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Donnerstag, 27. Mai 2021

Das Klima braucht alle

Ein Gedanke

Das Klima und die Wetterkapriolen (Gallen 2017)
Foto © Jörg Niederer
"Wir sind die letzte Generation, die eine realistische Chance hat, eine Klimakatastrophe abzuwenden." Linus Steinmetz, Fridays for Future

Ein Bibelvers - Matthäus 18,3

"Dann sagte Jesus: Amen, das sage ich euch: Ihr müsst euch ändern und wie die Kinder werden. Nur so könnt ihr ins Himmelreich kommen."

Eine Anregung

Der 27. Mai steht in der Schweiz für den Nationaler Klimatag. Über 40 Expert*innen präsentieren und diskutieren  Lösungen gegen den Klimawandel in den Bereichen Einkaufen, Ernährung, Wohnen und Mobilität. Das ganze Programm wird auf der Webseite von https://klimatag.ch/programm übertragen. Zudem sendet Radio Energy live vom Bundesplatz Bern. Durch das Programm führen Mélanie Freymond und Susanne Kunz.

Hinter der Aktion steht die AEE Suisse und ihre Partner, darunter auch die Swisscom, C&A, die SBB oder Mobility. Unter dem Label "Mission Zero" soll der ökologischen Fussabdruck gesenkt und die Schweiz bis spätestens 2050 klimaneutral werden. Dies soll weitgehend auf freiwilliger Basis geschehen.

Aktuell werden auch Klimaversprechen gesammelt: So kann man sich beispielsweise für eine Zeit der veganen Ernährung verpflichten, oder für Hahnenwasser statt abgefülltes Mineralwasser.

Diese Klimaversprechen erinnern mich an die "Aktion lohnender Verzicht" oder wie es jetzt heisst "time:out": https://www.timeoutschweiz.ch, jedoch mit einer Fokussierung auf das Klima. Und das Klima hat alle Anstrengungen nötig, auch die freiwilligen.

Jörg Niederer ist Mitglied im Ausschuss Kirche und Gesellschaft der EMK Schweiz-Frankreich-Nordafrika

Freitag, 30. April 2021

Veränderungen ernst nehmen

Ein Gedanke

Der Erdgletscher zerstört Wege und schafft neue Gefahren
Foto © Jörg Niederer
"Seit der Jahrtausendwende haben die Gletscher rund 17 Prozent ihres Volumens verloren. Besonders die Schweizer Gletscher schmelzen rapide." https://www.wwf.ch/de/stories/vom-sterben-der-gletscher

Ein Bibelvers - 2. Mose 34,6+7

"Der Herr ging an ihm vorüber. Mose rief: 'Herr, Herr, Gott! Du bist reich an Barmherzigkeit und Gnade, unendlich geduldig und voller Güte und Treue. Tausende lässt du deine Güte erfahren. Du vergibst Schuld, Vergehen und Sünde. Ungestraft aber lässt du nichts. Du verfolgst die Schuld der Väter an Kindern und Enkeln bis in die dritte und vierte Generation.'"

Eine Anregung

Der Gletscher ist Luftlinie 7.5 Kilometer von der Evangelisch-methodistischen Kirche in St. Gallen entfernt. Wer sich auskennt, wird sagen: Das kann nicht sein. Der Blauschneegletscher auf dem Säntis ist weiter weg, und es gibt ihn schon fast nicht mehr.

Ich rede aber auch nicht von einem Eis-, sondern von einem Erdgletscher. Wie das Eis eines Alpengletschers bewegt sich das Erdreich des Erdgletschers unmerklich und unaufhaltsam zu Tal.

Im vergangenen schneereichen, nassen Winter bewegte er sich mehrere Meter das Goldachtobel hinab und zerstörte eine Strasse.

Erdgletscher und Klima haben eines gemeinsam: Die Veränderung geschieht für unser Empfinden so gleichmässig, dass wir sie übersehen würden, wären da nicht die grösseren Verwerfungen. Veränderungen müssen ernst genommen werden. Es braucht ein Umdenken und eine Anpassung unserer inneren Gefahrenkarte. An der Volksabstimmung vom 13. Juni beschäftigen sich gleich drei Vorlagen mit diesen Themen. Neben dem CO2-Gesetz sind es die Initiativen "Für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung" und "Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide".

