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Donnerstag, 1. März 2018

Weil du mir Vertrauen schenkst - ein Gebet

Migrant in CalaisSei willkommen, Fremder! Erhole dich von deiner langen Flucht. Lege ab deine schwere Last, dein Trauma, heile deine Wunden. 
Ich sage JA zur dir, du bist eine Bereicherung mit deiner Kultur, deinem Glauben und deiner Lebenserfahrung. Und manchmal sage ich NEIN, wenn ich an meine Grenzen stosse. 
Ich übe mich in Gastfreundschaft. 
Denn du, Gott, öffnest mein Herz, himmelweit, und bietest mir Raum in deinem Gebet.

Ein Spaziergang in der Natur bringt mich zum Staunen. Die versponnenen Blüten, die mächtigen Bäume und das reife Korn sind Zeichen deiner grossen, unendlichen Liebe. Selbst der Regen macht mir nichts aus, auch wenn ich mich leise ärgere, weil ich den Schirm zuhause vergessen habe. Es ist lebendiges Wasser, das Leben bringt. 
Denn du, Heiliger Geist, bist der kreative Schöpfer, schenkst uns Atem und Lebenskraft.

Ich trete ein für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung. Du Nazarener gehst voran, deinen Fussspuren folge ich gerne. Einige Wege führen mich an den Rand der Gesellschaft. Und manchmal bin ich verzweifelt über diese vielen Ungerechtigkeiten, doch nie resigniert. 
Denn du, Jesus, wirfst geduldig immer wieder dein Netz nach mir. Ich darf fallen und werde von dir getragen.

Amen

Erschienen in "Kirche und Welt" 03/2018

Dienstag, 12. September 2017

Gott, der Kreative

Raupe auf dem Weg.
Welch ein gewaltiges Bild zeigt uns bereits der erste Abschnitt in der Bibel: Gott schafft aus dem Chaos mit seinem kreativen Geist eine fruchtbare Welt; in die Nacht hängt er funkelnde Sterne, Gott lässt es wachsen und gedeihen, er bietet Gastfreundschaft uns Menschen, seinem Ebenbild.

Es ist diese Erzählung unserer Urväter, die mich immer wieder motiviert, einzutreten für die Bewahrung der Schöpfung. Diese Liebe, die uns von Anfang begleitet, soll nicht mit Füssen getreten werden und dem Mammon geopfert werden. Es darf uns nicht gleichgültig sein, wie wir mit seinem Werk umgehen.

Nein, wir müssen uns nicht mit Askese geisseln, es reicht schon, wenn wir bewusster leben. Es braucht manchmal gar nicht so viel, vielleicht einmal das Velo statt das Auto nehmen oder auf die Erdbeeren verzichten, wenn noch nicht Saison ist.

Warum sind die Bananen aus Südamerika billiger als unser Obst aus der Region? Beschäftigt Sie als Christ diese Frage nicht? Mich schon!


Erschienen in "Kirche und Welt" 9/2017