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Montag, 21. Oktober 2019

Klimademo und Klimawahl

Klimademo in BernAm 28. September konnte ich an der grossen Demonstration «Klima des Wandels» in Bern mit dabei sein. Es war ein Vergnügen, Teil zu sein der fröhlich-bunten Menge. Selten habe ich mich so sehr «in der ganzen Schweiz» gefühlt, inmitten von Französisch, Deutsch, allen Generationen, Jazz, Folk und Rock, die oft unerwartet ertönten, Lustigem, Skurrilem und Ernstem. Alles beisammen, wie ein grosses Fest. Es war sehr ermutigend in einer so grossen Gruppe zu sein, die sich für dieses Thema einsetzt.
Neben den heiteren, lustigen und ermutigenden Eindrücken sind in mir der Wunsch und die Hoffnung geblieben, dass die wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger das Thema des verantwortlichen Umgangs mit der Schöpfung nicht nur als individuelle Tugend und persönliches Streben sehen, sondern die politischen Konsequenzen ziehen und dementsprechend ihre Stimme bei den Wahlen am 20. Oktober eingelegt haben. 
Die aktuellen Ergebnisse der Wahlen stimmen hoffnungsvoll.


Mittwoch, 15. März 2017

Der Ausschuss Kirche und Gesellschaft empfiehlt ein JA zur Energiestrategie 2050

Albigna-Stausee
Selten klingen kirchliche Dokumente in politischen Gesetzesvorschlägen nach. Doch genau das ist in diesem Jahr der Fall. Das Schweizer Parlament hat vor, das Erzeugen und Nutzen von Energie in Wirtschaft und Gesellschaft in vernünftige und zukunftsorientierte Bahnen zu lenken. Endlich soll nicht länger Atomwirtschaft übermässig subventioniert und Energieverschwendung geduldet werden. Dazu dürfen Schweizer Stimmberechtigte im Mai 2017 ihre Zustimmung zeigen. 
oeku Kirche und Umwelt (http://www.oeku.ch/) beschreibt die wichtigsten Aspekte, die für ein JA sprechen. Methodisten haben es leicht. Denn das Gesetz zeigt sich in grösstem Einklang mit den Sozialen Grundsätzen. Nach dem einleitenden Paragraphen („Die ganze Schöpfung gehört dem Herrn, und wir sind für die Art und Weise verantwortlich, in der wir sie brauchen und missbrauchen“), lesen wir dort zur Verwendung von Energieressourcen:

"Wir anerkennen, dass die nichtmenschliche Schöpfung einen ihr innewohnenden Wert besitzt. Wir unterstützen und fördern deshalb soziale Maßnahmen, die auf eine vernünftige und zurückhaltende Umwandlung von Rohstoffen in Energie zum Nutzen des Menschen ausgerichtet sind. Weiter unterstützen wir Maßnahmen, die solche Technologien der Energieerzeugung unwichtig oder überflüssig machen, welche die Gesundheit, die Sicherheit oder gar die Existenz der menschlichen und nichtmenschlichen Schöpfung in Gegenwart und Zukunft gefährden. Darüber hinaus drängen wir auf eine kompromisslose Unterstützung des Energiesparens und der verantwortlichen Entwicklung aller Energieressourcen – mit einem besonderen Anliegen für die Entwicklung erneuerbarer Energiequellen – sodass die Erde als gute Schöpfung bewahrt bleibt."

Auch wer eher meint, die Energiestrategie 2050 sei noch zu zaghaft, soll wenigsten das darin Geforderte unterstützen, und am 31. Mai 2017 mit Ja stimmen.

Sonntag, 1. Januar 2017

Die Jahreslosung und das Soziale Bekenntnis

Jahreslosung zum Sozialen BekenntnisIm Dezember 1907 gegründet, legte die "Methodist Federation for Social Service" an der Generalkonferenz von 1908 in Baltimore die Urform des später als "Soziales Bekenntnis" benannten Textes vor. Die Kirche verpflichtete sich darin, für die Rech-te der arbeitenden Menschen einzutreten: für einen Existenzlohn, für einen arbeits-freien Tag in der Woche, für den Schutz der Gesundheit im Arbeitsprozess, und für die Abschaffung der Kinderarbeit. Dieses "Soziale Bekenntnis" bekam ökumenische Bedeutung, indem es im selben Jahr vom "Federal Council of the Churches of Christ in America" leicht verändert übernommen wurde.

