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Samstag, 22. Mai 2021

Verdingkind auf Instagram

Ein Gedanke

Erlebnis-Gasthof Waldegg: Die gute alte Zeit ist eine Fiktion
Foto © Jörg Niederer
"Du hattest kein Zuhause, du konntest nirgendwohin" Rita Soltermann - https://www.saiten.ch/du-hattest-kein-zuhause-du-konntest-nirgendwohin/

Ein Bibelvers - 1. Mose 37,26+27

"Da sagte Juda zu seinen Brüdern: 'Was haben wir davon, wenn wir unseren Bruder erschlagen und den Mord verheimlichen? Kommt, wir verkaufen ihn [Josef] an die Ismaeliter, statt ihn umzubringen. Er ist doch unser Bruder – unser Fleisch und Blut.' Seine Brüder hörten auf Juda."

Eine Anregung

Alleinerziehenden Müttern oder armen Familien wurden in der Schweiz bis vor 50 Jahren Kinder weggenommen, und als "Arbeitskräfte" meist auf Bauernhöfen fremdplatziert. Davon handelt eine Instagram-Filmserie, die von den Kunststudentinnen Yvonne Haberstroh und Elena Clavadetscher produziert wird. Die Produktion will der jüngeren Generation die Schicksale dieser Verdingkinder näher bringen. Darum wurde der Instagram-Kanal gewählt. In Form von Echtzeit-Posts entsteht der Eindruck, als würde das Verdingkind Anna ihren Alltag als entmündigte und unbezahlte Arbeitskraft direkt mit den heutigen Usern teilen.

Wer auf Instagram ist, sollte unbedingt einmal in diese Kurzfilm-Serie hineinschauen: https://www.instagram.com/vergiss.mich.nie/

Eine gute Übersicht gibt der Beitrag "Morgengast" von SRF unter https://www.srf.ch/kultur/film-serien/insta-serie-vergiss-mich-nie-die-junge-generation-muss-an-die-verdingkinder-erinnert-werden

Später soll die Serie dann auch auf Youtube am Stück zu sehen sein.

Jörg Niederer ist Mitglied im Ausschuss Kirche und Gesellschaft der EMK Schweiz-Frankreich-Nordafrika

Freitag, 20. November 2020

Rundherum in 31 Tagen

Ein Gedanke

An der Route von Min Weag liegt auch der Pfänder
Foto © Jörg Niederer
"Am Ziele deiner Wünsche wirst du jedenfalls eines vermissen: dein Wandern zum Ziel." Marie von Ebner-Eschenbach, österreichische Schriftstellerin, 1830 – 1916

Ein Bibelvers - Josua 6,3+4

"Und ihr sollt um die Stadt herumziehen, alle Krieger sollen einmal die Stadt umkreisen; das sollst du sechs Tage lang tun. Und sieben Priester sollen sieben Widderhörner vor der Lade hertragen. Und am siebten Tag sollt ihr siebenmal um die Stadt ziehen, und die Priester sollen die Hörner blasen."

Eine Anregung

Umwandern hat etwas mit Erobern zu tun. Spätestens seit Josua und das Volk Israel die Stadt Jericho allein durch die Kraft von 13 Umrundungen und dem Schall der Widderhörner im Auftrag Gottes in Trümmer legte, weiss der Mensch, dass Kreisen nicht bedeutungslos ist.

Überdimensionale Rundwanderungen gibt es einige. So kann man sich etwa auf einem vielgestaltigen Weg über 400 Kilometern und in 31 Etappen das gebirgige Österreicher Bundesland Vorarlberg erwandern, und kommt dabei an so bemerkenswerten Orten wie dem Gottesacker (8. Etappe) vorbei, oder beim Haupt von Papst Viktor (28. Etappe). Vom Bodensee immer nahe der Grenze geht "Min Weag", wie die Rundtour nicht unbescheiden heisst, bis in die alpinen Regionen hinauf und wieder zurück. Wenn nicht Corona wäre und der Winter droht, ich würde gleich losziehen. Mehr dazu, inklusive Video, unter https://www.vorarlberg.travel/aktivitaet/min-weag-vorarlberg-rundwanderweg/

Das Umrunden ist eine meiner Leidenschaften. So bin ich schon der Grenze der Schweizer Kantone Aargau --> https://sway.office.com/zzAeu0dbKzenBn5X, Solothurn, Thurgau und Schaffhausen gefolgt. Und andere haben es vor und nach mir gleichgetan. René Moor um den Aargau --> http://www.wanderwerk.ch/programm/moor/aargau_rundum/aargau_rundum.htm und um Zug --> http://www.wanderwerk.ch/programm/moor/umzug/umzug.htm, Georg Hug um den Kanton und um die Stadt Luzern. Gar um die ganze Schweiz herum ging es für Ruedi Anneler, Gerhard Binggeli und Roland Gröflin --> https://www.wandersite.ch/111tage.html.

