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Mittwoch, 26. Mai 2021

Optische Entdeckungen und Täuschungen im römischen Gutshof

Ein Gedanke

Mosaik im römischen Gutshof bei Seeb
Foto © Jörg Niederer
"Das Glück ist ein Mosaikbild, das aus lauter unscheinbaren kleinen Freuden zusammengesetzt ist." Daniel Spitzer (1835-1893)

Ein Bibelvers - Zusätze zu Daniel 1,17

"Und sie [Susanna] sagte zu ihren Mägden: Holt mir Öl und Salben und schließt den Garten zu, damit ich baden kann!"

Eine Anregung

Zwischen Bülach und dem Flughafen Kloten, in Seeb, gab es vor 2000 Jahren den Seeber See, und davor stand ein Römischer Gutshof an bester Lage. Ja, die freien Römer wussten, wie man gut lebt. Bäderlandschaften im eigenen Haus, Zentrale Wasserversorgung, Beheizte Panoramastube, eigene Bäckerei und noch vieles mehr. Funktioniert hat dieser Lebensstil freilich nur mit einer riesigen Schar von Sklaven. Die putzten wohl die Böden, die wir noch heute bewundern. Wie dieses Bodenmosaik aus dem Herrenhaus. Beim abgebildete mit dem Quadratmuster sind mir die Kreuze aufgefallen. Als Pfarrer sieht man ja überall Kreuze. Viele Mosaike können zum Leben erweckt werden, indem man sie aus passender Distanz leicht schielend anstarrt. Eine weitere optische Täuschung ist noch leichter erkennbar. Helle Linien, die diagonal von beiden Seiten wiederum Rhomben oder Quadrate bilden.

Da sehen wir also Dinge, die gar nicht vorhanden sind. Und Anderes sehen wir nicht, ohne das wir gar nicht leben könnten.

Der römische Gutsbetrieb in Seeb: https://www.winkel.ch/roemischergutshof 

Jörg Niederer ist Mitglied im Ausschuss Kirche und Gesellschaft der EMK Schweiz-Frankreich-Nordafrika

Dienstag, 25. Mai 2021

Schalensteine - Löcher in der Erkenntnis

Ein Gedanke

Schalenstein von Seeb, Schweiz
Foto © Jörg Niederer
"Versuche zeigen, dass mit spitzen Felsstücken in den Fels geschlagene Ausbuchtungen in kurzer Zeit zu glatten Schalen ausgerieben werden können." Wikipedia

Ein Bibelvers - Sprüche 25,11

"Wie goldene Äpfel auf silbernen Schalen, so ist ein Wort, gesagt im rechten Augenblick."

Eine Anregung

Am Samstag besuchten wir den Schalenstein von Seeb, und damit auch die in unmittelbarer Nachbarschaft befindlichen Mauerreste des römischen Gutshof.

Von Menschen geformte Schalensteine stammen aus der Zeit um 4800 vor Christus bis in die unmittelbare Gegenwart. Auch durch Erosion können sie entstehen.

Schalensteine dienten wohl unterschiedlichen Zwecken. Man verwendete sie als Mörser, Feuerschalen, Pechauffangbehälter, Einbuchtungen für Körperfarben oder heiliges Wasser. Auch Opferschalen könnten sie gewesen sein. Manche vermuten bei den Schalensteinen Hilfsmittel für die Gestirnsbeobachtungen. Wahrscheinlich ist auch, dass Material, das bei der Herstellung der Schalen entfernt wurde, für mineralische Pasten verwendet wurde.

Auf manchen der Schalensteinen finden sich Kerben, Fuss- und Handabdrücke, Sterne, Kreuze, Ringe und Spiralen. Diese erinnern mich an die Votivtafeln in Wallfahrtskirchen. In den Steinschalen könnten dann Ölfeuerchen gebrannt und die Ritzzeichnungen in flackerndes Licht getaucht haben. Das muss schön ausgesehen haben.

Eher unwahrscheinlich ist es, dass die Schalensteine für die Formung von Coronamasken gebraucht wurden. Vielleicht waren es aber auch Übungsstücke einstiger prähistorischer Steinmetzschulen.

Hier gibt es Wissenschaftliches zu den Schalensteinen: http://www.ssdi.ch/Uebersicht/Schalensteine.pdf und https://de.wikipedia.org/wiki/Schalenstein

Jörg Niederer ist Mitglied im Ausschuss Kirche und Gesellschaft der EMK Schweiz-Frankreich-Nordafrika