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Montag, 12. April 2021

fürbass besser - oder so!

Ein Gedanke

Statue des Hl. Jodokus in der Wallfahrtskapelle Klingenzell
Foto © Jörg Niederer
"festzurrend (mein ich) / die unruh im kopf /und auto-autisten / die schulter zeigend die warme / (der sonne sei dank: / im hades heisst es / wärme sie nicht mehr) /geh ich fürbass / ja ja: fürbass / warum nicht: fürbass?" Kurt Marti, Hannis Äpfel, S. 16

Ein Bibelvers - Psalm 25,4+5

"Zeige mir deine Wege, Herr, und lehre mich, deinen Pfaden zu folgen! Lass mich nach deiner Wahrheit leben und lehre mich! Denn du bist es, Gott, der mir hilft!"

Eine Anregung

Im bezaubernden Büchlein "Hannis Äpfel" von Kurt Marti bin ich im Gedicht "über land" auf das Wörtchen "fürbass" gestossen, und habe mich, obwohl es mir auch anderweitig schon begegnet ist, erstmals gefragt: Was heisst denn das?

https://www.dwds.de/ gibt Auskunft, fasst zusammen, es stehe veraltet und auch scherzhaft für "vorwärts" und "weiter". Das Adverb "bass" sei früher für "sehr, äusserst" verwendet worden, etwa in der Redewendung "bass erstaunt sein", und ist die Steigerungsform von "wohl". Heute wird anstelle von "wohl" "gut" verwendet. Wer sagt schon: "Es geht mir bass", wenn er meint: "Es geht mir besser"?

Was mich auch fasziniert: Nicht nur "besser" geht auf das mittelhochdeutsch "bass" zurück, sondern auch "Busse". Busse als Besserung?

Kurt Marti gebraucht das Wort in Zusammenhang mit dem Gehen: "geh ich fürbass". Fürbass gehe ich besser, zügiger, dynamischer, leichtfüssiger.

Dazu passt der Heiligen Jodokus - hier die Statue aus der Wallfahrtskirche Klingenzell - ein Pilger, Einsiedler und Klostergründer, also der "Gallus" von Saint-Josse-sur-Mer im Norden Frankreichs. Niemand ist bass erstaunt, dass ein Pilger wie Jodokus fürbass voranschreiten konnte.

Ach, und dann gibt es da noch die rätoromanische Gruppe Furbaz, die sich musikalisch einen Namen gemacht hat. Hier zu hören mit dem Lied "Ewigi Liebi": https://youtu.be/0yGfW8TXWtU

Jörg Niederer ist Mitglied im Ausschuss Kirche und Gesellschaft der EMK Schweiz-Frankreich-Nordafrika

Montag, 27. Juli 2020

Von Wegen und Wechseln im Wandel

Ein Gedanke
Wanderwegsanierung bei Zell ZH
Foto © Jörg Niederer
Einen Weg baut man nicht so schnell, wie man ihn geht.

Ein Bibelvers - Johannes 14,5+6
"Thomas sagte zu Jesus: 'Rabbi, wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie können wir den Weg kennen?' Jesus sagte zu ihm: 'Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Nur durch mich gelangt ihr zu Gott, der Quelle allen Lebens.'"

Eine Anregung
In manchen Pärken entstehen die Wege gewohnheitsmässig. Statt sie vorzugeben, wird beobachtet, wo die Menschen entlanggehen. Die dabei entstehenden Trampelpfade werden später befestigt.
Ameisen legen Duftwege an.
Das Wanderwegnetz der Schweiz beträgt 65'000 km und kostet jährlich 53 Millionen Franken. Der Kilometerpreis beträgt also CHF 815.-/Jahr. Dem stehen bei Autostrassen pro Jahr ca. 6,7 Milliarden Franken gegenüber. Der Strassenkilometer kosten folglich rund CHF 90'000.-/Jahr.
https://www.adelboden.ch/de/s/unterhalt-wanderwege und https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/mobilitaet-verkehr/querschnittsthemen.assetdetail.10887966.html
Unerwünschter Wegebau geschieht z.B. durch die Mountainbiker, die beim Querwaldeinfahren neue Pfade anlegen, meist illegal und ohne Beachtung der Ruheräume der Tiere.
Bei manchen Tieren heissen die Wege "Wechsel". Angesichts der Sesshaftigkeit der Menschen könnte man auch unsere Kulturwege so nennen, gehen wir doch die meisten davon wiederholt hin- und zurück. Besonders bei er Transhumanz ist das offensichtlich, bei der im Jahreszeitenverlauf ein Wechsel der Tierweiden erfolgt.
Herausfordernd ist das Vermitteln zwischen verfeindeten Parteien. Dieses Vermitteln könnte man auch mit dem Anlegen eines gangbaren Weges vergleichen. Ein Weg aufeinander zu kann aber auch dazu benutzt werden, weiter auseinanderzurücken.
Der Lebensweg ist einmalig.
Achte auf deinen heutigen Weg!