Wer um-kreist, konzentriert sich, findet die Mitte, hält Distanz.

Jörg Niederer ist Mitglied  im Ausschuss Kirche und Gesellschaft der EMK Schweiz-Frankreich-Nordafrika

Mittwoch, 30. September 2020

Was ist an der Konzernverantwortungsinitiative (KVI) neokolonialistisch?

Ein Gedanke

Swissta-Wasser an einer Tagung in der DR Kongo
Foto © Jörg Niederer
"Ich unterstütze die Konzernverantwortungsinitiative, weil Schweizer Konzerne internationale Standards weltweit einhalten sollen." Bischof Patrick Streiff

Ein Bibelvers - Micha 6,8
"Er hat dir kundgetan, Mensch, was gut ist, und was der Herr von dir fordert: Nichts anderes, als Recht zu üben und Güte zu lieben und in Einsicht mit deinem Gott zu gehen."

Eine Anregung
Paul W. Gilgen, Mitglied in der Ethikkommission gegen die KVI (Konzernverantwortungsinitiative) äussert sich im aktuellen PFARREIforum (Pfarrblatt Bistum St. Gallen, 10. Ausgabe 2020 - https://www.pfarreiforum.ch/) so: "Es kann nicht sein, dass Schweizer Gesetz und Gerichte weltweit zur Anwendung kommen sollen. Das ist reiner Neokolonialismus, eine Anmassung sondergleichen. In vielen Ländern im globalen Süden ist die Umweltgesetzgebung durchaus vergleichbar mit jener der Schweiz."
Zweifellos ist die Gesetzgebung in vielen Ländern der Schweizerischen ebenbürtig. Bei Menschenrechtsverletzungen und Umweltvergehen sind die Gerichte in den jeweiligen Ländern denn auch erste Anlaufstellen. Dass die Konzernverantwortungsinitiative die Klage auch vor Schweizer Gerichten vorsieht, hat gar nichts mit Neokolonialismus zu tun. Im Gegenteil. Es geht um Konzerne mit Sitz in der Schweiz. Wenn diese in anderen Ländern die internationalen Standards der ILO oder andere internationale Übereinkommen nicht einhalten, Arbeitskräfte Gefahren aussetzen oder deren Abhängigkeit ausnützen, so wie sie das in der Schweiz nie tun dürften oder könnten, oder die Umwelt belasten und zu illegalen Mitteln greifen, dann ist genau das Neokolonialismus. Der gute Ruf der Schweiz wird von solchen Firmen ungestraft in den Schmutz gezogen. Hier ist es nicht mehr als recht, dass gegen Konzerne mit Sitz in der Schweiz auch in der Schweiz geklagt werden kann. Kein internationaler Schweizer Konzern, der korrekt und sorgsam geschäftet und dabei die Würde der Menschen und die Bewahrung der Schöpfung beachtet, hat etwas durch die Konzernverantwortungsinitiative zu befürchten. Es geht lediglich um ein paar wenige, bisher meist unverbesserliche, "schwarze Schafe".
Die Evangelisch-methodistische Kirche (EMK) ist selbst eine internationale Organisation. Berührungen mit Schweizer Konzernen gibt es in vielen Ländern der Welt. Die lokalen Verantwortlichen kennen die fehlbaren Konzerne. Es sind auch ihre Stimmen, die uns dazu bewegen, die Konzernverantwortungsinitiative zu unterstützen. Wir sehen darin ein Werkzeug, das bei der Umsetzung der Menschenrechte und Umweltstandards hilft, gerade auch für Menschen aus unserer Kirche.
Darum unterstützt die EMK diese Konzernverantwortungsinitiative. Unsere Stellungnahme findet man unter https://emk-schweiz.ch/2020/09/28/anstaendig-mit-mensch-und-umwelt-umgehen-eine-stellungnahme/.
Wenn du etwas tun willst, um der Initiative an der Urne zum Durchbruch zu verhelfen, mache doch mit bei der Postkartenaktion. Es geht darum, dass so viele Menschen wie möglich aus unserem Bekanntenkreis am 29. November für Menschenrechte und Umweltschutz an die Urne zu gehen. Hier kann man die Postkarten bestellen: https://konzern-initiative.ch/postkarten/?a8bit=so.


