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Mittwoch, 16. April 2014

Ostermarsch 2014 in Bern

"Mit Bildung und Gesundheit statt Waffen" lautet das Thema des diesjährigen Ostermarsches in Bern.
Aufgabe des Staates sei es, für die Sicherheit seiner Bevölkerung zu sorgen. Eine sichere Gesellschaft baue dabei auf Bildung und Gesundheit für alle. Stattdessen wolle die Schweiz neue Kampfjets anschaffen und mehr Waffen exportieren. So wird argumentiert auf der Webseite des Ostermarsches unter http://ostermarschbern.ch/. Und weiter steht da:
"Waffen schaffen aber keine Sicherheit. Sie verbreiten Angst, zerstören und töten. Und sie dienen vor allem der militärischen Geschäftemacherei.
Deshalb sagen wir:
  • Ja zur Förderung von Aufgaben, die wahre Sicherheit bringen: Bildung, Gesundheit, Arbeit im Dienst des Gemeinwohls
  • Nein zur Anschaffung neuer Kampfjets
  • Nein zu Kriegsmaterialexporten"
Der Berner Ostermarsch findet am 21.04.2014 statt, beginnt um 13:00 Uhr beim Eicholz an der Aare und führt entlang der Aare. Um 14:30 Uhr findet die Schlusskundgebung auf der Münsterplattform mit Claudia Haydt.


 

Montag, 14. April 2014

Die Sozialen Grundsätze liegen neu in einer autorisierten Übersetzung vor.

Alle vier Jahre werden die Sozialen Grundsätze der Evangelisch-methodistischen Kirche durch die Generalkonferenz überarbeitet. 2012 war es wieder so weit. Nun ist auch die offizielle deutschsprachige Übersetzung der Zentralkonferenz von Mittel- und Südeuropa aktualisiert und verfügbar. Ganz neu dazu gekommen sind die Themen Nahrungsmittelgerechtigkeit, Sexuelle Übergriffe, Psychische Gesundheit, Finanzwesen, Bestechung und Korruption sowie Staatsverschuldung.
Sie können diesen kirchlich wichtigen Text lesen und herunterladen unter soziale-grundsaetze.ch.

Jörg Niederer ist Mitglied im Ausschuss Kirche und Gesellschaft der EMK Schweiz-Frankreich-Nordafrika und war mit im Übersetzerteam der Sozialen Grundsätzen

Dienstag, 18. Februar 2014

Was prägt meine Entscheidungen bei Wahlen?

WahlcouvertWas prägt meine Entscheidungen im gesellschaftlichen Leben?
Wie äussert sich das bei Abstimmungen?
Worauf achte ich, wenn ich Volksvertreter wählen kann?

Geht es mir als Christin in erster Linie um mich und um meine Nation - meine liebe Schweiz?
Ist mein oberstes Ziel Wohlstandssicherung?
Bin ich beeinflusst von „rechts“ oder von „links“?
Ja, wo liegt meine Priorität?

Was hilft mir, in der Vielfalt widersprüchlicher Meinungen und Überzeugungen die Grundaussagen der Bibel zu übersetzen auf die aktuellen Fragen unserer Gesellschaft?
Mit diesen Fragen im Kopf und im Zusammenhang meiner Mitarbeit in der Arbeitsgruppe „Kirche und Gesellschaft“ beachtete ich kürzlich wieder mal die „Sozialen Grundsätzen“ der EMK (http://soziale-grundsaetze.ch).
Die klaren und motivierenden Aussagen haben mich beinahe ein bisschen begeistert! Warum? Schon im Vorwort wird deutlich: Da haben Menschen intensiv gebetet und in der Bibel nachgeforscht mit dem Anliegen: Wie kann das neue Leben, das Jesus Christus uns geschenkt hat, unser gesellschaftliches Leben prägen?
Im Hören auf Gottes Wort haben sie Grundsätze formuliert, die uns unterstützen, Salz und Licht zu sein in unserem Umfeld: Nicht Angst ums Eigene oder nationaler Egoismus sollen prägend sein, sondern Christus soll im konkreten Leben sichtbar werden!
Ein Beispiel: Bereits die ersten Methodistinnen und Methodisten haben ihrer Ablehnung des Sklavenhandels, des Schmuggels und der grausamen Behandlung von Gefangenen Ausdruck verliehen.
Das taten sie in einer Zeit, da all dies noch als „ganz normal“ empfunden wurde. Gegen massiven Widerstand haben sie mit Offenheit und Mut auf diese Ungerechtigkeiten hingewiesen und mit ihren Möglichkeiten dagegen gewirkt.

