Gesamtzahl der Seitenaufrufe

Posts mit dem Label Garrison Keillor werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Garrison Keillor werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 7. November 2020

Was Methodisten auszeichnet: Kaffee und Liturgie

Ein Gedanke

Gottesdienst im Methodist Building Washington
Foto © Jörg Niederer
"Gott schreibt viel Komödie. Das Problem ist, dass er es mit so vielen schlechten Schauspielern zu tun hat, die nicht wissen, wie man komisch spielt." Garrison Keillor

Ein Bibelvers - Hiob 13,5

Hiob an seine befreundeten Tröster: "Wenn ihr doch endlich schweigen wolltet! Dann könntet ihr als Weise gelten."

Eine Anregung

Von Garrison Keillor (geboren am 7. August 1942 in Minnesota) kann zurzeit kaum ein Buch auf Deutsch gekauft werden, aber viele in englischer Sprache. Der amerikanischer Schriftsteller und Radiomoderator war und ist eine vielbeachtete Stimme in den USA. Seine schrägen Geschichten von Lake Wobegon sind Kult. Im neusten Werk dringt ein mysteriöses Virus in die guten Leute vom Lake Wobegon ein. Es wird durch unpasteurisierten Käse eines norwegischen Junggesellen übertragen, und führt zu einem episodischen Verlust sozialer Hemmungen.

Von Garrison Keillor gibt es ein liebevoll augenzwinkerndes Portrait der amerikanischen Methodisten. Hier der zweite Teil in einer Übertragung ins Deutsche. Den ersten Teil gibt es hier: https://kircheundgesellschaft.blogspot.com/2020/11/wenn-methodisten-singen-bleibt-kein.html

"Ich bin fest davon überzeugt: Menschen wie diese Methodisten, die es lieben, vierstimmig zu singen, sind die Sorte Menschen, die man rufen kann, wenn man in grosser Not ist."
- An deinem Sterbebett werden sie dich trösten.
- In deiner Einsamkeit werden sie mit dir sprechen.
- Wenn du Hunger hast, werden sie dir Thonsalat auftischen.
- Methodisten glauben an Gebete, aber sie würden lieber sterben, als laut zu beten.
- Methodisten singen gerne, ausser wenn ihnen ein neues Lied oder ein Lied mit mehr als vier Strophen vorgesetzt wird.
- Methodisten glauben, dass ihr Pfarrer sie im Spital auch dann besuchen wird, wenn sie ihm den Aufenthalt dort nicht mitgeteilt haben.
- Methodisten halten sich gewöhnlich an die offizielle Liturgie und empfinden dies als ihren Weg, für ihre Sünden zu büssen.
- Methodisten glauben an Wunder, ja sie erwarten Wunder, besonders während der Sitzungen des Ausschusses für Verwaltung und beim Einsammeln der Kollekte.
- Methodisten glauben, dass die Bibel es im Gottesdienst verbietet, während des Friedensgrusses den Mittelgang zwischen den Bankreihen zu überschreiten.
- Methodisten trinken den Kirchenkaffee, als wäre es ein drittes Sakrament.
- Methodisten fühlen sich schuldig, wenn sie nach ihrem eigenen Hochzeitsempfang im Gemeindesaal nicht zum Aufräumen zurückbleiben.
- Methodisten sind bereit, sogar bis 5 Franken für ein Essen in der Kirche zu bezahlen.
- Methodisten servieren den Dessert in der richtigen liturgischen Farbe der Jahreszeit und denken, dass Erbsen in einem Thunfischauflauf zu bunt wirken.
- Methodisten glauben, dass es in Ordnung ist, sich über sich selbst lustig zu machen und sich nicht zu ernst zu nehmen.

Und abschliessend: Du weisst, dass du ein Methodist bist...
- wenn es 40 Grad im Schatten heiss ist bei einer Luftfeuchtigkeit von 90%, und du trinkst nach dem Gottesdienst immer noch Kaffee.
- wenn du während der Predigt etwas Lustiges hörst und dann alles gibst um möglichst unauffällig zu lächeln.
- wenn Süssigkeiten - genauso wie auch der Kaffee - fest zum Kirchenbudget gehören.
- wenn du einen Star-Wars-Film schaust, und beim Satz "Möge die Macht mit dir sein" mit "und auch mit deinem Geiste" antwortest. 
- wenn - und das ist mein letzter Punkt - es mindestens 10 Minuten dauert, um dich zu verabschieden."