Jörg Niederer ist Mitglied  im Ausschuss Kirche und Gesellschaft der EMK Schweiz-Frankreich-Nordafrika

Montag, 21. September 2020

Wolfshausen oder Wolfenschiessen

Türkenbund in Wolfsgrueb bei Wald ZH
Foto © Jörg Niederer

Ein Gedanke

"Der Mensch ist des Menschen Wolf." (Homo homini lupus.) Thomas Hobbes

Ein Bibelvers - Galater 6,9

"Im Tun des Guten wollen wir nicht müde werden, denn zu gegebener Zeit werden wir ernten, wenn wir nicht ermatten."

Eine Anregung

Weil in der Schweiz gerade der Wolf umgeht, politisch und in der Natur, hier einige Beobachtungen.

Wie heimisch der Wolf einst war, zeigen die vielen Namensbildungen mit "Wolf". Im friburgischen "Gurwolf" (französisch Courgevaux) steckt der Wolf sogar irrtümlich drin. Im Jahr 1080 hiess der Ort Curgivol (Hof des Courgevaux). Im Lauf der Zeit wurde daraus Corgevoulx und dann, weil es in den Ohren der Deutschschweizer nach Gurren und Wolf klang, Gurwolf. Auf diesem verworrenen Weg fand der Wolf schlussendlich auch ins Ortswappen. Ursprünglich wohl auch nichts mit dem Wolf (rätoromanisch Louf) zu tun hat der bündnerische Ort Salouf.

Andere Orte sind eindeutig. Mindestens zehn Ortsteile "Wolf" gibt es in der Schweiz. Und die Wolfsgrueb findet man auch überall. Hinzu kommen weitere Orts- und Landschaftsnamen mit Wolf, Loup, Louf oder Lupo: Wolfenschiessen, Wolfertswil, Wolfhalden, Wolfhausen, Wolfisberg, Wölflinswil, Wolfwil, Davos Wolfgang, Gurwolf, Wolfenschwende, Wolferdingen, Wolfhag, Lupo, Rateloup, Penloup, Vireloup, Couvaloup (Wolfsbrut?) de St-Cergue, Creux du Loup, Crotte au Loup, Tête au Loup und Porte au Loup.

Dazu ein Erzählung eines nordamerikanischen Ureinwohners:

Ein alter Cherokee sitzt mit seiner Enkelin am Lagerfeuer. (Ziemlich klischeehaft, dieser Beginn. Ich zweifle immer ein wenig am Wahrheitsgehalt von Weisheiten der Naturvölker, wenn sie von deren Unterdrücker tradiert werden. Aber diese Geschichte gefällt mir, auch wenn sie nicht von einem echten Cherokee stammen sollte.) Der alte Cherokee möchte seiner Enkelin etwas über das Leben erzählen. Er sagt: "Im Leben gibt es zwei Wölfe, die miteinander kämpfen: Der Erste ist Hass, Misstrauen, Feindschaft, Angst und Kampf. Der Zweite ist Liebe, Vertrauen, Freundschaft, Hoffnung und Friede." Das kleine Mädchen schaut eine Zeitlang ins Feuer, dann fragt sie: "Welcher Wolf gewinnt?" Die Antwort des alten Cherokee: "Der, den du fütterst."


Jörg Niederer ist Mitglied  im Ausschuss Kirche und Gesellschaft der EMK Schweiz-Frankreich-Nordafrika

Samstag, 19. September 2020

Vom Islam, Christentum und der Religionslandschaft in Europa

Ein Gedanke

Kathedrale in St. Gallen
Foto © Jörg Niederer
"Die Liebe hat die Macht, das Tor zum ewigen Leben zu öffnen." Hazrat Inayat Khan

Ein Bibelvers - 2. Könige 5,15.18+19

"Dann aber kehrte er (der geheilte Aramäer Naaman) zurück zum Gottesmann (Elisa), er und sein ganzes Gefolge. Und als er hinkam, trat er vor ihn und sprach: Sieh doch, ich habe erkannt, dass es nirgendwo sonst auf der Erde einen Gott gibt als allein in Israel... Nur dies möge der Herr deinem Diener vergeben: Wenn mein Herr (der aramäische König) in das Haus des (Gottes) Rimmon kommt, um sich dort niederzuwerfen, und er stützt sich dabei auf meine Hand, dann muss auch ich mich niederwerfen im Haus des Rimmon - wenn ich mich dann niederwerfe im Haus des Rimmon, möge der Herr dies deinem Diener vergeben. Da sprach er (Elisa) zu ihm: Geh in Frieden!"

