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Sonntag, 14. Februar 2021

Valentin macht den Hof

Ein Gedanke

Der Kuss von Pilsen
Foto © Jörg Niederer
"Es geschah am Valentinstag / Als jeder Vogel kam, um seinen Partner zu wählen." Geoffrey Chaucer: Parlement of Foules 1382

Ein Bibelvers - Sprüche 27,19

"Wie ein Mensch im Wasser sein Gesicht erkennt, so erkennt er sich im Herz eines anderen Menschen."

Eine Anregung

Heute ist Valentinstag, der Tag der Verliebten. Den Namen hat der Tag von mindestens zwei Heiligen. Der Brauch selbst könnte jedoch schon vorchristlich sein: Die römische Göttin Juno, deren Gedenktag auf den 14. Februar fiel, galt als Bewahrerin von Ehe und Familie. Und so schenkten schon die Römer den Frauen an diesem Tag Blumen. Andere bestreiten die heidnische Herkunft.

Zurück zu den Heiligen: Bischof Valentin von Treni wurde zum Heiligen durch ein Wunderheilung und durch den Märtyrertod im Jahr 268. Dann ist da noch ein Valentin von Rom, der am 14. Februar 269 ebenfalls den Glaubenstod fand. Letzterer soll Trauungen für Soldaten vollzogen haben, die gar nicht hätten heiraten dürfen. Vielleicht sind die beiden Heiligen aber auch ein und die selbe Person.

In einer Abtei im englischen Winchester liegt die Schädelreliquie eines dritten Valentins, der sich in Afrika den Glauben an Christus auch durch den Tod nicht hatte austreiben lassen.

Der 14. Februar als Festtag der Liebe wird erstmals in der "Charta vom Hof der Liebe" beschrieben. 1400 als Verfassung von König Karl VI. von Frankreich herausgegeben, beschreibt sie ein höfisches Fest, bei dem es um Ritterkämpfe und Wettbewerbe im Rezitieren von Liebesgedichten ging.

Apropos Hof: Sollte an diesem Valentinstag ein Mann einer Frau "den Hof machen", dann ist das auch eine französische Redensart. So wie sich am Hof die Untergebenen um den König bemühten (Dialektwort: "höfele"), so bemüht sich der Mann um die Liebe seiner Angebeteten.

An einem valentinischen Sonntag geht es wohl auch in vielen Kirchen um die Liebe von Gott zu den Menschen und wieder zurück.  

Anders in der Methodistenkirche St. Gallen. Dort ist das Thema die Konversation über den Glauben. Keine leichte Aufgabe. Besonders, wenn man es als Gefangener mit dem jüdischen König zu tun bekommt. Wie Paulus dabei vorgegangen ist, erfährt man ab 10.30 Uhr hier: https://youtu.be/0gKEOm-RojA

Jörg Niederer ist Mitglied  im Ausschuss Kirche und Gesellschaft der EMK Schweiz-Frankreich-Nordafrika

Freitag, 29. Januar 2021

Gegen die Polarisierung hilft nur... Ja was hilft den nun dagegen?

Ein Gedanke

Ernst Hug, Pfarrer in Lyss
Foto © Jörg Niederer
"Glauben und Religion scheinen nicht mehr Boden zu bieten für eine Verständigung, sondern werden zum Munitionslager degradiert und für die eine oder andere Seite instrumentalisiert." Ernst Hug, 1. Unterbrechung

Ein Bibelvers - 1. Johannes 4,20+21 (BasisBibel)

"Wer behauptet: 'Ich liebe Gott!', aber seinen Bruder und seine Schwester hasst, ist ein Lügner. Denn wer seine Geschwister nicht liebt, die er sieht, kann Gott nicht lieben, den er nicht sieht. Dieses Gebot hat uns Gott gegeben: Wer ihn liebt, soll auch seine Geschwister lieben."

Eine Anregung

"Unterbrechung" nennt Pfarrer Ernst Hug seine Videobeiträge. Darin beschäftigt er sich z.B. mit den Werten, die in der heutigen, zunehmend polarisierten Welt helfen könnten, das Gemeinschaftsgefüge zu erhalten. In seinem ersten von fünf "Unterbrechungen" nennt er als Antwort auf mögliche gemeinsame Werte die vierfache Liebe, wie sie Jesus in der Bergpredigt anspricht. Gemeint ist die Liebe zu Gott, die Selbstannahme (also die Liebe zu sich selbst), die Liebe zu Menschen und Mitgeschöpfen, sowie die Liebe und Achtung gegenüber dem Gegner oder der Gegnerin.

Mir stellt sich die Frage, wie wir einer Gewichtung bei dieser vierfach ausgerichteten Liebe entgehen. Im Alltag ist es nicht einfach, ein Gleichgewicht der Liebe zu halten, also Menschen zum Beispiel mit Respekt zu begegnen, die Homosexualität ablehnen, ohne dass dadurch zugleich Homosexuelle vor den Kopf gestossen werden. Ein "Gleichgewicht der liebevollen Abschreckung", darauf darf es ja nun wirklich nicht hinauslaufen.

