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Freitag, 24. Mai 2013

Kleidertausch und mehr Rechte für Arbeiterinnen in Textilfabriken


Walk-in Closet - Kleidertauschbörse Winterthur, Salzhaus
Überquillt dein Kleiderschrank? Am 25. Mai werden in Winterthur zünftig Klamotten getauscht! Eintritt für alle, die gut erhaltene Stücke mitbringen, auch Taschen, Schals, Schuhe, Jacken und Schmuck. Die Salzhausbar hat extra für euch geöffnet! Anstatt direkt an der Börse kannst du die Sachen auch ab 10 Uhr ins Salzhaus bringen. Die Börse ist von 13.00 bis 17.00 geöffnet. 

Im Auftrag der Erklärung von Bern werden einige Kolleginnen und ich anwesend sein und Informationen weitergeben über die Situation von Arbeiterinnen in Textilfabriken und dazu auch Unterschriften sammeln für besser Arbeitsbedingungen und Existenz sichernde Löhne.

Mehr zum Kleidertausch und Kleidern überhaupt erfährt man unter:




Wir freuen uns auf dich und deine Garderobe!

Ein-Wurf von Heiner Studer


Altenpflege - Ehre Vater und Mutter
Als wir als Familie in den oberen Teil meines Elternhauses zogen, konnten unsere Töchter auch mit Grosseltern aufwachsen. Dies war eine Bereicherung für alle. Meiner Frau und mir war bewusst, dass die Zeit kommen kann, in der wir für meine Eltern mehr Mitverantwortung zu tragen haben.
Eines Tages lasen meine Eltern nach dem Frühstück miteinander den Tagestext des Abreisskalenders der EMK. Anschliessend auf dem Weg an eine Beerdigung starb mein Vater unvermittelt und ohne Schmerzen. Er starb so, wie er es wünschte: plötzlich und niemandem zur Last fallen zu müssen.
Meine Mutter erkrankte an Alzheimer. Schwierig war die längere Zeit des Übergangs von der Vergesslichkeit bis zum Tag, an dem sie in ein Pflegeheim eintreten musste. Wir besuchten sie jeden Sonntagnachmittag. Diese Besuche waren kein Muss, sondern es geschah aus Dankbarkeit. 
Die Beziehung über die Generationen hinweg ist ein Geben und Nehmen. Je nach Situation kann dies entlastend oder auch belastend sein. Dabei ist immer wieder die Frage zu bedenken, wieviel die ältere Generation von der jüngeren und wieviel die jüngere Generation von der älteren erwarten darf. 
Wesentlich darf für uns Christen sein, dass auch diese Beziehungen aus der Freiheit heraus geschehen dürfen und keine Pflichtübung sein sollen.

Erschienen in "Kirche und Welt", 5/2013 - Heiner Studer ist Mitglied im 
Ausschuss Kirche und Gesellschaft der EMK Schweiz-Frankreich

Mittwoch, 3. April 2013

Wiedergutmachung muss mehr sein als nur ein „Pardon“


Heinrich Bolleter, Bischof i. R.
Verdingkinder, Heimkinder, administrativ Versorgte, Zwangssterilisierte und andere Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen, wie auch Kinder der Landstrasse, sie sind zu einem Gedenkanlass für Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen eingeladen. Im Brief aus dem Departement von Bundesrätin Somaruga heisst es: „Bis im Jahr 1981 wurden in der Schweiz Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen. Viele Opfer haben dabei grosses Leid erfahren, das ihr Leben massgebend geprägt hat und noch bis heute prägt. Dieses dunkle Kapitel in der Geschichte unseres Landes soll nicht in Vergessenheit geraten. Es ist uns ein grosses Anliegen, Sie und Ihre Begleitung zu einem Gedenkanlass einzuladen, an dem Sie im Zentrum stehen. Wir möchten damit einen Beitrag zur Anerkennung der schwierigen Umstände, in welchen Sie aufgewachsen sind, leisten.“ Anerkennung ist ein wichtiger Schritt; aber von Wiedergutmachung redet kaum jemand.
Am 11. April findet dieser Anlass im Kulturcasino Bern um 15.00 Uhr statt.
Nähere Angaben zu dieser schmerzlichen Thematik finden sich auf
http://www.fuersorgerischezwangsmassnahmen.ch
Es ist nur billig und recht, wenn die Kirchen zugeben, dass sie in diesem Problemfeld sich nicht eingemischt oder gar komplizenhaft mitgewirkt haben. Ein Grund, diese Geschichte heute nicht zu verschweigen.