Ich frage mich: Hätte ich dies damals auch als Ungerechtigkeit erkannt? Hätte ich den Mut gehabt, Stellung zu beziehen? Oder hätte ich mich vornehm zurückgehalten, um keinen Ärger auszulösen?

Und die noch wichtigere Frage: Bin ich sensibel hörend und offen, damit mir Gott im Gebet, beim Bibellesen und in der Predigt Missstände meiner Zeit aufdecken und mich zum Handeln bewegen kann?
Ich bin dankbar für alle, die mich ermutigen, mich von Jesus Christus und seinen radikal anderen Massstäben leiten zu lassen.


Freitag, 17. Januar 2014

Nein zur Volksinitiative gegen Masseneinwanderung

Nein zur Volksinitative gegen Masseneinwanderung23% Ausländer-Anteil ist nicht wenig, das stimmt. 700‘000 Ausländer mehr als 2001 machen nachdenklich. In nur fünf Jahren sind über 380‘000 Menschen in die Schweiz eingewandert. Was löst das bei mir aus? Angst? Sorge? Gleichgültigkeit? 
Am 9. Februar stimmen wir über die Initiative «Gegen Masseneinwanderung» ab. Mir fällt bei den Argumenten der Befürworter auf, wie darin „die Schweiz“ mit der Wirtschaft gleichgestellt wird. Arbeitskräfte aus dem Ausland sollen nur so weit als notwendig hereingelassen werden. Wenn die Arbeit getan ist, haben sie das Land zu verlassen. Ihre Geschichte und ihr Schicksal interessieren die „Schweizer Wirtschaft“ nicht.

Eine Willensnation 
Max Frisch sagte: „Wir riefen Arbeitskräfte, und es kamen Menschen“. Er meinte damit die Haltung der Schweiz gegenüber den einwandernden Italienern seiner Zeit. Auch mein Urgrossvater emigrierte vor gut 130 Jahren aus Norditalien in die Schweiz. Er legte eine Bilderbuchkarriere hin. Ganz im Sinne der Schweizer Wirtschaft. 
Auch unter den Initianten hat es Menschen mit solchen Geschichten. Diese sind irgendwann Schweizer geworden, auch wenn sie noch „schwierige“ Namen haben. In der Willensnation Schweiz mit vier Landessprachen ist „fremdländisch“ und „schweizerisch“ ja grundsätzlich schwierig zu trennen. So vermuten viele bei meinem Namen eine Bündner oder Tessiner Herkunft.

Ohne Angst
Irgendwie will mir diese Trennung „Schweizer“ und „Ausländer“ nicht gelingen. Biblisch-theologisch gesehen ist das gar nicht schlimm, wie ich vermute. Paulus betonte nicht das Trennende, sondern das Einende des Glaubens: „Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.“ (Gal 3,28) Damit sind wir bei den Menschen, die nicht nur Arbeitskräfte sind. 
In diese Richtung verstehe ich auch die biblische Vorstellung von Gott und Menschen. Wenn vor Gott die Menschen gleich sind, dann müssen mich bestimmte Ängste nicht mehr bestimmen. Leider spielen diese in der Vorlage eine nicht zu unterschätzende Rolle. Es geht jedoch weder um Massen, noch nur um Arbeitskräfte. Es geht um Menschen und ihre Geschichten und Schicksale. Auch wenn mir an manchen Menschen etliches fremd bleibt und ich diese Eigenarten nicht teile. Entscheidend bleibt der Mensch - vor Gott.

