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Freitag, 1. November 2013

Mit 1:12 zu Gottes Gerechtigkeit?

Philipp Hadorn
Die Fragen nach sozialer Gerechtigkeit gehören nicht nur in den heissen Lohnherbst, während dem Lohnangebote und -forderungen diskutiert werden.

Es stellt sich generell die Frage nach der Haltung von uns Christen zu Einkommensverteilung, Abgaben an Staat und Werke, sowie unseren Umgang mit Geld und Wohlstand. Entspricht es einer christlichen Haltung, wenn wir uns bemühen, unser Herz nicht an Materielles zu hängen und dabei unseren Besitz einfach geniessen? Oder wie gilt es die biblischen Beispiele zu verstehen? Die Gemeindeglieder in Jerusalem verkauften ihr Eigentum und legten den Erlös zusammen. Jesus lehrte den reichen Jüngling, seinen Besitz zu verteilen und fordert auf, Benachteiligte zu versorgen.

Am 24. November haben wir mit der 1:12 Initiative Gelegenheit, einen kleinen Schritt zu mehr Lohntransparenz und –gerechtigkeit zu wagen. Ein JA wird zwar weder die Wirtschaftsordnung grundlegend verändern noch zu voller Lohngerechtigkeit führen. Ein JA wird aber die Zunahme von Working Poor (das sind Menschen, die trotz voller Arbeitskraft mit ihrem Lohn ihre Versorgung nicht wahrnehmen können) hemmen, der gelebten Gier die Stirn bieten, Lohnexzesse eindämmen und damit die Vorahnung auf die Gerechtigkeit Gottes auf Erden etwas sichtbarer werden lassen. Nutzen wir die Chance aus Liebe zu Gott und den Menschen!

Philipp Hadorn


Der Autor ist Nationalrat der SP, Gewerkschafter des Verkehrspersonals SEV, engagiert sich in der Evangelisch-methodistischen Kirche Gerlafingen SO, wo er mit seiner Frau und den drei Söhnen ein und ausgeht.
Zu der Abfassung dieses Beitrags wurde er vom Ausschuss Kirche und Gesellschaft eingeladen.


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