Ein Gedanke
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| Foto © Jörg Niederer |
Das grösste Lebewesen der Erde ist mit 150.000 Quadratmetern Ausdehnung und 100 Tonnen Gewicht ein Pilz, ein Hallimasch.
Ein Bibelvers - Matthäus 6,4
"Aber (Gott) dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird dich dafür belohnen."
Eine Anregung
Winzige Pilze äugen zwischen Steinen und Pflanzen aus dem Boden und zeigen ihre verletzlichen Hüte. Diese Fruchtkörper sind der sichtbare, und meist kleinste Teil des Pilzes. Das unterirdische Myzel verzweigt sich dagegen weit, wirkt zersetzend und bodenanreichernd.
Da ist eine Sache, die zwar klein ist aber oberflächlich sichtbar. Genau diese Winzigkeit fällt auf, stört, irritiert. Und nur diese Winzigkeit wird ganz wichtig, und all die verborgene, unsichtbare Sorgfalt und Umsicht spielt keine Rolle mehr.
Anders herum: An dieser kleinen Sache, ob nun gut oder nicht, erahne ich in der Tiefe verborgen die eigentlichen Schätze.
Was siehst du? Heute Donnerstag, 3. September 2020, 18.00 - 20.00 Uhr findet eine ökumenische Auftaktveranstaltung zur Schöpfungszeit im Botanischen Garten St. Gallen an der Stephanshornstrasse 4 statt. Hier geht es zum Flyer https://emk-st-gallen.ch/wp-content/uploads/sites/9/2020/07/GFS-Sch%C3%B6pfungsauftakt_Flyer_A5.pdf
Ein Gedanke
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| Foto © Jörg Niederer |
Überlebensgebot: Du musst den Stier nicht bei den Hörnern packen.
Ein Bibelvers - Psalm 71,8+9
"Gott, mein Mund sei voll deines Lobes, deines Ruhms den ganzen Tag. Verwirf mich nicht in der Zeit des Alters, wenn meine Kraft schwindet, verlass mich nicht."
Eine Anregung
In der Bibel steht der Stier sinnbildlich für geduldig und beständig ausgeübte Kraft. Wie geduldig dieser Stier beim Bergmattenhof am Hügelzug Blauen ist, wollte ich nicht ausprobieren. Die Juraweide ist riesig, aber der Muni hatte sich mit seiner Herde direkt auf dem Wanderweg ViaSurprise gemütlich niedergelassen. Zum Glück bin ich nicht weitergegangen. Das wäre ein böse Überraschung geworden. Gegen den Kerl hätte ich keine Chance gehabt. Auf einem weiten Umweg verliess ich die Weide über ein Torgatter.
Als ich dann in sicherer Distanz wieder in die Nähe der Herde kam, liess mich der Bulle nicht aus den Augen, bewachte seine Kühe und Kälber in vorbildlicher Weise. Mich fasziniert diese geballte Ladung Kraft. Und ich bewundere den Umgang der Bauern mit diesen Tieren.
Doch was ist, wenn die Kraft schwindet, wenn die Muskeln erschlaffen, wenn ich nicht mehr mithalten kann mit den neuen Starken? Dann muss ich mich wohl oder übel auf diese Erstarkten verlassen - und auf Gott, dessen Lob ich weiter singen will.
Nebenbei: Als ich die Weide verliess, bin ich beinahe vom Regen in die Traufe geraten. Denn ohne es zu wissen landete ich im Gehege der Kamele. Beim Stall sind wir uns begegne, wobei die Kamele noch ein bisschen mehr über den unerwarteten Gast erschraken als ich über sie.
Am Donnerstag, 3. September 2020, 18.00 - 20.00 Uhr findet eine ökumenische Auftaktveranstaltung zur Schöpfungszeit im Botanischen Garten St. Gallen an der Stephanshornstrasse 4 statt. Hier geht es zum Flyer https://emk-st-gallen.ch/wp-content/uploads/sites/9/2020/07/GFS-Sch%C3%B6pfungsauftakt_Flyer_A5.pdf
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| Foto © Jörg Niederer |
Dieses Jahr macht oeku: Kirche und Umwelt auf unsere Augen aufmerksam. Wie wunderbar unsere Augen sind, merke ich jedes Mal, wenn ich fotografiere: die Mischung aus Weite, Fokus, Schärfe, Tiefe, Kontrast und Farbe übersteigt das, was meine Kamera schafft, bei Weitem.
Was wir mit dem Auge sehen, beeinflusst unser inneres Auge, die Bilder die in uns leben und wirken. Was wir sehen, bestimmt also, was wir denken und wie wir handeln.