Die Webseite der Initianten: http://www.masseneinwanderung.ch/
Die Webseite der Gegner: http://bilaterale.ch/

Erschienen in "Kirche und Welt", 1/2014 - Eine Stellungname des Ausschusses für Kirche und Gesellschaft.
Markus Da Rugna ist Mitglied im 
Ausschuss Kirche und Gesellschaft der EMK Schweiz-Frankreich

Donnerstag, 12. Dezember 2013

Zivildienst für alle, ohne Gewissensprüfung und Tatbeweis

Der Ausschuss Kirche und Gesellschaft der Evangelisch-methodistischen Kirche Schweiz-Frankreich-Nordafrika setzt sich schon seit über dreissig Jahren für einen Zivildienst in der Schweiz ein, zu dem alle Menschen Zugang haben, und der ohne Gewissensprüfung und Tatbeweis erbracht werden kann.
Nun steht eine dritte Revision des Zivildienstgesetzes an. Die Vernehmlassungsfrist endet am 13.12.2013.

In seinem Vernehmlassungsbeitrag unterstützt der Ausschuss Kirche und Gesellschaft die Ausweitung des Einsatzbereichs für Zivildienstleistende auf Spitex, Alpwirtschaft und Schulen. Kein Einsatz eines Zivildienstleistenden darf einen regulären Arbeitsplatz ersetzen, oder zu Lohndruck führen. Vollzugsbehörden sollen nur mit Zustimmung der betroffenen zivildienstleistenden Person Einsicht in hängige Strafverfahren erhalten. Auch soll es möglich sein, ohne an der militärischen Rekrutierung teilnehmen zu müssen, die Eignungsprüfung für den Zivildienst zu absolvieren.
Lesen Sie hier den ganzen Vernehmlassungsbeitrag des Ausschusses Kirche und Gesellschaft.
Jörg Niederer

Dienstag, 10. Dezember 2013

Menschenrechtstag: 27 Millionen Erwachsene sind versklavt

Martin Roth, EMK-Pfarrer im Ruhestand
Von Martin Roth: Der heutige "Tag der Menschenrechte" erinnert daran, dass vor 55 Jahren die "Allgemeine Erklärung der Menschenrechte" von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet wurde. Einige Blitzlichter dazu aus der Herbstsession des Rates für Menschenrechte der UNO.

Kinder in bewaffneten Konflikten

In der Schweiz haben wir vor kurzem darüber abgestimmt, ob die allgemeine Wehrpflicht abgeschafft werden soll oder nicht. Hier gilt: junge Männer zwischen 18 und 20 Jahren rücken in die Rekrutenschule ein. Doch in manchen Ländern, in denen bewaffnete Konflikte herrschen, werden besonders Buben gezwungen, mit der Waffe zu kämpfen, während Mädchen häufig sexuell missbraucht werden. 
Im Menschenrechtsrat sind Bemühungen im Gang, dass durch ein Abkommen unter den Ländern, die Buben und Mädchen besser geschützt werden und dass es strafbar wird, sie in Kämpfe hinein zu zwingen.
Sind wir bereit, diese Versuche zu unterstützen, indem wir zum Beispiel den Bundesrat bitten, sich für ein solches Abkommen einzusetzen?

Sklaverei heute

Der Sonderberichterstatter des Menschenrechtsrates berichtet, dass heute etwa 27 Millionen Erwachsene versklavt sind. Das sind mehr als drei Mal so viele, wie die Schweiz Einwohner hat. Diese Zahlen erschrecken, gerade auch wenn wir uns erinnern, wie der Begründer des Methodismus, John Wesley sich für die Abschaffung der Sklaverei eingesetzt hat. Aber eben, aus den Augen aus dem Sinn. Dabei bekennen wir im Sozialen Bekenntnis: "Wir glauben an den gegenwärtigen und endgültigen Sieg Gottes. Wir nehmen seinen Auftrag an, das Evangelium in unserer Welt zu leben." Ist das nur ein Lippenbekenntnis oder zeugt unser Leben davon, dass wir es ernst nehmen? Zum Beispiel: Sind die versklavten Menschen ein ständiges Gebetsanliegen?

Sri Lanka – Ferienparadies?

