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Samstag, 4. April 2020

Weites Land - Schöne Erinnerungen

Ein Gedanke
Wenig Ablenkung auf dem Bild und in der Zeit, in der wir gerade leben. Hier die 3. Strophe aus dem 1920 während der Spanischen Grippe geschriebenen Gedicht von Lina Wisler-Beck:

"Grad äbe de Sunndig wird eim eso läng
s'Furtgoh isch verbote, u nämlech no sträng.
Gsiech eim deno öpper, o weisch de häts gfählt
do müesst me schwär buesse - u-ni ha kes Gäld!" 

Weites LandEin Bibelvers - 2. Samuel 22,20
Gott führte mich hinaus ins Weite, er befreite mich, denn er hat Gefallen an mir.

Eine Anregung
Zeit für Fotoalben und Bildersammlungen: Gibt es Neues zu entdecken? Kommen Erinnerungen wieder zurück? Sind es schöne oder schwere Erinnerungen?

Morgen Sonntag gibt es von Jörg Niederer wieder einen Gottesdienst via Internet: https://www.youtube.com/watch?v=Mq3-0nGkoOQ

Freitag, 3. April 2020

Beten ist immer gut

Ein Gedanke
Nun heisst es, auf der eigenen Scholle auszuhalten. Hier die 2. Strophe aus dem 1920 während der Spanischen Grippe geschriebenen Gedicht von Lina Wisler-Beck:

"Wär gwanet isch z'gumpe und z'tanze, o je
däm düe halt die Süche-Verordnige weh.
E jede muess säge, chruzwiligs isch's nit
No bsunders für ledigi, lustigi Lüt." 

Ein Bibelvers - 1. Samuel 2,8
Acker und Scholle
Er richtet den Geringen auf aus dem Staub, hebt den Armen auf aus dem Kot, um ihn neben Edle zu setzen, und einen erhabenen Thron teilt er ihnen als Erbbesitz zu. Denn dem HERRN gehören die Pfeiler der Erde, und auf sie hat er den Erdkreis gelegt.

Eine Anregung
Beten ist immer gut. So kann man ja nebst den persönlichen Gebeten die folgende Petition für einen nationalen Gebetstag unterzeichnen: https://gebetsaufruf.ch/

Donnerstag, 2. April 2020

Hausarrest

Ein Gedanke
Ein Bild, passend zur eher passiven Zeit. Hausarrest gab es schon einmal, während der Spanischen Grippe. Hier die 1. Strophe aus dem 1920 geschriebenen Gedicht von Lina Wisler-Beck:

"Niene isch Chilbi un niene isch Tanz
dehime ums Hus um versuret me ganz.
I ha mer scho mängisch der Chopf fasch verheit
was ächt no wär z'mache, dass Zyt umegeit." 


Ein Bibelvers - 1. Thessalonicher 5,16-18
Freut euch allezeit, betet ohne Unterlass, in allem sagt Dank; das ist der Wille Gottes, in Christus Jesus, für euch.

Eine Anregung
Nicht vergessen: Heute mitmachen bei der Aktion der Kirchen "Lichtblick Ostern". Stellt heute Donnerstag um 20.00 Uhr Kerzen aufs Fensterbrett, zündet sie an und betet für die Erkrankten, ihre Angehörigen, das Pflegepersonal und die Menschen in der Isolation! Siehe https://www.evref.ch/glaube-leben/glaube/lichtblick-ostern/


Mittwoch, 1. April 2020

Osterbrief-Aktion

Ein Gedanke
Märzschnee hält nicht lange. Und das ist kein 1. Aprilscherz, sondern Erfahrung. Auch die folgenden Worte sind kein Scherz sondern süsse, hoffnungsvolle Wahrheit. 


Ein Bibelvers - 2. Korinther 3,3
Ihr seid erkennbar als ein Brief Christi, von uns verfasst, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf Tafeln aus Stein, sondern auf andere Tafeln: in Herzen aus Fleisch.

Eine Anregung
Für die Osterzeit gibt es eine EMK-Aktion. Möglichst viele von uns sollen einen geschriebenen Ostergruss erhalten - und ihn auch schreiben. Ich mache mit. Und du? https://emk-schweiz.ch/covid-19-aktuelle-informationen/osteraktion-2020/