Es gibt Dinge, die wir immer wieder sehen, wie geliebte Gesichter oder den Frühling. Dann schärft die Wiederholung unser Sehen. Bei anderen Bildern, zum Beispiel von überfüllten Flüchtlingsbooten oder sterbenden Wäldern, werden wir allmählich "blind". Das hat damit zu tun, dass wir nicht nur mit dem Auge sehen, sondern auch mit dem Herzen und dem Verstand. Sie bestimmen den Rahmen, durch den wir sehen.
Eine Kamera zeigt auch schön, wie ein Rahmen das, was wir sehen, beeinflusst. Der Rahmen verändert sich durch die Einstellung der Grösse oder mit einem neuen Winkel. So steht etwas neu im Zentrum oder der Hintergrund wird deutlicher.
Alltäglich bieten Nachrichtensendungen, politische Kampagnen, und der Dorftratsch uns Bilder in bestimmten Rahmen. Wir haben wenig Einfluss auf diese Bildern, die vor unsere Augen auftauchen. Wir können jedoch Einfluss nehmen auf den Rahmen, durch den wir schauen, und damit auf das, was wir sehen und was unser Handeln bestimmt.
Wenn Jesus von der kommenden Gottesregierung spricht, wenn er diese mit Bildern von Lilien und Vögeln beschreibt, bietet er uns einen Rahmen fürs Sehen. Den Rahmen, durch den er sieht, stellt Menschen neu ins Zentrum und stellt auch unerwartete Menschen ins Zentrum. Mit seinem Rahmen würdigt er die Erde, auf der er unterwegs ist. Das, was er so wahrnimmt, bestimmt sein Handeln. Es könnte auch unser Handeln bestimmen, mit ihm hinzuschauen.
Marietjie Odendaal, Kirche und Gesellschaft
«He, gots no!» riefen die beiden Jugendlichen am Bahnhof aus, als ich versuchte, meine leere Flasche im zwischen ihnen stehenden PET-Container zu entsorgen. Ich konnte ja nicht wissen, dass es ihr Transportgefäss ans Open-Air Frauenfeld war. Normalerweise werden Grüncontainer, dafür zweckentfremdet. Unzählige enthalten in der Festival-Zeit keinen Bioabfall, sondern Kleider, alkoholische Getränke, Zelte, Verstärker, und was man halt so für einen gediegenen Aufenthalt unter freiem Himmel braucht.
Wenn die Musikbegeisterten wieder abreisen, sind manche Grüncontainer deutlich leichter und leerer. Zurück auf dem Gelände bleiben von den 180'000 Hip-Hopern 297 Tonnen Abfall. In diesem Jahr sei weniger liegengelassen worden, meinte der Sprecher Joachim Bodmer vom Open Air Frauenfeld. Aber: «… man hat nicht den Eindruck, dass die Klimaschutz-Debatte einen grossen Einfluss gehabt habe».
Dabei ist das gar nicht so viel Abfall: Nur 560 Gramm pro Kopf und Tag. Zu Hause – in den eigenen vier Wänden – sind es nämlich fast 2 kg. Vielleicht sollten wir mehr an Open Airs und mehr «in uns» gehen.
Die ökumenische Schöpfungszeit geht zu Ende. Dieses Jahr wurden wir eingeladen, unser Ohr für die Schöpfung zu öffnen, uns für den Klang der Schöpfung bereitzuhalten.
Ich habe mich gefragt, was solch ein geöffnetes Ohr denn bewirkt. Meine Antwort lautet: Staunen. Ich weiss nicht schon alles, sondern bin Neuem begegnet und habe Neues wahrgenommen.
Ich erinnere mich, wie ich im Sommer an einem Teich einen Glockenton hörte, der über das Wasser herüber klang. Woher stammte er? Was für ein Wesen, welches Instrument, brachte dieses klingende, bassige bum-bum hervor?
Meine Frage veranlasste mich, die Bäume und Sträucher um den Teich herum abzusuchen, bis ich die Quelle des Klangs entdeckte: im Wasser, an einem Stückchen Zweig hängend, ein knallgelbes Fröschlein, dessen Backen zu kleinen Luftballons aufgeblasen waren, um sein Revier anzukündigen.
Wie schön überraschend! Wie herrlich unpassend! Ein Ohr für das, was ich nicht kannte und nicht gleich einordnen konnte, hat mir diese Entdeckung und dieses Staunen gebracht.
Vor kurzem war ich an einem nassen, nebeligen Herbsttag unterwegs. Und meine Schritte wurden aufgehalten, als ich die einsame Stimme einer Meise hörte. Wo war sie? Ich bin stehen geblieben, bis ich sie sah. Noch ein paar Mal habe ich die hellen Töne durch das Grau um mich herum gehört. Ich bin weiter gegangen, heiterer, aufgehellt und beschenkt.
Diese Momente stärken in mir das Dankbarwerden, das Anerkennen und eine Offenheit für das, was ich noch nicht kenne und vielleicht nie erwartet habe. Sie stupsen mich immer wieder Richtung Staunen, das zuletzt auch ein Staunen über Gott den Schöpfer wird.