Montag, 1. April 2013

Ein-Wurf von André Töngi


Teenie"Unsere Jugend ist heruntergekommen und zuchtlos. Die jungen Leute hören nicht mehr auf ihre Eltern. Das Ende der Welt ist nahe." Wie alt schätzen Sie diesen Spruch? - Man fand ihn in einem Keilschrifttext aus Babylon. Er wurde ungefähr 2000 Jahre v. Chr. verfasst.
Von wegen früher war alles besser! Immer wieder reiben sich Familien aneinander. Auch in der Bibel. Ich lade Sie ein, die Schöpfungsgeschichte einmal mit anderen Augen zu lesen. Könnte der Sündenfall nicht auch etwas mit der Pubertät zu tun haben? Adam und Eva, die vorher in kindlicher Unschuld gelebt haben, drängt es, zu den Grossen zu gehören. Doch statt der versprochenen Allwissenheit spüren sie zuerst einmal Scham und Angst. Nicht mehr Kind, aber auch noch nicht ganz erwachsen: Die Pubertät ist eine der schwierigsten Phasen im Leben eines Menschen.
Und Gott? Er wirft die beiden aus dem Paradies. Er weiss, er muss sie loslassen, der Welt anvertrauen. Doch er sorgt für sie, kleidet sie und begleitet sie aus einer gewissen Distanz.
Mir als Vater hilft dieser Text. Er schenkt mir Vertrauen, meine Kinder aus der Hand zu geben. Sie sind nicht verloren.

Erschienen in "Kirche und Welt", 4/2013 - André Töngi ist Mitglied im Ausschuss Kirche und Gesellschaft der EMK Schweiz-Frankreich

Mittwoch, 27. März 2013

Ein-Wurf von Silvia Tapis


ArmutIch habe maximal 1300 Zeichen, um darüber zu schreiben, wie man Armut vermindern könnte. Das wird extrem knapp. Nein, das reicht niemals! Was soll ich mit so wenig Zeichen schreiben? Kurz aber heftig den Moralapostel spielen? Wohl eher nicht - wobei, was für einen Kaffee trinken Sie da gerade? Das sind doch hoffentlich Fairtrade-Kaffeebohnen? Nein! Oh, gar nicht gut! O.k., lassen wir das. Armut hat es schon immer gegeben und wird es auch nach dieser Kolumne noch geben.
1300 Zeichen... hätte ich doch 1300 Franken. Einfach so. Würde ich sie vielleicht spenden. Aber welches wäre die richtige Hilfsorganisation? Und woher weiss ich, dass mein Geld wirklich dort ankommt, wo Hilfe gebraucht wird? Kenne ich da nicht jemanden, der mal eine Hilfsorganisation besuchte?
Ach, da behalte ich das Geld doch lieber selber.
Es kann ja auch nicht falsch sein, sich mal etwas zu gönnen. Das Geld würde wohl gerade für einen Diamantohrring reichen... Wobei das mit den Diamanten ist wohl so eine Sache... Aber wo war ich? Ach so, schon am Schluss. Entschuldigung, ich war gerade ein wenig abgelenkt. Hätte ich doch bloss diese 1300 Zeichen sinnvoller genutzt.
Beginnen Sie, bevor es zu spät ist!

Erschienen in "Kirche und Welt", 3/2013 - Silvia Tapis ist Mitglied im Ausschuss Kirche und Gesellschaft der EMK Schweiz-Frankreich

Dienstag, 26. Februar 2013

Juden und Christen

 
Am vergangenen Samstag in Hohenems im Vorarlberg: einst war jeder 6. Einwohner jüdisch, es gab eine Christen- und eine Judengasse. Keine Ghettoisierung der Juden, sondern friedliche Koexistenz, wo auch Juden in der Christengasse wohnten und umgekehrt. Noch heute ist das jüdische Viertel die Hauptattraktion. Ein jüdisches Museum erzählt die Geschichten dazu. Ein Ausflug wert. 2-3 km von der Schweizer Grenze entfernt und darum wahrscheinlich kaum bekannt in der Schweiz.
Der Vers erinnert an das jüdisch-christliche Grundverständnis gegenüber dem Fremden.

Freitag, 1. Februar 2013

Ein-Wurf von Ursula Brunner


Kürzlich war ich an einem Weiterbildungskurs zum Thema «Geschichten erzählen». Mit einigen Holzstecken, einem Kerzli und ein paar glänzenden Papierschnitzeln zog uns die geübte Erzählerin völlig in den Bann eines altbekannten Märchens. Ich liebe es, jemandem zuzuhören, der Geschichten so erzählen kann, dass sie zu leben beginnen. Ich liebe es, wenn jemand etwas so schildern kann, dass sich mein Blick darauf verändert, verschärft oder sogar verklärt.
Wie schön wäre es, wenn ich die Kunst des Geschichtenerzählens beherrschte! Wie gern würde ich mit einem wallenden Mantel dastehen und aus seinen Taschen immer wieder etwas Passendes zur Geschichte herauszaubern! Und wenn ich dann auch noch meine eigene Glaubensgeschichte, die mich verändert hat, so lebendig erzählen und illustrieren könnte...
Stimmt, jetzt kommt es mir wieder in den Sinn: ich wollte sie schon lange in ungefähr 100 Worten weitergeben können. - Genug überlegt, jetzt probiere ich es einfach aus!

Erschienen in "Kirche und Welt", 2/2013 - Ursula Brunner ist Mitglied im Ausschuss Kirche und Gesellschaft der EMK Schweiz-Frankreich