Das Soziale Bekenntnis der EMK1972 wurde das bisherige Soziale Bekenntnis in zwei Teile gegliedert: Die Sozialen Grundsätze und das neue Soziale Bekenntnis. In der aktuellen Grafik zur EMK-Jahreslosung nimmt die Künstlerin Doris Schnell die vier Themenbereiche dieses Sozialen Bekenntnisses auf: Umwelt, Gemeinschaft, Gerechtigkeit und Wort Gottes. Spannend!

Mehr zum Sozialen Bekenntnis unter http://soziales-bekenntnis.ch.

Ein Beitrag für "Kirche und Welt", 1/2017

Freitag, 12. Dezember 2014

Ein Missionar für die Schöpfung – mit einem Team in Peru den Opfern des Klimawandels begegnet

Ein Reisebericht von Marietjie Odendaal

Anahi Alberti D'Amato, Bischof Aguilar und Annie Solis
Das General Board of Global Ministries (GBGM) – das Missionsorgan der weltweit tätigen United Methodist Church – hat einen Missionar mit dem Auftrag berufen, sich für die Schöpfungsgerechtigkeit einzusetzen. Denn Christen stehen wir nicht nur in Beziehung zu Gott und zueinander, sondern zu allen Geschöpfen und zur ganzen Schöpfung. GBGM hat erkannt, dass es der christliche Auftrag ist, sich als Zeugen von Gottes Liebe mit leidenden Menschen überall auf der Welt zu verbünden, aber auch mit der Erde, die das Leben von allen bestimmt. In diesem Sinne ist Pat Watkins nun Missionar für die Schöpfung. Er hat ein sechsköpfiges Team aus verschiedenen Regionen und Kontinenten.

Dieses Team (ich bin die Delegierte aus Europa) trifft sich in diesen Tagen zum ersten Mal in Peru, zur selben Zeit in der der 20. UNO-Klimagipfel in Lima stattfindet. Das Programm besteht darin, einander kennenzulernen und unser Projekt miteinander abzusprechen. Wir treffen uns auch mit Mitgliedern der Methodistischen Kirche in Peru. Von diesen Besuchen möchte ich gerne einige Eindrücke teilen.

Zwei Drittel der Mitglieder der Methodistischen Kirche in Peru sind indigen und leben im Anden-Hochland. Wir haben zwei Gemeinschaften besucht und von ihnen gehört, wie sie klimatischen Veränderungen sich bei ihnen auswirken. Beide Gemeinschaften leiden unter Wassermangel. Ihre Ernte ist gefährdet, die Zukunft scheint sehr unsicher. Sind sie schuld daran? Das ist teilweise ihre Sorge. Eine dieser Gemeinschaften lebt unter dem Schatten eines globalen Konzerns, der Interesse hat an ihrem gemeinsames Land, um dort vorhandenen Bodenschätze abzubauen. Es ist nicht sicher, dass sie sich gegen  das Lobbying des Konzerns behaupten können.

Wir haben uns mit dem Bischof von Peru, Samuel Aguilar, getroffen. Auch er versteht den Auftrag der Kirche, Zeugen Jesu Christi zu sein und einander zu dienen, als unmittelbar verknüpft mit dem Auftrag, die Erde als Gottes Schöpfung zu schätzen und zu schützen. Deswegen leitet er eine Arbeitsgruppe, die sich der Bewahrung der Schöpfung widmet. Der Bischof reagiert damit auf die Nöte von Kirchenglieder, die ihren Lebensunterhalt verlieren und deren Rechte verletzt werden. Wie kann die Kirche helfen, und nicht jeder für sich alleine ums Überleben kämpfen muss? Wie kann die Kirche die bevorstehenden Herausforderungen bewältigen? 

Ich frage mich, wie wir in Europa uns mit diesen Geschwistern in Peru, in Lima und auf der Hochebene, zusammenschliessen können. Ich frage mich, wie unser Leben in der Schweiz und in Frankreich die Not unserer Geschwister lindert oder vermehrt. Ich frage mich, welche Möglichkeiten wir haben, in unserem Alltag unserer „Verbundenheit über Kontinente hinweg“ gerecht zu werden. Ich frage mich, ob wir uns von der interreligiösen Kommission in Peru mit ihrem Spruch, „Die Zukunft des Planeten ist in unseren Händen“ ansprechen lassen. Ich frage mich, wie wir dazu beitragen, dass unsere Nachfolge Jesu Christi gerecht wird, dass das Wort Fleisch geworden ist, also Erde von unserer Erde.

Siehe auch:
Botschaft des GBGM-Generalsekretärs Thomas Kemper an die Beteiligten des Climate Summit in Lima/Peru