Wir empören uns mit Recht; wir fühlen uns ohnmächtig gegenüber den Mächtigen.
Darf ich hier ganz leise zurückfragen? Spielen Sie nicht selbst auch irgendwo Machtspielchen? Könnte das Wort Jesu vom Splitter im Auge des anderen und Balken im eigenen auch hier gelten? Wo geht es mir ums "Recht-haben"? Meinen Vorteil und Einfluss? Wo handle ich egoistisch? "Wer unter euch der Erste sein will, soll zum Dienst an allen bereit sein, so wie ich es tue" (Markus 10, 44f), sagt Jesus. Er sagte es nicht nur. Er tat das.
Wollen wir uns dem radikal anderen Weg verschreiben, im Gesellschaftlichen wie im Privaten? Statt Machtkampf das Wohl aller suchen?
Elisabeth Roser ist Mitglied im Ausschuss Kirche und Gesellschaft der EMK Schweiz-Frankreich




