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Dienstag, 1. Juni 2021

Ausstellung über Jakob und Elisabeth Künzler, Retter*innen armenischer Christen

Ein Gedanke

Die Kirche in Hundwil
Foto © Jörg Niederer
"Je mehr Verfolgung, umso offensichtlicher wird die Wahrheit." Leo Nikolajewitsch Graf Tolstoi (1828-1910)

Ein Bibelvers - Matthäus 5,44

Jesus: "Ich sage euch aber: Liebt eure Feinde! Betet für die, die euch verfolgen!"

Eine Anregung

Jakob Künzler wurde am 18. März 1871 in Hundwil geboren. In ärmlichen Verhältnissen in Appenzell Ausserroden aufgewachsen, liess er sich 1893 im Diakonenhaus der Basler Mission zum evangelischen Diakon in Krankenpflege ausbilden. 1899 reiste er mit der Christlichen Orientmission, einem armenischen Hilfswerk, das von Johannes Lepsius mitgegründet wurde, nach Urfa im Südosten des Osmanischen Reichs. 1905 heiratete er Elisabeth Bender, eine Tochter eines deutschen Chrischona-Missionars und Enkelin einer äthiopischen Prinzessin, mit der er fünf eigene Kinder hatte. Während eines Urlaubs in der Schweiz 1919 absolvierte er noch die Fähigkeitsprüfung zum Arzt an der Universität Basel mit Auszeichnung.

Während der Zeit in Urfa wurde er zum Zeitzeugen des Völkermords an den Armeniern, Aramäern und Assyrern im Osmanischen Reich. Zugleich retteten er und seine Frau tausende armenische Waisen und Witwen. Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Jakob_K%C3%BCnzler

Bis zum 30. September 2021 wird in der Kirche Hundwil eine interessante Ausstellung zu diesem bemerkenswerten Mann gezeigt. Ein Besucht lohnt sich. Dort kann man zum Beispiel lesen: "Jakob Künzler ist im Juni 1915 kaum aus einer schweren Typhuserkrankung genesen, als das Unheil unübersehbar wird. Züge von Deportierten aus dem Norden treffen in Urfa ein. Nur Frauen und Kinder. Die Männer sind schon getötet. Bald lässt sich die Erkenntnis nicht unterdrücken: Es handelt sich nicht um spontane Massaker. Die moderne Technik macht ein systematisches Morden möglich... Alle nichttürkischen Volksgruppen werden 'entfernt': zuerst die armenischen, später die syrischen und griechischen Christen, und zuletzt auch die Kurden.
Künzler sammelt Berichte, informiert den deutschen Konsul in Aleppo, notiert die eigenen Beobachtungen und konstatiert, dass er kaum etwas gegen das grauenvolle Unrecht zu tun vermag. Am 10. Oktober 1915 bricht der Widerstand des armenischen Quartiers in Urfa zusammen. Künzlers Freund Leslie nimmt sich verzweifelt das Leben. Mit kühlem Mut gelingt es, die Klinik offen zu halten und einige wenige Menschen zu retten. Ihre zahlreichen Verbindungen in die Frauenwelt Urfas bietet Elisabeth Künzler die Möglichkeit, Kinder und Frauen nach Aleppo zu schleusen..."

Ab Oktober 1922 läuft eine zweite Rettungswelle für Christ*innen in der Türkei an. "Auf dramatische Weise gelingt es etwas 8000 Waisenkinder über den Euphrat in Syrien und im Libanon in Sicherheit zu bringen. Für etwa 1400 von ihnen übernimmt das Ehepaar Künzler die Leitung eines Waisenhauses."

Hier geht es zu den Hinweisen über die Ausstellung: https://kirchehundwil.ch/?page_id=4029

Jörg Niederer war Mitglied im Ausschuss Kirche und Gesellschaft der EMK Schweiz-Frankreich-Nordafrika

Montag, 31. Mai 2021

Pfarrpersonen auf Auf- und Abwegen

Ein Gedanke

Bergwirtschaft auf der Hundwiler Höhe
Foto © Jörg Niederer
"Hunde beissen mich nicht. Es sind die Menschen." Marilyn Monroe

Ein Bibelvers - 2. Mose 19,20

"So stieg der Herr auf den Berg Sinai herab, auf den Gipfel des Berges. Als er Mose zu sich rief, stieg Mose auf den Gipfel des Berges."

Eine Anregung

Heute geht es mit der Pfarrkleingruppe über die Hundwiler Höhe. Als ich vor Jahren schon einmal hinauf wanderte, begegnete ich zwar bei einem Haus unzähligen Katzen, aber auf dem ganzen Weg nur gerade einem Hund. Sollte es also besser Katzwiler Höhe heissen?

Ordsnamen.ch klärt wieder einmal auf: Hundwil hat nichts mit Hunden zu tun, sondern ist hergeleitet vom althochdeutschen Personennamen Hundo/Hunto. Hundwil bedeutete also "beim Gehöft des Hundo". Mit Hunden muss folglich nicht mehr als andern Orts gerechnet werden. Das ist bestimmt mindestens für eine der Pfarrpersonen, die dabei sein werden, beruhigend.

Auf Lateinisch heisst unser Wanderhöhepunkt wohl so ähnlich wie: Huntwillare altitudo.

Jörg Niederer ist Mitglied im Ausschuss Kirche und Gesellschaft der EMK Schweiz-Frankreich-Nordafrika