Voranzeige: Was ist gemeint, wenn Paulus in Römer 12,2 schreibt: "Passt euch nicht den Maßstäben dieser Welt an"? Und wie sieht ein solches Leben aus. Warum macht es Sinn, unangepasst zu leben? Am Sonntag um 10.30 Uhr gehe ich diesen Fragen in einer live übertragenen Predigt nach: https://youtu.be/bpmpYneosA8

Jörg Niederer ist Mitglied  im Ausschuss Kirche und Gesellschaft der EMK Schweiz-Frankreich-Nordafrika

Freitag, 6. November 2020

Wenn Methodisten singen, bleibt kein Auge trocken

Ein Gedanke

Chevy Chase United Methodist Church
Foto © Jörg Niederer
"Alle die glauben, in einer Kirche zu sitzen mache einen Menschen zu einem Christen, müssen dann auch damit rechnen, dass das Sitzen in einer Garage aus ihnen ein Auto machen könnte." Garrison Keillor

Ein Bibelvers - Sprüche 10,26

"Wie Essig für die Zähne und Rauch für die Augen ist der Faule für die, die ihm einen Auftrag geben."

Eine Anregung

Garrison Keillor (geboren am 7. August 1942 in Minnesota) ist ein amerikanischer Schriftsteller und Radiomoderator. Bekannt ist er vor allem wegen seiner Geschichte und Fernsehserie über den fiktiven Ort Lake Wobegon. Religion spielt dort natürlich auch eine Rolle. Die katholische Gemeinde etwa trägt den Namen "Unsere liebe Frau der immerwährenden Verantwortung".

Von Garrison Keillor gibt es ein liebevoll augenzwinkerndes Portrait der amerikanischen Methodisten. Hier der erste Teil in einer Übertragung ins Deutsche. Der zweite Teil folgt morgen:

"Wir machen uns über die Methodisten lustig wegen ihrer Farblosigkeit, ihrer übertriebenen Gemütsruhe, ihrer Angst davor, andere zu beleidigen, wegen ihrer Langsamkeit und auch wegen ihrer heimlichen Vorliebe für Spaghetti Carbonara.

Aber niemand singt wie sie. Wenn du in New York City eine Gruppe von Menschen an einem relativ methodistenfreien Ort bittest, den Refrain von "Michael Row the Boat Ashore" (https://www.youtube.com/watch?v=WrH2qV8NjHw) mitzusingen, treffen dich deren Blicke wie Messer, als hättest du sie dazu aufgefordert, sich bis auf die Unterwäsche auszuziehen. Aber wenn du das mit Methodisten machst, werden sie lächeln das Boot an Land rudern, hinauf bis zuoberst am Strand! Und dann noch hinunter zur Strasse!

Für viele Methodisten gehört es zum Brot der Kindheit, vierstimmig zu singen. Ein Talent, das man sich auf dem Schoß einer Person sitzend aneignet, einer Person, die Alt oder Tenor oder Bass singt. Indem man sein Köpfchen gegen den Brustkorb dieser Person drückt, nimmt man die harmonischen Intervalle in sich auf.

Es ist nur natürlich für Methodisten, mehrstimmig zu singen. Für Solos sind  sie zu bescheiden, für das einstimmige Singen zu wenig gewöhnlich. Wenn Sie in C-Dur beginnen und dann in die Akkorde A7 und D7 gleiten - alle zweihundert von ihnen - dann ist das ein emotional erfüllender Moment. Wenn die Methodisten sich in Harmonie verbinden, entspricht das irgendwie einem Versprechen, einander nicht im Stich zu lassen.

Ich bin fest davon überzeugt: Menschen wie diese Methodisten, die es lieben, vierstimmig zu singen, sind die Sorte Menschen, die man rufen kann, wenn man in grosser Not ist."


Voranzeige: Was ist gemeint, wenn Paulus in Römer 12,2 schreibt: "Passt euch nicht den Maßstäben dieser Welt an"? Und wie sieht ein solches Leben aus. Warum macht es Sinn, unangepasst zu leben? Am Sonntag um 10.30 Uhr gehe ich diesen Fragen in einer live übertragenen Predigt nach: https://youtu.be/bpmpYneosA8

Jörg Niederer ist Mitglied  im Ausschuss Kirche und Gesellschaft der EMK Schweiz-Frankreich-Nordafrika