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Samstag, 28. November 2020

Glaubst du an Wunder?

Ein Gedanke

Votivbilder in der Wallfahrtskapelle Maria zum Rietli in Beckenried
Foto © Jörg Niederer
"Umkehr kann Wunder wirken." Quelle unbekannt

Ein Bibelvers - Jeremia 17,14

"Heile mich, Herr, damit ich geheilt werde, hilf mir, damit mir geholfen wird, denn du bist mein Ruhm."

Eine Anregung

"Eine Frage treibt mich die letzten Wochen um. Sie begegnet mir an allen möglichen Orten. Auf den ersten Blick scheint sie so einfach und klar zu sein. Man muss scheinbar nicht über sie nachdenken. Aber bei genauer Betrachtung merke ich, dass mich die Frage quält. Ich kann sie nämlich nicht einfach mit JA beantworten. Aber genauso wenig mit NEIN. Sie verwirrt mich, weil sie plötzlich so nahe ist, so unmittelbar, so grausam.
Die Frage lautet: 'Glaubst du an Wunder?'"

So beginnt der neuste Blog von Pfarrer Christian Hagen. Warum ihm die Frage nach Wunder so nahe und grausam ist, hängt mit seiner schweren Krebserkrankung zusammen. Der existenzielle Bezug macht diesen Beitrag so berührend, dass ich ihn uneingeschränkt empfehlen möchte. Mich beeindruckt, wir Christian Hagen nach Antwort sucht. Während er vom "Spagat zwischen Glaube und Zweifel" schriebt, richtet er zugleich seine Bitte an Gott: "Dass Er mir hilft, an Ihm im Glauben festzuhalten, komme, was wolle." 

Hier geht es zum Blog von Christian Hagen: https://daskoenigreichgottes.com/2020/11/25/von-wundern-und-zweifeln/ 

Jörg Niederer ist Mitglied  im Ausschuss Kirche und Gesellschaft der EMK Schweiz-Frankreich-Nordafrika

Samstag, 1. April 2017

Glauben und Weltgeschehen: ein Wider-Spruch?

Glaube und Weltgeschichte
Was in der Welt geschieht ist oft so schrecklich, was an Nachrichten auf uns einstürmt so widersprüchlich. Wie kann man da noch glauben? Viele Zeitgenossen resignieren, geben ihre Hoffnungen auf. 
Doch ich finde, es macht Sinn zu glauben. Trotzdem! Ich will den Glauben unverfroren buchstabieren, immer wieder neu, wie ein Kind.  Erst recht: achtsam sein, wo Himmel und Erde sich berühren, wo die Spur des Ewigen meinen Alltag kreuzt.  Da verrät schon unsere Sprache, was viele andere vor uns gesucht und auch erlebt haben.  Unser Wort ‚glauben‘ kommt vom althochdeutschen ‚gilouben‘ und bedeutete: für lieb halten, gutheissen.  Es steht für ein freundschaftliches Verhältnis eines Menschen. 
Das Geheimnis des Glaubens besteht auch heute darin, ein freundschaftliches Verhältnis  zu finden – zur Schöpfung und unseren Mit-Geschöpfen. Alles mit Augen der Liebe betrachten. So stelle ich mir auch Gott vor: Der Schöpfer betrachtet seine geliebte Welt und spricht begeistert aus „es ist (sehr) gut“! Da ist ein Gegenüber, das sieht, ja die ganze Welt mit Liebe sieht. Das ist der Beginn von allem; damit verändert sich alles.

Erschienen in "Kirche und Welt", 4/2017