Ein Kaddisch in der Gaskammer

Bild von <a href="https://pixabay.com/de/users/peter89ba-3561877/?utm_source=link-attribution&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=image&amp;utm_content=3671389">Peter Tóth</a> auf <a href="https://pixabay.com/de/?utm_source=link-attribution&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=image&amp;utm_content=3671389">Pixabay</a>
Mein Grossvater mütterlicherseits war in den dunklen Jahren zwischen 1933 und 1945 in Deutschland aktives Mitglied der SA (Sturmabteilung der NSDAP) und überzeugter Antisemit. Darüber reden konnte man mit ihm zeitlebens nicht. Erst auf seinem Sterbebett soll es eine Aussprache mit dem Pfarrer gegeben haben, wusste meine Mutter. Meine Mutter hatte an diesem Erbe zeitlebens schwer getragen und engagierte sich gegen das Vergessen dieses Schreckens im örtlichen «Jüdischen Verein».
Für mich ist das Erbe ebenfalls eine Verpflichtung.
Im Rahmen meines Studiums habe ich mich mit verschiedenen Facetten des Themas beschäftigt. 
Das Judentum als aktive Religion interessiert mich sehr, und ich will von meinen älteren Geschwistern im Glauben lernen. Gerne besuche ich den Synagogengottesdienst. 
Ich habe begonnen, mich mit der Theodizee auseinanderzusetzen, also der Frage, wie ein allmächtiger und gütiger Gott alles schlimme Leid auf der Welt einfach geschehen lassen konnte. 
Ich habe viel Autobiografisches gelesen, in denen Überlebende von den Grauen der Vernichtungsmaschinerie erzählt haben. Vor allem das Buch «Die Nacht zu begraben Elisha» von Eli Wiesel hat mich sehr erschüttert. Dort schreibt er angesichts des Schrecklichen was er in Auschwitz erleben musste, «Nie werde ich diese Augenblicke vergessen, die meinen Gott töteten und meine Seele und meine Träume zu Staub werden ließen.»

Ich habe das Vernichtungslager Auschwitz nahe der polnischen Stadt Krakau besucht. Vieles was ich dort gesehen habe, hat sich als Bild in mir eingebrannt: Die Überlebenden, die mit «Häftlingskleidung» Auschwitz besuchten, und der Mann mit der Kippa der vor der grossen «Erschiessungsmauer» betete, an der tausende Menschen umgebracht wurden, oder das Meer von Kerzen bei einer Gedenkfeier in einer der wenigen erhaltenen Gaskammern. Hier feierte eine grosse Gruppe israelischer Jugendlicher das Totengedenken mit dem «Kaddisch», dem Totengebet. Im Kaddisch wird die Heiligkeit Gottes besonders herausgestellt. Hinter all die Erfahrungen kann ich nicht mehr zurück.

Ich muss und ich will nicht aufhören, mich mit der Shoa auseinanderzusetzen.

Ein Beitrag für "Kirche und Welt", 4/2020

Dienstag, 24. März 2020

Kunst und Isolation

Ein Gedanke
Von Isolation wird gerade oft gesprochen. Doris Schnell nimmt Isolationsmaterial (Porenbeton), und macht daraus Kunst. "Vermittler" heisst dieses Werk."

Doris Schnell: Vermittler - Bild im Eigentum von Jörg Niederer









Ein Bibelvers - Hebräer 13,5bc
Begnügt euch mit dem, was da ist. Denn Gott selbst hat gesagt: Ich werde dich niemals preisgeben und dich niemals verlassen.

Eine Anregung
Werde kreativ. Mach etwas Schönes und sende ein Foto aus deiner Isolation in die Welt hinaus!

Dienstag, 10. März 2020

Das Fest beginnt...

International
...bei der Vorbereitung. Eine bunt zusammengewürfelte Gruppe trifft sich als Organisationskomitee: eine Brasilianerin und eine Rumänin aus dem Deutschkurs, zwei Mitglieder der eritreischen Gemeinde und einige «Einheimische», die bisher den Anlass vorbereitet haben. Gemeinsam fragen wir uns: «Wie könnte unser Sommerfest aussehen?» Ideen werden ausgetauscht, Aufgaben vergeben. Zum Schluss wird in vier Sprachen gebetet.

Am Festtag sind schon alle Mitarbeiterinnen früh da, auch einige Männer. Tische werden liebevoll gedeckt, Dekoration aufgehängt. Das eritreische Couscous macht sich prächtig neben dem Schweizer «Hörndlisalat». Und ebenso multikulti ist das Dessert. Zahlreich finden sich die Gäste ein, füllen Bänke, rücken zusammen. Fröhlich wird geplaudert. Eine Tochter aus der Nachbarschaft spielt schwungvoll mit ihrem Akkordeon portugiesische Volksweisen. Die Eritreer tragen in ihrer eigentümlichen Tonalität zwei Lieder vor.

Lange bleiben wir zusammen. Mit reichen Begegnungen beschenkt gehen wir heim – und freuen uns schon aufs nächste Mal.

Ein Beitrag für "Kirche und Welt", 3/2020