Der Erdgletscher lässt sich nicht aufhalten. Aber gegen selbstverursachte Klimaerwärmung und Umweltbelastung können wir etwas tun. Ja, wir müssen etwas tun. Sonst geht die Zukunft unserer Kinder den Bach hinunter.

Ein Beitrag für "Kirche und Welt", 3/2021

Montag, 24. August 2020

Ökoschulden sind Ehrenschulden

Ein Gedanke
Klimastreik 2019 in St. Gallen
Foto © Jörg Niederer
"Wenn Dad den ersten Wochenlohn nach Hause bringt, ist Mam entzückt, weil sie den reizenden italienischen Mann im Lebensmittelladen  bezahlen kann, und sie kann wieder erhobenen Hauptes vor die Tür gehen, denn es gibt nichts Schlimmeres auf der Welt, als jemandem etwas schuldig zu bleiben und für etwas verpflichtet zu sein." Aus: Frank McCourt, Die Asche meiner Mutter - Irische Erinnerungen

Ein Bibelvers - Psalm 24,1
"Gott gehört die Erde und was sie erfüllt, der Erdkreis und die ihn bewohnen."

Eine Anregung
Seit zwei Tagen lebt die Menschheit auf Pump. Bis zum 22. August haben wir soviel Kohlenstoff produziert, wie die Erde in einem Jahr abbauen oder einlagern kann. In diesen nicht ganz ersten acht Monaten haben wir die Nahrung und das Wasser für ein ganzes Jahr verbraucht.
Wohl durch die weltweite Corona-Krise ist es weniger schlimm als in den vergangenen zehn Jahren, als es schon um den 1. August soweit war. Stillhalten hilft also. Aber wir bräuchten nicht nur einen regional isolierten Lockdown für zwei Monate, sondern wohl einen globalen von einem ganze Jahr.
Die Situation ist bedrohlich. In Anlehnung an das oben zitierte Wort von Frank McCourt könnte man sagen: "Es gibt nichts Schlimmeres auf der Welt, als Gottes Erde etwas schuldig zu bleiben oder für etwas verpflichtet zu sein." Genau das aber sind wir: Der Erde verpflichtet und an ihr schuldig geworden. Wir konsumieren 1,6 Welten, und bezahlen nur für eine Welt. Wenn wir jetzt nicht schnell und konsequent beginnen, Schulden zurückzuzahlen, ist wohl die Entschuldung nicht mehr möglich. Selbst kommenden Generationen könnte das dann nicht mehr gelingen.
Mit Ökoschulden abbauen kann man sofort beginnen: https://reset.org/act/12-tipps-was-du-sofort-den-klimawandel-tun-kannst

Montag, 21. Oktober 2019

Klimademo und Klimawahl

Klimademo in BernAm 28. September konnte ich an der grossen Demonstration «Klima des Wandels» in Bern mit dabei sein. Es war ein Vergnügen, Teil zu sein der fröhlich-bunten Menge. Selten habe ich mich so sehr «in der ganzen Schweiz» gefühlt, inmitten von Französisch, Deutsch, allen Generationen, Jazz, Folk und Rock, die oft unerwartet ertönten, Lustigem, Skurrilem und Ernstem. Alles beisammen, wie ein grosses Fest. Es war sehr ermutigend in einer so grossen Gruppe zu sein, die sich für dieses Thema einsetzt.
Neben den heiteren, lustigen und ermutigenden Eindrücken sind in mir der Wunsch und die Hoffnung geblieben, dass die wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger das Thema des verantwortlichen Umgangs mit der Schöpfung nicht nur als individuelle Tugend und persönliches Streben sehen, sondern die politischen Konsequenzen ziehen und dementsprechend ihre Stimme bei den Wahlen am 20. Oktober eingelegt haben. 
Die aktuellen Ergebnisse der Wahlen stimmen hoffnungsvoll.