

  • Angesichts der begrenzten Mittel des Bundes sind auch bei der Armee Prioritäten zu setzen. Die Beschaffungen sind auf die wahrscheinlichsten Bedrohungen auszurichten.
  • Die heutige Luftwaffe reicht für die Erfüllung der notwendigen Aufgaben. Wir benötigen keine neuen Kampffähigkeiten.
  • Die Weiterentwicklung der Armee ist ein Reformprojekt, welches wesentliche Auswirkungen haben wird. In diesem Zusammenhang sind Strategie und Aufgaben der Luftwaffe neu zu definieren.
  • Auf allen Ebenen sind finanzpolitische Prioritäten zu setzen. Mit dem Kauf würden Milliarden von Steuerfranken gebunden. Darunter würden Bereiche wie Bildung, öffentlicher Verkehr, Sozialwerke, Umwelt und Entwicklungszusammenarbeit leiden. Umfangreiche Sparpakete wären die wahrscheinliche Folge.
Siehe dazu auch unter http://stop-gripen.ch/


Ich bin schon bereit zu sparen. Aber nicht für 22 neue Kampfflugzeuge. Sparen möchte ich, damit die Mittel dazu verwendet werden können, um die UN-Milleniumsziele umzusetzen. Denn weniger Armut in der Welt führt effizient zu grösserer Sicherheit.

Letztlich geht es um die alte Frage: Will ich Waffen vertrauen? Als Christ setze ich mein Vertrauen in den Gott der Liebe.


Mittwoch, 17. Juli 2013

Ein-Wurf von Jörg Niederer

Sicherheit
Sicher ist sicher. - Wie gewiss ist die Sicherheit? Für meinem Glauben zentral ist die Aussage von Paulus in Römer 8,38f: "Denn ich bin ganz sicher: Weder Tod noch Leben ... oder sonst irgend etwas können uns von der Liebe Gottes trennen, die er uns in Jesus Christus, unserem Herrn, schenkt." Liebe Gottes, garantiert. Ich glaube das, bin mir darin ganz sicher. Zugleich weiss ich, dass meine Glaubensgewissheit nichts Objektives ist, dass weitaus mehr Menschen diese Überzeugung nicht teilen.

Wie sicher ist sicher? - Auf den Satz: "Nur der Tod ist sicher" antwortet die Versicherungsbranche mit Lebensversicherungen - als ob man Leben auf sicher hätte. Überall werden Sicherheitsmargen eingebaut. Und doch brechen immer wieder Dächer zusammen, Brücken stürzen ein, Hänge geraten ins Rutschen, eine Lawine löst sich trotz guter Wetterprognosen, Sicherungsseile reissen.

Voll unsicher... so ist das Leben. - Und doch leben wir meist recht gut mit dem aktuellen Mass an Verunsicherung. Ich bleibe dabei, auch wenn es "nur" eine Glaubenserkenntnis ist: "Nichts kann mich trennen von der Liebe Gottes."


Erschienen in "Kirche und Welt", 07/2013.
Jörg Niederer ist Mitglied im 
Ausschuss Kirche und Gesellschaft der EMK Schweiz-Frankreich