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Freitag, 26. Februar 2021

Entschiedene Liebe und Dogmatismus

Ein Gedanke

Anschriftentafel über Fossilien
Foto © Jörg Niederer
"Der Fortgang der wissenschaftlichen Entwicklung ist im Endeffekt eine ständige Flucht vor dem Staunen." Albert Einstein

Ein Bibelvers - 1. Thessalonischer 5,21

"Prüft aber alles und behaltet das Gute."

Eine Anregung

In seiner letzten Unterbrechung äussert sich Pfarrer Ernst Hug zum Verhältnis von Glauben und wissenschaftlichen Erkenntnissen. Ausgehend von einem christlichen Grundvertrauen ruft er auf, die Ergebnisse der Forschung wohlwollend zu prüfen als ein Teil des eigenen Glaubenslebens. Wenn aber die Wissenschaft einen dogmatischen Gegensatz zum Glauben konstruiert, soll dieser Haltung mit "entschiedener Liebe" begegnet werden.

Der ganze Beitrag kann unter dem folgenden Link angeschaut und angehört werden. Kommentare dazu sind sehr erwünscht.

Unterbrechung 5: https://youtu.be/cUQwp2dZpB4

Jörg Niederer ist Mitglied im Ausschuss Kirche und Gesellschaft der EMK Schweiz-Frankreich-Nordafrika

Freitag, 29. Januar 2021

Gegen die Polarisierung hilft nur... Ja was hilft den nun dagegen?

Ein Gedanke

Ernst Hug, Pfarrer in Lyss
Foto © Jörg Niederer
"Glauben und Religion scheinen nicht mehr Boden zu bieten für eine Verständigung, sondern werden zum Munitionslager degradiert und für die eine oder andere Seite instrumentalisiert." Ernst Hug, 1. Unterbrechung

Ein Bibelvers - 1. Johannes 4,20+21 (BasisBibel)

"Wer behauptet: 'Ich liebe Gott!', aber seinen Bruder und seine Schwester hasst, ist ein Lügner. Denn wer seine Geschwister nicht liebt, die er sieht, kann Gott nicht lieben, den er nicht sieht. Dieses Gebot hat uns Gott gegeben: Wer ihn liebt, soll auch seine Geschwister lieben."

Eine Anregung

"Unterbrechung" nennt Pfarrer Ernst Hug seine Videobeiträge. Darin beschäftigt er sich z.B. mit den Werten, die in der heutigen, zunehmend polarisierten Welt helfen könnten, das Gemeinschaftsgefüge zu erhalten. In seinem ersten von fünf "Unterbrechungen" nennt er als Antwort auf mögliche gemeinsame Werte die vierfache Liebe, wie sie Jesus in der Bergpredigt anspricht. Gemeint ist die Liebe zu Gott, die Selbstannahme (also die Liebe zu sich selbst), die Liebe zu Menschen und Mitgeschöpfen, sowie die Liebe und Achtung gegenüber dem Gegner oder der Gegnerin.

Mir stellt sich die Frage, wie wir einer Gewichtung bei dieser vierfach ausgerichteten Liebe entgehen. Im Alltag ist es nicht einfach, ein Gleichgewicht der Liebe zu halten, also Menschen zum Beispiel mit Respekt zu begegnen, die Homosexualität ablehnen, ohne dass dadurch zugleich Homosexuelle vor den Kopf gestossen werden. Ein "Gleichgewicht der liebevollen Abschreckung", darauf darf es ja nun wirklich nicht hinauslaufen.

Auf der Youtube-Seite des methodistischen Ausschusses für Kirche und Gesellschaft kann sowohl der Trailer wie auch die 1. Unterbrechung von Ernst Hug angeschaut und angehört werden: https://www.youtube.com/channel/UCYwBzDAj61PWgBFWirPwYzA 

Und zur 1. Unterbrechung gibt es auch den gesprochenen Text als PDF-Datei: https://youtu.be/ls5fY4kwkwc

Über Diskussionsbeiträge freuen sich die Macherinnen und Macher der Videos.

Jörg Niederer ist Mitglied  im Ausschuss Kirche und Gesellschaft der EMK Schweiz-Frankreich-Nordafrika

Montag, 16. November 2020

Die Konzernverantwortungsinitiative: Es geht um Gerechtigkeit und um Freundschaft

Ein Gedanke

Ernst Hug und die "Mona Lisa" der Konzernverantwortungsinitiative
Foto © Jörg Niederer
Ich unterstütze die Konzernverantwortungsinitiative, weil die Schweiz und ihre Wirtschaft einen Ruf zu gewinnen hat.

Ein Bibelvers - Amos 5,14+15

"Sucht das Gute und nicht das Böse, damit ihr am Leben bleibt! Dann wird der Herr, der Gott der Heerscharen, bei euch sein, so wie ihr es immer gesagt habt. Hasst das Böse und liebt das Gute und bringt das Recht zur Geltung im Tor (vor Gericht)."

Eine Anregung

Ich bin konfliktscheuer geworden. Das Kämpferische ist einer gewissen Verunsicherung gewichen. Seit die Konzernverantwortungsinitiative lanciert wurde, habe ich sie unterstützt, und mich für sie eingesetzt. Ich halte deren Forderungen für eine Selbstverständlichkeit. So habe ich auch Postkarten verschickt, um Menschen in meinem Umfeld zu motivieren, Ja zu stimmen. Selbst die Evangelisch-methodistische Kirche hat sich mit einem Ja positioniert. Aber es gibt Christen, die sehen das ganz anders. Darunter sind auch Menschen, die ich sehr schätze. Ich stelle mir vor, dass das auch schon war bei der Haltung zur Sklaverei: Hüben und drüben achtenswerte Persönlichkeiten. Und so war es beim Thema "Gleichberechtigung von Mann und Frau". Und auch wenn es um die Vielfalt menschlicher Sexualität geht, ist es wieder nicht anders. Etwas hemmt mich, es mit Menschen zu verderben, die ich mag. Lieber gehe ich dabei den Konflikten mit ihnen aus dem Weg. Aber da sind auch die andern Menschen, unbekannt meist, deren prekäre Lebensumstände durch meine Konfliktscheue zementiert werden. Ihnen tue ich keinen Dienst, wenn ich um des lieben Friedens willen in meinem beruflichen und privaten Umfeld schweige. "Im Stich" lasse ich so oder so Menschen. "Freundschaften aufs Spiel" setzte ich so oder so. Solidarität geht auf die eine wie andere Art verloren. Das ist frustrierend. Und so suche ich eine Balance zwischen Aufdringlichkeit und Respekt. Zwischen Engagement und Rücksicht.

Gut gelungen ist diese Balance, so finde ich, meinem Berufskollegen Pfarrer Ernst Hug von der Evangelisch-methodistischen Kirche Lyss und Aarberg. Wieder im kirchlichen Lockdown gibt es dort statt Anlässe vor Ort ein "Wort vor Wuche". Im Videobeitrag greift Ernst Hug die Konzernverantwortungsinitiativ auf und verknüpft sie mit dem Anspruch der Bibel auf Gerechtigkeit. Das klingt bei ihm wenig reisserisch, ist sorgfältig überlegt. Der Beitrag hat meine uneingeschränkte Empfehlung: https://www.youtube.com/watch?v=lnKjbDCzP-I&feature=youtu.be. Und hier findet man noch mehr "Wort vor Wuche" von Ernst Hug: https://emk-lyss.ch/

Jörg Niederer ist Mitglied  im Ausschuss Kirche und Gesellschaft der EMK Schweiz-Frankreich-Nordafrika