Auf der Youtube-Seite des methodistischen Ausschusses für Kirche und Gesellschaft kann sowohl der Trailer wie auch die 1. Unterbrechung von Ernst Hug angeschaut und angehört werden: https://www.youtube.com/channel/UCYwBzDAj61PWgBFWirPwYzA 

Und zur 1. Unterbrechung gibt es auch den gesprochenen Text als PDF-Datei: https://youtu.be/ls5fY4kwkwc

Über Diskussionsbeiträge freuen sich die Macherinnen und Macher der Videos.

Jörg Niederer ist Mitglied  im Ausschuss Kirche und Gesellschaft der EMK Schweiz-Frankreich-Nordafrika

Freitag, 8. Januar 2021

Anregung zu einem liebenden Leben

Ein Gedanke

Hohler Baumstrunk in Herzform
Foto © Jörg Niederer
"Die anderen wie uns selbst zu lieben bedeutet, dass er oder sie sein oder ihr Gut dort finden, wo wir selbst es finden, nämlich in Gott. Nur in diesem Licht können wir Augustins berühmten Ausspruch richtig verstehen: 'Liebe, und tue, was du willst. Denn aus dieser Wurzel kann nur Gutes hervorgehen.'" Tarsicius Jan van Bavel

Ein Bibelvers - Römer 13,10

"Die Liebe fügt dem Nächsten nichts Böses zu. Des Gesetzes Erfüllung also ist die Liebe."

Eine Anregung

Wie sieht Nächstenliebe ganz praktisch aus? Die folgenden Anregungen fand ich in einem englischsprachigen Facebock-Beitrag. Einige Bibelstellen habe ich mit passenderen ersetzt. Vermutlich liessen sich noch weitere Anweisungen zum Lieben finden. Anregungen nehme ich gerne entgegen. 

1. Höre zu, ohne zu unterbrechen! (Sprüche 18,13)
2. Sprich, ohne dein Gegenüber zu beschuldigen! (Jesus Sirach 32,7+8)
3. Gib, ohne knausrig zu sein! (Sprüche 21,26)
4. Bete, ohne dich davon abbringen zu lassen! (Kolosser 1,9)
5. Antworte, ohne dich in Diskussionen zu verlieren! (Sprüche 17,14)
6. Gib, ohne zu Heucheln! (2. Korinther 9,7)
7. Geniesse, ohne dich zu beklagen! (Philipper 2,14)
8. Vertraue, ohne zu Hinterfragen! (Jakobus 1,6)
9. Prüft alles, ohne das Schlechte zu verurteilen! (1. Thessalonicher 5,21)
10. Versprich, und vergiss nicht, es einzuhalten! (Mathäus 5,37)

Das Zitat ganz oben von Tarsicius Jan van Bavel ist aus dem Blogbeitrag "Der Primat der Liebe" auf der Seite der Augustiner. Hier kann man die anregenden und interessanten Ausführungen dazu selbst nachlesen: http://www.augustiner.de/de/augustiner/spiritualitaet/index.html

Jörg Niederer ist Mitglied  im Ausschuss Kirche und Gesellschaft der EMK Schweiz-Frankreich-Nordafrika

Donnerstag, 27. August 2020

Liebe auf den ersten und letzten Blick

Ein Gedanke
Überbauung Steinbock in Chur - 2018 noch im Bau befindlich.
Foto © Jörg Niederer
"Das Leben ist schwächer als der Tod, und der Tod ist schwächer als die Liebe!" Khalil Gibran

Ein Bibelvers - Hohelied 8,6
"Leg mich auf dein Herz wie ein Siegel, wie ein Siegel an deinen Arm! Denn stark wie der Tod ist die Liebe, hart wie das Totenreich die Leidenschaft. Feuerglut ist ihre Glut, Flamme des HERRN."

Eine Anregung
Dass eine Überbauung in Chur "Steinbock" genannt wird, ist nicht überraschend, ist doch der Steinbock das Wappen- und Werbetier Graubündens, und Chur die Hauptstadt des Kantons. Die Überbauung selbst - auf dem Bild im Jahr 2018 noch im Bau befindlich - dagegen schon. Allein schon dieses Steinbocks wegen ist Chur eine Reise wert. In solche Architektur kann ich mich verlieben. Siehe https://www.rykart.ch/de/projekte/ueberbauung-steinbock-chur.php und https://steinbock.gr/impressionen/
Doch noch einer anderen Liebe wegen ist Chur nun zusätzlich sehenswert.
"Dance me to the end of Love. Ein Totentanz" nennt sich die Ausstellung im Bündner Kunstmuseum, welche die Neueröffnung des Domschatzmuseums am 29./30. August 2020 begleitet. Das Domschatzmuseum befindet sich im Südflügel des Bischöflichen Schlosses und ist für die beiden Eröffnungstage kostenlos zugänglich. Nebst dem Domschatz kann man dort erstmals seit etwa 50 Jahren wieder den Zyklus der Renaissance-Todesbilder aus dem Bischöflichen Schloss bewundern. Inspiriert von Werken Hans Holbeins d. J. (ca. 1497-1543) entstand der monumentale Todesbilderzyklus im Jahr 1543. Die seit 1943 unter Bundesschutz stehenden Bilder zeigen Menschen in alltäglichen Situationen, wie sie vom Tod geholt werden. Siehe https://chur.graubuenden.ch/de/news-tipps/2020/08/neu-eroeffnung-domschatzmuseum-chur-am-29-august-2020
In der Begleitausstellung im weltberühmten Bündner Kunstmuseum dagegen wird ein Bogen gespannt von der Antike bis in die Gegenwart: "Die Ausstellung konfrontiert uns mit Liebe und Tod und führt uns von der Feier des sinnlichen Augenblickes in die Vergänglichkeit und das Ende des Daseins... Statt der ikonographischen Tradition der Konfrontation des Lebens mit dem Tod zu folgen, stehen in der Ausstellung der Tanz, die Bewegung, die Ekstase und die Metamorphose bis hin zur Auflösung im Tod im Zentrum." (http://www.buendner-kunstmuseum.ch/). Auch diese Sonderausstellung öffnet am 29. August.

