Ein Gedanke
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| Foto © Jörg Niederer |
"Das Leben ist schwächer als der Tod, und der Tod ist schwächer als die Liebe!" Khalil Gibran
Ein Bibelvers - Hohelied 8,6
"Leg mich auf dein Herz wie ein Siegel, wie ein Siegel an deinen Arm! Denn stark wie der Tod ist die Liebe, hart wie das Totenreich die Leidenschaft. Feuerglut ist ihre Glut, Flamme des HERRN."
Eine Anregung
Dass eine Überbauung in Chur "Steinbock" genannt wird, ist nicht überraschend, ist doch der Steinbock das Wappen- und Werbetier Graubündens, und Chur die Hauptstadt des Kantons. Die Überbauung selbst - auf dem Bild im Jahr 2018 noch im Bau befindlich - dagegen schon. Allein schon dieses Steinbocks wegen ist Chur eine Reise wert. In solche Architektur kann ich mich verlieben. Siehe https://www.rykart.ch/de/projekte/ueberbauung-steinbock-chur.php und https://steinbock.gr/impressionen/
Doch noch einer anderen Liebe wegen ist Chur nun zusätzlich sehenswert.
"Dance me to the end of Love. Ein Totentanz" nennt sich die Ausstellung im Bündner Kunstmuseum, welche die Neueröffnung des Domschatzmuseums am 29./30. August 2020 begleitet. Das Domschatzmuseum befindet sich im Südflügel des Bischöflichen Schlosses und ist für die beiden Eröffnungstage kostenlos zugänglich. Nebst dem Domschatz kann man dort erstmals seit etwa 50 Jahren wieder den Zyklus der Renaissance-Todesbilder aus dem Bischöflichen Schloss bewundern. Inspiriert von Werken Hans Holbeins d. J. (ca. 1497-1543) entstand der monumentale Todesbilderzyklus im Jahr 1543. Die seit 1943 unter Bundesschutz stehenden Bilder zeigen Menschen in alltäglichen Situationen, wie sie vom Tod geholt werden. Siehe https://chur.graubuenden.ch/de/news-tipps/2020/08/neu-eroeffnung-domschatzmuseum-chur-am-29-august-2020
In der Begleitausstellung im weltberühmten Bündner Kunstmuseum dagegen wird ein Bogen gespannt von der Antike bis in die Gegenwart: "Die Ausstellung konfrontiert uns mit Liebe und Tod und führt uns von der Feier des sinnlichen Augenblickes in die Vergänglichkeit und das Ende des Daseins... Statt der ikonographischen Tradition der Konfrontation des Lebens mit dem Tod zu folgen, stehen in der Ausstellung der Tanz, die Bewegung, die Ekstase und die Metamorphose bis hin zur Auflösung im Tod im Zentrum." (http://www.buendner-kunstmuseum.ch/). Auch diese Sonderausstellung öffnet am 29. August.
Ein Gedanke
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| Foto © Jörg Niederer |
"Wahre Schönheit bringt zum Ausdruck, was für ein Mensch man ist und woran man glaubt." - Ellen DeGeneres, US-amerikanische Schauspielerin, Moderatorin, Komikerin
Ein Bibelvers - 1. Mose 12,14+15
"Als nun Abram nach Ägypten kam, sahen die Ägypter, dass die Frau (Sarai, die Frau Abrams) sehr schön war (Sarah war damals wohl schon über 70 Jahre alt). Auch die Hofbeamten des Pharao sahen sie und rühmten sie vor dem Pharao, und die Frau wurde in den Palast des Pharao geholt (in sein Harem)."
Eine Anregung
Die auf dem Foto abgebildete Plastik steht seit dem 1. April 1976 in Stans, wenige Meter vom Winkelried-Denkmal entfernt. Es handelt sich um die von Rolf Brem gestaltete Bronzearbeit "Das Mädchen und der Tod".
Etwa drei Stunden später sah ich das männliche Pendant dazu an der Kapelle St. Anton in Halten (Siehe https://www.totentanz-schweiz.ch/totentanz/kerns-ow-st-anton-der-halten ). Auch dort wird ein in der Blüte seines Lebens stehender junger Mann von einem aller Fleischlichkeit entkleideten Skelett an den Zerfall und die Vergänglichkeit erinnert. Das Skelett beklagt sich: "Ich war gar schön und freudenrich...". Doch nach dem Tod sieht es ganz anders aus: "wer ist, der mich jetzt kennen kann, ob ich seig en wib odr man...".
Beide Werke gehören ins Genre der Totentänze. Und sie stehen bewusst in Kirchennähe oder sind so an Kapellen angebracht, dass man sie beim Eintreten sehen muss. In diesen beiden Versionen steht die Kurzlebigkeit der Schönheit im Zentrum. Darüber sollen wir Menschen ins Sinnieren kommen:
Wie wichtig ist dir Schönheit? Und wie gehst du mit schwindender Schönheit um?
Passend dazu wird heute Samstag um 18.30 in Radio SRF 1 (Zwischenhalt - https://www.srf.ch/sendungen/zwischenhalt/eingemauerte-totenschaedel-erzaehlen-auch-geschichten-vom-leben) und am Sonntag um 08.08 Uhr auf Radio SRF 2 (Blickpunkt Religion - https://www.srf.ch/sendungen/blickpunkt-religion/knochen-er-zaehlen-besuch-im-beinhaus-vrin-2) ein Interview ausgestrahlt mit zwei ausgewiesenen KennerInnen der Symbolik von in Kirchen und Kapellen eingemauerten Gebeinen, und was sie vom Leben erzählen.
Ein Gedanke
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| Foto © Jörg Niederer |
"Was fliecht und kriecht und schwäbt und läbt
Wird vom Todt wäggrissen
Das vergis nie, wo, wan und wie
Kan leyder kein Mensch wissen"
Aus dem Totentanz in der Heiligkreuz-Kapelle Emmetten
Ein Bibelvers - Markus 15,33+34
"Und zur sechsten Stunde kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde. Und in der neunten Stunde schrie Jesus mit lauter Stimme: Eloi, eloi, lema sabachtani!, das heisst: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen!"
Eine Anregung
Welch ein Elend ist da über die Menschen in Beirut hereingebrochen. Mein tiefstes Beileid. In einem kurzen Moment ist aus Leben Tod, aus Freude Schmerz, aus Lachen Schreien, aus Hoffnung Verzweiflung geworden. Möge Gott und wir alle den Menschen dort gnädig sein. Auch materiell braucht Beirut und der Libanon jetzt Hilfe.
Der Tod ist ungerecht - und gerecht. Er trifft jeden Menschen. Dem einen wird er zur Erlösung, dem andern nimmt er den Lebenssinn.
Davon erzählt der Totentanz in Emmetten. Den Papst macht er dem Bettler gleich. Kaiserin und Kaiser geht es nicht besser als dem Melker und dem Mäher.
Gegen den Tod gibt es nur eines: Das Leben als Geschenk nehmen. Nein, anders: Das Leben als unverdientes Geschenk nehmen.
Ach ja, an seinem früheren Standort im Beinhaus der alten Pfarrkirche von Emmetten löste der Totentanz wohl weit tiefgründigere, knochenharte Gedanken aus.
Hat der Tod für dich eine tröstliche Seite?