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Sonntag, 1. November 2020

Ethische Gründe für Kirchenspaltungen bei den Methodisten

Radikalismus gegen die Kirche
Foto © Sabine Möckli
John Wesley schrieb 1791: "Die Methodisten sind ein Volk auf der ganzen Welt". Doch bereits 1787 verließen afroamerikanische Mitglieder aufgrund des Rassismus die Methodistische Kirche Philadelphia. 1844 spaltete sich die Bischöfliche Methodistenkirche wegen der Sklaverei. 

Die meisten Spaltungen im amerikanischen Methodismus sind eher auf ethische Fragen zurückzuführen. Dies kann positiv gesehen werden - was die Methodisten motiviert, sind reale Fragen, wie wir als Christen in der Welt leben sollten. Negativ, sehen wir, dass viele dieser Spaltungen ein Ergebnis der Gefangenschaft des Methodismus in der dominanten Kultur waren. 

Die Wiedervereinigung der methodistischen Kirchen im Jahr 1939 war möglich, weil die Sklaverei kein Thema mehr war und Kompromisse über den Rassismus geschlossen wurden. Die Herausforderung für uns ist: Was prägt unsere ethischen Positionen und wie gehen wir mit Meinungsverschiedenheiten um?

Ein Beitrag für "Kirche und Welt", 11/2020

Sonntag, 1. Juli 2018

Nicht gesellschaftsrelevant

Vereinigungs-Generalkonferenz der EMK von 1968
Schaut man sich historische Filmdokumente der Vereinigungs-Generalkonferenz von 1968 an, bei der die heutige Evangelisch-methodistische Kirche (EMK) entstand, dann fallen die fast ausschliesslich in schwarzen Businessanzügen gekleideten weissen Männer meist älteren Jahrgangs auf.

Schaut man sich die historischen Filmdokumente des Woodstock-Festivals von 1969 an, dann fallen die vielen Langhaarigen, bunt und leicht bekleideten weissen Jugendlichen auf, die in ausgelassener Stimmung Zeichen gegen das Establishment und den Vietnamkrieg setzten.

Schaut man die historischen Filmdokumente aus dem Jahr 1968 von der Ermordung Martin Luther Kings in Memphis, Tennessee an, dann fallen die fast ausschliesslich in Businessanzügen oder Röcken gekleideten schwarzen Frauen und Männer auf.

Da gab es vor 50 Jahren bei der Entstehung der EMK schon mehr als einen garstigen Graben zwischen der Kirche und den wichtigsten gesellschaftsbestimmenden Bewegungen. Mir scheint, schon damals war die EMK nicht mehr gesellschaftsrelevant und vermittelte ein Bild der Rückständigkeit.

Es wird Zeit, dies zu ändern. Bist du dabei?

Ein Beitrag für "Kirche und Welt", 7+8/2018