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Mittwoch, 1. Juni 2016

Zu Themen von Kirche und Gesellschaft an der Tagung der Jährlichen Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche Schweiz-Frankreich-Nordafrika

Bei den Arbeitsbereichen von Kirche und Gesellschaft gibt es viele Überschneidung. Wir müssen uns oft mit den scheinbar gleichen Fragen auseinandersetzen. Dabei gibt es aber auch neue Nuancen zu entdecken. Wie in Beziehungen zu anderen Menschen müssen wir auch beim Nachdenken über Kirche und Gesellschaft unsere christliche Verpflichtung für Frieden und Gerechtigkeit immer wieder bejahen.

Ein solcher „Dauerbrenner“, den der Ausschuss für Kirche und Gesellschaft an der Tagung der Jährlichen Konferenz thematisieren will, ist das Thema Migration. Die Stellungnahme, die der Tagung vorliegen wird, betont die Herausforderung, die aktuelle Lage genau anzuschauen und differenziert zu verstehen. Das sollte die Grundlage sein für unser Handeln. Die Herausforderung ist gross, denn es gibt viele konkurrierende Lagebeschreibungen und Verständnisse, die uns vereinnahmen wollen. Darum bleibt es wichtig, uns an der guten Nachricht, die wir aus dem Leben Jesu hören, und an der methodistischen Tradition zu orientieren.

Ein anderes altes Thema, zu dem wir uns wieder bekennen müssten, hat Gerhard Schöne in den 80er Jahren so ausgedrückt:
"Wohl denen, die da wagen ein 'Nein' zu rechter Zeit,
nicht 'Ja' und 'Amen' sagen zu Bombensicherheit."
(Aus: Gerhard Schöne, „Wohl denen, die da wagen“, S. 213 in Himmelweit: das junge liederbuch. 2008. Jugendwerk der Evangelisch-methodistischen Kirche, Gerth Medien GmbH.)
Heute würden wir vielleicht eher von "Drohnen-" oder "Grenzzaunsicherheit" sprechen. Aber was gleich bleibt, ist die Frage, wie wir als Nachfolgerinnen und Nachfolger Jesu Christi  Nein oder Ja sagen, wenn erst der Militärhaushalt aufgestockt wird und am nächsten Tag Gelder, die andeutungsweise zu Solidarität und Gerechtigkeit beitragen, gestrichen werden. Dieses Thema liegt allerdings der Tagung der Jährlichen Konferenz nicht zur Verhandlung vor.

Als Kirche in einer konkreten Gesellschaft müssen wir unser Ja und Nein zu verschiedenen Themen finden. Das tun wir immer mit der Anerkennung, dass wir in einer Welt leben, welche die uns sichtbaren, bestimmbaren Grenzen übersteigt. Und wir tun es mit Demut, weil wir nie das Gute tun, sondern immer vorläufig das Beste, das wir erkennen. Die Ergebnisse vertrauen wir Gott an.

Erschienen in "Kirche und Welt", 6/2016

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