Eine Anregung

In manchen Kreisen in der Schweiz ist die Angst vor andern Religionen, im Speziellen vor dem Islam gross. Der Kabarettist, Autor und Fernsehmoderator Jürgen Becker etwa meint: "Entweder es gelingt uns, den Islam zu europäisieren oder Europa wird islamisiert. Mitte des Jahrhunderts, also in 44 Jahren, haben die Moslems in Europa über 50 Prozent der Bevölkerung. Ende des Jahrhunderts singt der Papst vorm Minarett." Doch stimmt dieses Bild. Forscher der Universität Luzern haben eine Datenbank zur Religionszugehörigkeit in 50 europäischen Ländern entwickelt.

Ref.ch schrieb dazu am 28. Februar 2018:

"Mit Erstaunen stellten die Forscher fest: Die religiöse Landschaft Europas ist stabiler als gedacht. In 70 Prozent der Länder sei die historisch vorherrschende Konfession in der Bevölkerung nach wie vor dominant...

Dennoch blieb nicht überall die Kirche im Dorf. 'In einigen Ländern gab es einen starken Säkularisierungsprozess', sagt Antonius Liedhegener, Professor für Politik und Religion. Das sei vor allem in Tschechien, Estland, Grossbritannien und Frankreich der Fall – etwas abgeschwächt unter anderem auch in Deutschland und in den Niederlanden.

Überraschende Unterschiede bemerkten die Forscher zwischen Ost- und Westeuropa: Sie driften auseinander. 'In westeuropäischen Ländern, vor allem im protestantischen Norden zeichne sich eine Durchmischung unterschiedlicher Religionen ab', sagt Liedhegener. Im Osten hingegen stellten die Forscher eine Tendenz zur Homogenisierung fest." https://www.ref.ch/news/so-entwickelt-sich-das-religioese-europa/

Aus dieser Datensammlung wird ersichtlich, dass in der Schweiz der Katholizismus am stärksten vertreten ist, es grundsätzlich aber eine pluralistische Religionslandschaft gibt. Weiter kann man anhand der "Swiss Metadatabase of Religious Affiliation in Europe" unter https://www.smre-data.ch/en/ feststellen, dass der Islam in der Schweiz im Jahr 2015 5% ausmachte. Katholisch waren 2016 38% und reformiert 27% der Bevölkerung. Die Christen machen in der Schweiz nach wie vor 71% aus. Dank Zuwanderung aus orthodoxen und katholischen Ländern wird sich das wohl nicht so schnell ändern.


Jörg Niederer ist Mitglied  im Ausschuss Kirche und Gesellschaft der EMK Schweiz-Frankreich-Nordafrika

Donnerstag, 10. September 2020

Ich war noch niemals in Zermatt...

Ein Gedanke
Blick von Rüeggisberg zum Gantrisch
Foto © Jörg Niederer
Die Welt hat mehr zu bieten als das Auge sich leisten kann zu sehen.

Ein Bibelvers - Psalm 118,24
"Dies ist der Tag, den der HERR macht; lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein"

Eine Anregung
Die Melodie vom Udo Jürgens Schlager ging mir nicht aus dem Kopf, als ich letzten Samstag am Gantrisch vorbeizog. Was für ein Bild von Schweiz. Diese Aussicht kannte ich bisher noch nicht. Und es gibt noch viel und schönere Landstriche zu entdecken. 

"Ich war noch niemals in Zermatt, ich war noch niemals bei Ursy,
ging nie durch Martigny im Älplerhemd spaziern.
Ich war noch niemals im Pfynwald, sah nie vom Rizlihorn herab,
und auf den meisten Bergen stand ich auch noch nie.