Sonntag, 28. Juni 2020

Lachen - von Herzen

Ein Gedanke
Herz aus Moos an einem Baum bei Urnäsch
Zitat aus einem Schüler-Schreibwettbewerb: "Mein Herz raste, mein Bauch sprudelte und mein Kopf konnte nicht genug davon kriegen."  (aus dem Buch: "Der Hund starb - was er nicht überlebte")

Ein Bibelvers - Matthäus 5,8
"Selig, die reinen Herzens sind - sie werden Gott schauen."

Eine Anregung
In der heutigen Sonntagsmeditation (siehe unten!) geht es ums reine Herz. Also warum nicht wieder einmal von Herzen lachen. Hier ein 5-minütiges Filmchen mit Alfred Rasser alias Professor Cekadete: https://youtu.be/9SM0KoTTJWc
Was es mit "Cekadete" auf sich hat erfährt man hier: https://widmerwandertweiter.blogspot.com/2020/06/professor-cekadete.html

Heute Sonntag ab 11 Uhr gibt es wieder eine Videomeditation. Diesmal steht das menschliche Herz im Mittelpunkt des Nachdenkens. Was ist gemeint, wenn in der Bibel von Herzklopfen geschrieben steht? Geht es um "Schmetterlinge im Bauch" oder um Vernunft, Verstand und Willenskraft? Hier erfährst du es: https://youtu.be/hZ4e5WxDTuU

Mittwoch, 24. Juni 2020

Die Gier nach der Einfachheit

Ein Gedanke
Frieden, Liebe, Einfachheit - Inschrift in Montmirail
"Wem genug zu wenig ist, dem ist nichts genug." (Epikur, griechischer Philosoph, 341 - 271 oder 270 v. Chr.).

Ein Bibelvers - Apostelgeschichte 20,35b
Paulus: "Jesus hat ja selbst gesagt: Geben ist seliger als nehmen."

Eine Anregung
"Frieden, Liebe, Einfachheit" steht auf Französisch über einer Tür von Montmirail und erinnert an die Herrnhuter Brüderunität, die in diesen Gemäuern einst wirkte.
Wie bei Gott in seiner Dreieinigkeit von Vater, Sohn und Heiliger Geistkraft (innertrinitarisch), so vollzieht sich christliche Gemeinschaft. Im friedlichen und liebevollen Miteinander wird das Leben ganz einfach und unkompliziert.

Heute wird die Einfachheit unter dem Stichwort "Minimalismus" abgehandelt. Unzählige Ratschläge, Bücher und Blogs gibt es dazu. Viele wirken auf mich wie der Versuch, "sich zügellos der Enthaltsamkeit" zu ergeben. (Karl Kraus, österreichischen Schriftsteller, 1874 - 1936). Da stehen viele Imperative und machen das Leben kompliziert. Siehe z.B.: https://www.einfachbewusst.de/2014/02/minimalistischer-leben/
Dass Frieden und Liebe entscheidend sind für die Freude an einem minimalistisches Leben, davon ist nur selten zu lesen.
Suche dir heute aus folgender Sammlung doch dein Lieblingszitat über die Einfachheit heraus: https://www.einfachbewusst.de/2013/04/100-minimalismus-zitate/

Donnerstag, 27. Dezember 2012

Nächstenliebe, ganz alltäglich?


Rolf Wüthrich, Philipp Kohli und Christian Hagen haben für den Fachbereich "Spezielle Homiletik" an der Theologischen Hochschule Reutlingen ein Youtube-Video gedreht. Es ist sehenswert und hilfreich, um wieder einmal über ein Dauerthema nachzudenken: Wie gelingt Nächstenliebe im Alltag, unter wildfremden oder wohlbekannten Menschen. 

Die Theologische Hochschule Reutlingen findet man hier.

 Ausschuss Kirche und Gesellschaft der EMK Schweiz-Frankreich