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Donnerstag, 31. Dezember 2020

Übersicht, Licht, Zeit und Zuversicht

Ein Gedanke

Tiefblick vom Rathausturm in Prag
Foto © Jörg Niederer
"Wer in der Zukunft lesen will, muss in der Vergangenheit blättern." André Malraux (1901-1976)

Ein Bibelvers - Psalm 103,2-5

"Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat. Der all deine Schuld vergibt und alle deine Krankheiten heilt, der dein Leben aus der Grube erlöst, der dich krönt mit Gnade und Erbarmen, der dich mit Gutem sättigt dein Leben lang. Dem Adler gleich erneuert sich deine Jugend."

Eine Anregung

Der Rathausturm von Prag bietet eine gute Übersicht auf das historische Zentrum und die umliegende Stadt. Wir können beobachten, was gerade auf dem Platz geschieht. Doch in Wirklichkeit ist all das, was wir sehen, schon Vergangenheit. Denn das Licht braucht seine (wenn auch extrem kurze) Zeit vom Gegenstand zum Auge, und das Licht ist es, das die "Übersicht" zu unseren Augen "transportiert". Das wiederum bedeutet, dass wir die Übersicht nur zurück haben, in die Vergangenheit. Was vor uns liegt, können wir nicht sehen. In kleinem Mass kann ich die Folge von wahrgenommenen (als wahr angenommenen) Veränderungen in meiner Nähe vorausberechnen. Ich kann eine Begegnung mit einem Passanten so timen, dass wir uns ohne Berührung kreuzen können. Aber je weiter etwas in der Zukunft liegt, je weniger Anhaltspunkte ich davon in der unmittelbaren Vergangenheit habe, je dynamischer etwas in Bewegung ist, desto weniger kann ich mir darüber sicher sein, desto mehr Varianten von "Zukunft" ergeben sich.

Es gilt: Bei aller Übersicht bleibt die Zukunft ungewiss. Aber auch das gilt: Die Zukunft ist voller Chancen. Mit Gottes Hilfe gelingt es uns, die besten dieser Möglichkeiten im kommenden Jahr zu nutzen.

Ich lade euch ein, auf diese Möglichkeiten vertrauensvoll zuzugehen, vielleicht mit den Klängen des Gospelsongs "When The Saints Go Marching In", interpretiert von Bruce Springsteen und andern: https://www.youtube.com/watch?v=i6eKkirEcgE

Jörg Niederer ist Mitglied  im Ausschuss Kirche und Gesellschaft der EMK Schweiz-Frankreich-Nordafrika

Donnerstag, 18. Juni 2020

Ein totes Pferd reiten bringt nicht weit

Ein Gedanke
Der heiliger Wenzel (*907 - †929 bzw. 935), Fürst von Prag und Böhmen, von seinem Bruder ermordeter Märtyrer, wollte Mönch werden, musste aber Staatsmann sein. Er trieb die Christianisierung voran und schafft die Todesstrafe ab. Statt Krieg zu führen war er bereit, sich dem sächsischen König Heinrich I. zu unterwerfen.
In Prag berufen sich viele Menschen auf ihn. Mehr dazu: https://www.heiligenlexikon.de/BiographienW/Wenzeslaus.html

Der Künstler David Cerny parodiert die Wenzelstatue auf dem Wenzelsplatz in Prag, indem er den Heiligen auf ein totes Pferd setzt. Siehe https://www.lokalkompass.de/wesel/c-kultur/totes-pferd-haengt-kopfueber-mit-reiter_a452500

Ein Bibelvers - Jesaja 31,1
"Wehe denen, die hinabziehen nach Ägypten, um Hilfe zu suchen, die sich auf Pferde verlassen! Sie haben auf Streitwagen vertraut, denn es waren viele, und auf Reiter, weil sie so zahlreich waren, auf den Heiligen Israels aber haben sie nicht geschaut, und den HERRN haben sie nicht befragt."

Eine Anregung
Weisheit der Dakota-Ureinwohner Nordamerikas: "Wenn du merkst, dass du ein totes Pferd reitest – steige ab!"
Heute denke ich darüber nach, wo ich "tote Pferde reite". Wo muss ich alte Gewohnheiten ablegen und mich im Denken und Handeln neu ausrichten?