Die schönste Aussicht in der Schweiz, die kenne ich wohl auch noch nicht.
Schwamm auch noch nie durch den Tannensee hindurch.
So ziehts mich immer wieder raus, dort wo die Herbstzeitlosen blühn.
Freue mich an Weitblick und am Jurakamm."

Nach Udo Jürgens: "Ich war noch niemals in New York": https://youtu.be/Ok2TbrIvDMQ


Samstag, 1. August 2020

Weisses Kreuz auf rotem Grund

Ein Gedanke
Schweizerfahne im Wind
Foto © Jörg Niederer
"Die Güter auf der Welt sind ungleich verteilt. Es gibt Armut. Und zwar unverschuldete Armut. Es ist unsere Pflicht zu helfen. Aber das kann man nicht nur mit Worten tun. Gerechtigkeit kostet etwas. Der Friede ist nicht gratis. Sind wir aber auch heute noch alle bereit, beweiskräftig zu zeigen, dass wir den Frieden wollen und für den Frieden einstehen? Ich weiss sehr gut, dass wir in unserem Lande selber auch noch viele Probleme haben. Wir sollen und müssen uns anstrengen, sie zu bewältigen. Aber wir können unsere Probleme nie nur für uns selber und ohne Rücksicht auf andere lösen. Das wäre unschweizerisch." 
Aus der Ansprache von Bundespräsident Willi Ritschard zum Nationalfeiertag 1978 - https://www.admin.ch/gov/de/start/dokumentation/reden/ansprachen-zum-nationalfeiertag/1978.html

Ein Bibelvers - Psalm 24,1-5
"Ein Psalm Davids. Dem HERRN gehört die Erde und was sie erfüllt, der Erdkreis und die ihn bewohnen. Denn er ist es, der sie auf Meeren gegründet, über Strömen fest errichtet hat. Wer darf hinaufziehen zum Berg des HERRN, wer an seine heilige Stätte treten? Wer reine Hände hat und ein lauteres Herz, wer nicht auf Nichtiges seinen Sinn richtet und nicht falsch schwört. Der wird Segen empfangen vom HERRN und Gerechtigkeit vom Gott seiner Hilfe."

Eine Anregung
Hörenswert ist der Beitrag bei Lifechannel zur Schweizerischen Nationalhymne. Die Gesangsvorträge sind nicht immer über jeden Zweifel erhaben, aber sie kommen von Herzen: https://lifechannel.ch/leben/gesellschaft/im-brennpunkt/schweizer-woche-unsere-nationalhymne/
Krieg und Widerstand, die Schönheit des Landes, die Monarchie sowie die Religion: Welche Hintergründe andere europäischer Nationalhymnen haben, erfährt man hier: https://rp-online.de/panorama/ausland/hymnen-und-ihre-bedeutung_iid-23676951
Ab 12 Uhr kann man per Livestream an der Bundesfeier auf dem Rütli mit Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga teilnehmen: https://youtu.be/hQuS-Slnnlw

Montag, 21. Oktober 2019

Klimademo und Klimawahl

Klimademo in BernAm 28. September konnte ich an der grossen Demonstration «Klima des Wandels» in Bern mit dabei sein. Es war ein Vergnügen, Teil zu sein der fröhlich-bunten Menge. Selten habe ich mich so sehr «in der ganzen Schweiz» gefühlt, inmitten von Französisch, Deutsch, allen Generationen, Jazz, Folk und Rock, die oft unerwartet ertönten, Lustigem, Skurrilem und Ernstem. Alles beisammen, wie ein grosses Fest. Es war sehr ermutigend in einer so grossen Gruppe zu sein, die sich für dieses Thema einsetzt.
Neben den heiteren, lustigen und ermutigenden Eindrücken sind in mir der Wunsch und die Hoffnung geblieben, dass die wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger das Thema des verantwortlichen Umgangs mit der Schöpfung nicht nur als individuelle Tugend und persönliches Streben sehen, sondern die politischen Konsequenzen ziehen und dementsprechend ihre Stimme bei den Wahlen am 20. Oktober eingelegt haben. 
Die aktuellen Ergebnisse der Wahlen stimmen hoffnungsvoll.


