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Samstag, 10. Oktober 2020

Die Friedensbotschaft eines Türgriffs

Ein Gedanke

Türgriff der Schmuckmanufaktur Frieden in Thun
Foto © Jörg Niederer

"Wenn die Macht der Liebe über die Liebe zur Macht siegt, wird die Welt Frieden finden."
Jimi Hendrix

Ein Bibelvers - Matthäus 5,9

"Selig, die Frieden stiften - sie werden Söhne und Töchter Gottes genannt werden."

Eine Anregung

Nein, ich mache noch keine Schleichwerbung. Auch nicht für die seit 1898 bestehende Schmuckmanufaktur Frieden in Thun. Als ich deren Türgriff fotografierte, gefiel mir die Verknüpfung des besonderen Namens "Frieden" mit der Kreativität und dem Design.

Auf der Suche nach Frieden braucht es Kreativität. Die Form des Frieden ist dabei nicht gleichgültig. Das wissen wir spätestens seit der Zeit, als ein Gleichgewicht der Abschreckung Frieden bewahren sollte. Friedlich vor Schrecken, welch kurioser Widerspruch in sich.

Juweliere und Schmuckdesigner brauchen ein ruhiges Händchen, Präzision und ein gutes Auge für kleinste Irritationen. Das Ergebnis soll vollkommene Freude bereiten.

Es ist an der Zeit, dass wir endlich unsere ganze Schaffenskraft der Gestaltung des Friedens widmen und dabei die gleiche Sorgfalt anwenden wie Goldschmiede und Juweliere, die schon bei der Beschaffung ihrer Werkstoffe darauf achten, dass diese in Frieden geschürft wurden. Denn wie sagte schon der alttestamentliche Liederdichter: "Gnade und Treue finden zusammen, es küssen sich Gerechtigkeit und Friede." (Psalm 85,11)


Jörg Niederer ist Mitglied  im Ausschuss Kirche und Gesellschaft der EMK Schweiz-Frankreich-Nordafrika

Donnerstag, 27. Dezember 2018

Dem Frieden nachjagen

Jahreslosung 2019 - Psalm 34,15Vielleicht sind wir uns alle darin einig, dass wir dem Frieden nachjagen, ihn ernsthaft suchen und ohne uns ablenken zu lassen auf seiner Spur bleiben müssen. Dennoch haben nicht alle dieselbe Vorstellung davon, wie dieser Friede aussehen soll.

Eine Testfrage wäre, was in der Welt fehlt. So könnte die Kirche ihren Beitrag erkennen, nämlich das beizusteuern, was noch nicht angeboten wird.

Ich sehe, wie es in Ost und West, Süd und Nord Einstimmigkeit darin gibt, dass Grenzen gesichert werden und Übertretende bestraft, dass Völker sich bewaffnen und Wirtschaften aus Waffenhandel gedeihen, dass fruchtbare Böden zugebaut und Lebenswelten mit langlebiger Chemie verschmutzt werden dürfen.

Es fehlen jedoch Stimmen, Äusserungen und Handlungen, durch die Menschen sich für Ausgegrenzte stark machen, Zäune einreissen, Übertretenden neue Perspektiven öffnen, Alternativen zum Waffenhandel für die Wirtschaft erfinden, Nationalismus abblitzen lassen und Bulldozer und Panzer blockieren. Es fehlt an Menschen, die den Frieden nicht nur innerlich suchen, sondern ihn mit anderen und für andere gestalten.

Wie ist die Kirche denn berufen, dem Frieden in unserer Welt nachzujagen?

Erschienen in "Kirche und Welt", 1+2/2019