Als ich vor einigen Tagen einen Reiseprospekt zu Asien durchblätterte, fiel mir auf, dass Sri Lanka nicht vertreten war. Als ich die Mitarbeiterin im Reisebüro fragte, warum das so sei, antwortete sie: "Zu Sri Lanka haben wir einen eigenen Katalog. Sri Lanka ist eine gute Feriendestination." Das ist die eine Seite der Wahrheit. 
Meine Freunde in der tamilischen Gemeinde und der Berichterstatter des Menschenrechtsrates berichten von einer anderen Seite. Zwar ist der Krieg zu Ende. Doch verschwinden immer wieder Menschen, meist Tamilen. Land wird enteignet, Polizeikontrollen geschehen willkürlich. Asylsuchenden, die nach Sri Lanka zurückkehren müssen, laufen Gefahr, verhaftet und gefoltert zu werden. 
Wir bezeugen, dass alle Menschen gleiche Würde und Rechte haben. Setzen wir uns dafür ein, dass keine Tamilen aus unserem Land heimgeschickt werden, bevor die Menschenrechtslage in ihrem Heimatland stark verbessert wird?

Martin Roth ist pensionierter Pfarrer der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) in er Schweiz. Er wohnt in Olten. Vom 9.-20. September 2013 nahm er an mehreren Tagen an den Sitzungen der Herbstsession des Rates für Menschenrechte der UNO in Genf teil. Längere Zeit leitete er den Ausschuss Kirche und Gesellschaft der EMK.

Freitag, 6. Dezember 2013

Geld in Bibel und Gesellschaft

Mammon-Dossier 2.0: Geld oder Geist?Von Elisabeth Roser. Das "Mammon Dossier 2.0" von ChristNet zum Thema "Geld oder Geist?" – wer will das schon lesen?!
Gleich vorweg: Es lohnt sich, darin einzutauchen.

Das Mammon-Dossier greift Themen auf, die uns im Alltag betreffen, wie:
  • Steuern/Geld ohne Arbeit?
  • Genug ist genug - mit «genug» leben.
  • Gott wird im Persönlichen und Politischen sichtbar durch unsere praktische Nächstenliebe.
  • Mammon hat Macht in der Schweiz und beherrscht unser Denken und unsere Politik.
  • Wir brauchen neue biblische Barmherzigkeit.

Jesus folgen

Es hat mich begeistert, wie das Mammon-Dossier vom Studium der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Zusammenhänge her differenziert und fundiert aufzeigt, wo und wie "das liebe Geld" mich und unsere Schweiz beeinflussen und versklaven will. Ohne erhobenen Drohfinger werden wir ermutigt, auf persönlicher und gesellschaftlicher Ebene in den Fussstapfen Jesu zu gehen.

Frei werden

Ermutigt? Wie? Ein paar Beispiele: Ich bin der Macht des Geldes nicht hilflos ausgeliefert. Es gibt einen befreiten Umgang mit dem Geld. So kann ich Gutes bewirken und genug haben für das eigene Leben. Im Vertrauen auf Gott erlange ich "finanzielle Freiheit". Das ist nicht einfach edles Wunschdenken, sondern kann jeden Tag eingeübt und erfahren werden. In solch vertrauensvoller Abhängigkeit von Gott bestimmt nicht länger die Angst vor dem Verlust der eigenen Güter und der materiellen Sicherheit die Entscheidungen.

Ein befreiter Umgang mit dem Geld

Christen sind berufen, "in der Welt" zu sein, aber nicht "von der Welt". Das Dossier zeigt drei Schritte, uns im Privaten, in der Gemeinde und in der Öffentlichkeit zu üben in Gottvertrauen, Genügsamkeit und Barmherzigkeit.
  • Sich informieren: Wir schärfen unser Verständnis für gesellschaftliche Realitäten. Dies ist ein Ausdruck unserer Liebe zur Welt und unseres Interesses für die Menschen, mit denen wir leben.
  • Beten: Das Gespräch mit Gott befähigt, uns klar zu Gott und gegen den Mammon zu stellen. Im Hören auf ihn finden wir heraus, wie, wo und wann wir uns engagieren sollen.
  • Informiert und im Gebet verankert führt das zum Handeln: So komplex die menschlichen Realitäten und die Berührungspunkte mit Geld und Besitz sind, so zahlreich die Möglichkeiten, unsere Haltung zu ändern und andere zu ermutigen, dasselbe zu tun.