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Dienstag, 9. März 2021

Sich konterfeien

Ein Gedanke

Porträt eines Storchs
Foto © Jörg Niederer
"Es ist nicht Hand, nicht Fuß, nicht Arm noch Antlitz noch ein ander Teil dem Menschen eigen." William Shakespeare (1564 - 1616)

Ein Bibelvers - Psalm 67,2

"Gott schenke uns seine Gnade und segne uns. Er lasse bei uns sein Angesicht leuchten."

Eine Anregung

Das Porträt eines Storchs. Eindrücklich, wie seine ganze Aufmerksamkeit auf mich gerichtet ist. Er lässt mich nicht aus den Augen.

Meine Identitätskarte ist abgelaufen. Ich brauche also ein Porträtfoto von mir, das sich für diesen Zweck eignet. Diese Porträts werden einzig dafür gemacht, dass eine Beamte oder ein Beamter schnell feststellen kann, ob die abgebildete Person wirklich auch vor ihr oder ihm steht. Da geht es also nicht um künstlerische Genialität. Lachen darf man nicht. Und wie beim Storch gilt es, direkt in die Kamera zu starren.

Mein Konterfei ist gefragt. "Contrefait" kommt aus dem Französischen und bedeutet "nachgemacht, nachgebildet, entlehnt". So könnte man die Stelle (1. Mose 1,27) in der Bibel, in der steht, dass Gott den Menschen nach seinem Bild geschaffen habe, auch so übersetzten: "Und Gott konterfeite sich, als Mann und Frau bildete er sich nach."  Nun tragen wir Menschen also Gottes Antlitz. "Antlitz" ist ein vordeutsches Wort, und bedeutet wörtlich übersetzt "Entgegenblickende(r)". Das dazugehörende Verb meint "starren, blicken", genau wie auf einem Passfoto. Im Französisch spricht man von "visage". Auch im Deutschen sprechen wir von der Visage. Dann ist das meist nicht besonders freundlich gemeint. Schon sind wir wieder beim Porträtfoto für die ID. Darauf sieht man oft auch eine Visage. Eine Visage von einem Konterfei Gottes. Ich würde darauf ja lieber lächeln...

Beim Storch brächte eine ID wohl wenig. Wer könnte die Porträts verschiedener Störche schon auseinanderhalten. Oder üben die Zöllner mit den Visagen von Störchen ihre Scharfsichtigkeit?

Jörg Niederer ist Mitglied im Ausschuss Kirche und Gesellschaft der EMK Schweiz-Frankreich-Nordafrika

Samstag, 6. März 2021

Pfarrerin mit Rassismuserfahrung

Ein Gedanke

Chae Bin Kim wird von Bischof Patrick Streiff in ihr Amt eingesetzt
Foto © Jörg Niederer
"Wer ein Kind liebend anschaut, redet mit Gott." aus Korea

Ein Bibelvers - Lukas 13,29

"Viele werden kommen aus Ost und West und aus Nord und Süd. Sie werden im Reich Gottes zu Tisch liegen."

Eine Anregung

Im neusten Kurzportrait über Methodistinnen und Methodisten wird die junge Pfarrerin Chae Bin Kim vorgestellt. Das Format ist unterhaltsam gestaltet, und doch erfährt man in wenigen Minuten so einiges über die gebürtige Südkoreanerin mit schweizerischer Staatsbürgerschaft. Christlich sozialisiert wurde sie in der koreanische Gemeinde der Evangelisch-methodistischen Kirche St. Gallen. Dort arbeitet neu Jin Ho Kim, ihr Ehemann, als Pfarrer für die koreanische Gemeinde.

Hier geht es zum Kurzportrait über Chae bin Kim: https://youtu.be/-1ykH435BQQ

Am kommenden Sonntag ab 10.30 Uhr geht es in der Predigt in der Methodistenkirche St. Gallen ums Beten nonstop. Sozusagen die 24 Stunden von Gethsemane. Geht das - anhaltend beten? Paulus lädt dazu ein. Doch wie ist unablässiges Beten zu verstehen, zu bewirken? Wir denken nach über das lebenslange Zwiegespräch mit Gott.

Hier findest du zum Livestream: https://youtu.be/7V8TeF0Qaa8

Jörg Niederer ist Mitglied im Ausschuss Kirche und Gesellschaft der EMK Schweiz-Frankreich-Nordafrika