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Dienstag, 25. Mai 2021

Schalensteine - Löcher in der Erkenntnis

Ein Gedanke

Schalenstein von Seeb, Schweiz
Foto © Jörg Niederer
"Versuche zeigen, dass mit spitzen Felsstücken in den Fels geschlagene Ausbuchtungen in kurzer Zeit zu glatten Schalen ausgerieben werden können." Wikipedia

Ein Bibelvers - Sprüche 25,11

"Wie goldene Äpfel auf silbernen Schalen, so ist ein Wort, gesagt im rechten Augenblick."

Eine Anregung

Am Samstag besuchten wir den Schalenstein von Seeb, und damit auch die in unmittelbarer Nachbarschaft befindlichen Mauerreste des römischen Gutshof.

Von Menschen geformte Schalensteine stammen aus der Zeit um 4800 vor Christus bis in die unmittelbare Gegenwart. Auch durch Erosion können sie entstehen.

Schalensteine dienten wohl unterschiedlichen Zwecken. Man verwendete sie als Mörser, Feuerschalen, Pechauffangbehälter, Einbuchtungen für Körperfarben oder heiliges Wasser. Auch Opferschalen könnten sie gewesen sein. Manche vermuten bei den Schalensteinen Hilfsmittel für die Gestirnsbeobachtungen. Wahrscheinlich ist auch, dass Material, das bei der Herstellung der Schalen entfernt wurde, für mineralische Pasten verwendet wurde.

Auf manchen der Schalensteinen finden sich Kerben, Fuss- und Handabdrücke, Sterne, Kreuze, Ringe und Spiralen. Diese erinnern mich an die Votivtafeln in Wallfahrtskirchen. In den Steinschalen könnten dann Ölfeuerchen gebrannt und die Ritzzeichnungen in flackerndes Licht getaucht haben. Das muss schön ausgesehen haben.

Eher unwahrscheinlich ist es, dass die Schalensteine für die Formung von Coronamasken gebraucht wurden. Vielleicht waren es aber auch Übungsstücke einstiger prähistorischer Steinmetzschulen.

Hier gibt es Wissenschaftliches zu den Schalensteinen: http://www.ssdi.ch/Uebersicht/Schalensteine.pdf und https://de.wikipedia.org/wiki/Schalenstein

Jörg Niederer ist Mitglied im Ausschuss Kirche und Gesellschaft der EMK Schweiz-Frankreich-Nordafrika

Dienstag, 18. Mai 2021

Apfelkreuz und Steindenkmal

Ein Gedanke

Wegkreuz aus Stein in Schönenmatt bei Dornach
Foto © Jörg Niederer
"Sie kommen jeden Tag und verunstalten unsere Städte. Sie hinterlassen überall ihre idiotischen Schriftzüge. Sie machen aus der Welt einen hässlichen Ort. Wir nennen sie Werbeagenturen und Stadtplaner." Banksy

Ein Bibelvers - 1. Mose 31,51-53

"Weiter sagte Laban zu Jakob: 'Sieh diesen Steinhügel an und diesen Kultstein, den ich zwischen uns aufgestellt habe. Der Steinhügel und der Kultstein sind Zeugen für unseren Vertrag: Ich werde diesen Steinhügel als Grenze zu dir niemals in feindlicher Absicht überschreiten. Auch du wirst diesen Steinhügel und diesen Kultstein als Grenze zu mir nie in böser Absicht überschreiten. Sonst bestrafe uns der Gott Abrahams und der Gott Nahors, der Gott ihres gemeinsamen Vaters.'"

Eine Anregung

In einer Arbeit über die Felsbilder der Alpen stosse ich auf das Apfelkreuz. Ein gekreuzigter Apfel wird das wohl nicht sein, denke ich. Und so suche ich nach einer Antwort und finde einen entscheidenden Hinweis unter http://www.kunstdirekt.net/Symbole/symbolkreuz.htm

Was für eine Vielfalt an Kreuzen es doch gibt. Auf dem Foto hängt der rostige Jesus an einem Kleeblattkreuz aus Stein, das ich vor Jahren bei Dornach fotografierte. Kreuze lassen sich einfach in Stein einritzen. Vielleicht gibt es deshalb auf so vielen prähistorischen Schalensteinen auch Kreuze aus späterer Zeit. Die Schweiz ist voll davon. Das kann man erkunden auf der Webseite des Schweizerischen Steindenkmäler-Inventars unter http://www.ssdi.ch/

Besonders aufschlussreich ist die Googlekarte auf dieser Webseite. Was es da nicht alles gibt? Und an was allem ich auf meinen Ausflügen nicht schon unwissend vorbeigewandert bin. Da möchte ich doch gleich wieder losziehen.

Jörg Niederer ist Mitglied im Ausschuss Kirche und Gesellschaft der EMK Schweiz-Frankreich-Nordafrika