Sonntag, 27. Januar 2019

Die Chance der Zersiedlungsinitiative

Zersiedlungsinitiative
Mit «Zersiedelung stoppen – für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung» (Zersiedlungsinitiative) gibt es in der nächsten Abstimmung am 10. Februar die Gelegenheit etwas zu unternehmen, damit in der Schweiz unbebaute Flächen bestehen bleiben, damit es schwerer wird, Grünflächen neu zu überbauen, aber leichter, nachhaltiges Wohnen zu planen und einzurichten.
Ich höre Schweizer immer wieder liebevoll und schätzend über ihre Heimat reden, wie reizvoll die Berge, wie lieblich die Wiesenlandschaften und wie belebend die herrlichen, sauberen Gewässer sind. Mit vielen Nicht-Schweizern kann ich bestätigen, dass dieses Stück Erde sehr anziehend ist. Jedoch frage ich mich, wie lange es diese schönen Gegenden noch gibt, weil Asphalt und Beton überall wachsen. Für diese Initiative spricht also, dass sie die wunderschöne Schweiz erhalten möchte. 
Es spricht noch mehr dafür: die Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen. Ich fand die Jugendlichen sehr beeindruckend, die in den letzten Monaten in Kanada, Schweden, Australien und Katowice (Polen) für ihre Rechte eingetreten sind, in der Zukunft in einer Welt leben zu dürfen, in der Leben möglich ist. Sie rügen alle für ihre Feigheit und ihre kurze Sicht, welche gestern und heute gewählt wurden und entschieden haben. Ich meine, zurecht.
Jemand sagte zu mir, er würde diese Initiative nicht unterstützen, weil er liberal – freiheitsliebend – wäre. Für ihn sind politische Vorschriften also freiheitshemmend. Auf diese Weise werden politische Vorschriften, die Konsumenten und schwächere Handelsparteien beschützen, häufig schlecht geredet. Steuersenkungen und Freihandelsabkommen gelten dann nicht als freiheitshemmend, obwohl sie auch regulieren!
Ich sehe in der Geschichte viele Beispiele, bei welchen politische Entscheide Gutes bewirkt haben: saubere Gewässer, Geräte, die weniger Energie verbrauchen und gute medizinische Praktiken. Fast jedem Schritt wurde zuerst mit Unbehagen begegnet, und doch wurden genau diese Vorschriften dann zu Impulsen, Besseres zu entwickeln. Im Nachhinein gehören sie dann zu unserem erfreulichen Alltag.
So scheint mir die Zersiedlungsinitiative eine gute Chance zu sein, sich für die Zukunft einzusetzen, eine Zukunft, in der die nächsten Generationen auch noch etwas von der schönen Schweiz haben und in der Menschen gut und gerne leben können.

Mittwoch, 20. Januar 2016

Durchsetzungsinitiative: Schweizer treten nicht!

Nein zur Durchsetzungsinitiative
Nein, das bin ich nicht.
Nein, das bin ich nicht. Dieses weisse SVP-Schaf, das auf der Grafik zur Durchsetzungsinitiative ein schwarzes Schaf tritt, bin ich nicht. Ich bin nicht gewalttätig. Ich will das auch nicht sein. Gegen keinen Menschen.
Meine Schweizer Eltern haben mich gelehrt, dass man anderen Menschen absichtlich keine Schmerzen zufügt.
So wie sie es von ihren Schweizer Eltern gelernt haben. Meine Grosseltern waren dieser Überzeugung, gerade auch weil sie zwei Weltkriege miterlebt haben.
Als Christ steh ich zudem auf der Seite des Geschlagenen am Kreuz, und nicht auf Seiten der Schläger. Schon gar nicht, wenn diese Zutretenden nationalistische Verachtung in Gesetzten verankern wollen. Lieber lasse ich, wie der gute Hirte in einer Geschichte von Jesus (Lukas 15), 99 anständige, blöckende Schafe allein, und gehe dem einen, schwarzen Schaf nach – und nicht um es zu treten. Bestimmt nicht.
Ob schwarz, ob weiss auf roten Grund – ich bin nie auf der Seite der Tretenden. Auch nicht der demokratisch Zutretenden. Auch nicht der moralisch Zutretenden. Ich bin immer auf der Seite der Getretenen; ob schwarz, ob weiss auf rotem Grund...
Das weisse, zutretende Schaf ist ein trauriges Bild für die Schweizer Bevölkerung. Es verletzt mich in meinem Stolz für dieses schöne, freie, friedliche, christlich geprägte Land.
Nein, das bin ich nicht. Basta.

Siehe auch die Stellungsnahme des Ausschusses Kirche und Gesellschaft zur Durchsetzungsinitiative!