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Freitag, 2. Mai 2014

Waffen geben keine Sicherheit

Nein zum Kampfflugzeug GripenIn diesen Tagen wird das Schweizer Stimmvolk über die Beschaffung von 22 neuen Kampfflugzeugen Gripen entscheiden. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 10 Milliarden Dollar.
Im Jahr 2005 gab es weltweit 1,4 Milliarden extrem arme Menschen, die weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag zur Verfügung hatten. Eines der UN-Milleniumsziele sieht bis 2015 vor, diese Zahl zu halbieren. Im Moment geht der Trend in die andere Richtung.
Darf sich eine Schweiz angesichts dieser weltweiten Not 22 Kampfflugzeuge leisten? Ich meine Nein!

In den Sozialen Grundsätzen der Evangelisch-methodistischen Kirche unter „165 C Krieg und Frieden“ steht:
„Wir glauben, dass für die Regierungen bei der Festlegung ihrer Prioritäten menschliche Werte schwerer wiegen müssen als militärische Forderungen: die Militarisierung der Gesellschaft muss hinterfragt und beendet werden; Herstellung, Verkauf und Verteilung von Waffen müssen eingeschränkt und kontrolliert werden…“
Quelle: www.soziale-grundsaetze.ch

Waffen erhöhen nicht die Sicherheit. Sie erhöhen die Unsicherheit. 22 neue Kampfflugzeuge können eine Schweiz nicht sichern. Aber sie werden die Schweiz viel Geld kosten.

Weitere Gründe sprechen gegen neuen Kampfflugzeuge:

  • Angesichts der begrenzten Mittel des Bundes sind auch bei der Armee Prioritäten zu setzen. Die Beschaffungen sind auf die wahrscheinlichsten Bedrohungen auszurichten.
  • Die heutige Luftwaffe reicht für die Erfüllung der notwendigen Aufgaben. Wir benötigen keine neuen Kampffähigkeiten.
  • Die Weiterentwicklung der Armee ist ein Reformprojekt, welches wesentliche Auswirkungen haben wird. In diesem Zusammenhang sind Strategie und Aufgaben der Luftwaffe neu zu definieren.
  • Auf allen Ebenen sind finanzpolitische Prioritäten zu setzen. Mit dem Kauf würden Milliarden von Steuerfranken gebunden. Darunter würden Bereiche wie Bildung, öffentlicher Verkehr, Sozialwerke, Umwelt und Entwicklungszusammenarbeit leiden. Umfangreiche Sparpakete wären die wahrscheinliche Folge.
Siehe dazu auch unter http://stop-gripen.ch/


Ich bin schon bereit zu sparen. Aber nicht für 22 neue Kampfflugzeuge. Sparen möchte ich, damit die Mittel dazu verwendet werden können, um die UN-Milleniumsziele umzusetzen. Denn weniger Armut in der Welt führt effizient zu grösserer Sicherheit.

Letztlich geht es um die alte Frage: Will ich Waffen vertrauen? Als Christ setze ich mein Vertrauen in den Gott der Liebe.


Kommentare:

  1. Von meiner Tante wurde ich auf den Beitrag bezüglich Gripen-Abstimmung aufmerksam gemacht. Und da ich diese Woche die Zeitschrift "Kirche und Welt" mit dem Thema: „Methodist-Woche der Jugend“ bekam, dachte ich mir, es sollten sich auch Junge zum Thema äussern.

    Da ich im VBS arbeite, befasse ich mich täglich mit diesem Thema und ich war gespannt, welche Meinung die EMK-Schweiz vertritt.

    Umso enttäuschter war ich, als ich bereits am Anfang des Berichts Ungenauigkeiten feststellte. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass jeder von dem Überzeugt sein muss, was er vertritt. Ich verstehe auch – zumindest in einem gewissen Sinne - wenn man Nein stimmt aber ich finde es doch sehr schade, wenn man mit falschen Fakten argumentiert.

    Somit möchte ich darauf hinweisen, dass sich die Gesamtkosten wohl kaum auf 10 Mia Dollar (oder Fr - beide Beiträge wurden von der EMK genannt) belaufen werden. Die Beschaffung Kostet 3,126 Mia Fr. Experten gehen davon aus, dass die Betreibungskosten nochmals etwa so viel sind. Insgesamt sprechen wir also von etwas mehr als 6 Mia Fr. Klar, es ist eine grosse Summe, aber der Unterschied zwischen den beiden Beträgen ist auch nicht gerade klein.

    Ausserdem muss man bedenken, dass sich diese 6 Mia Fr auf ungefähr 26 Jahre – also bis ins Jahr 2050 - verteilen. Das macht etwa 230 Mio Fr pro Jahr.

    Dieses Geld stammt aus dem ordentlichen Militärbudget. Denn die Armee ist bereit, jährlich 300 Mio Fr in den Gripen-Fond einzuzahlen. Somit ist auch die Argumentation "Darunter würden Bereiche wie Bildung, öffentlicher Verkehr, Sozialwerke, Umwelt und Entwicklungszusammenarbeit leiden." nicht ganz korrekt. Klar kann man jetzt sagen, dass es nicht 100% sicher ist, dass dieses Geld bei der Armee bleibt. Aber genau so wenig kann man davon ausgehen, dass dieses Geld in andere Bereiche investiert wird.

    Der Passage „Die heutige Luftwaffe reicht für die Erfüllung der notwendigen Aufgaben“ kann ich teilweise zustimmen. Ja, momentan reicht unsere Luftwaffe für die Erfüllung der Aufgaben. Doch was machen wir wenn sich die Lage verschärft? Ausserdem werden die 32 FA/18 – aufgrund der fehlenden Tiger bzw. Gripen und der geplanten 24h Bereitschaft - stärker belastet, was dazu führt, dass diese früher als geplant aus dem Verkehr gezogen werden muss. Ja, für heute reicht es. Aber denken wir doch auch an die Zukunft. Ohne Gripen ist es nicht sicher, dass wir weiterhin das World Econonic Forum (WEF) in Davos durchführen können. Auch grosse Sportanlässe und der UNO-Sitz in Genf könnten mit einem Nein gefährdet sein. Wollen wir das wirklich?

    Für mich heisst es aus diesen - und einigen weiteren - Gründen am 18. Mai klar: Ja zum Gripen.

    Und für all jene, welche noch mehr Infos wollen: http://www.vbs.admin.ch/internet/vbs/de/home/themen/defence/tte/uebersicht.html

    Annina Meier (19), Praktikantin

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  2. Soeben hat mich meine kleine Schwester darauf hingewiesen, dass ich ein Rechnungsfehler gemacht habe. Und da ich mich über unwahre Fakten beklagt habe, möchte ich dies noch richtig stellen…
    Von Heute bis ins Jahr 2050 sind es 36 und nicht 26 Jahre. Somit macht es sogar nur 167 Mio. pro Jahr.
    Dies nur als Ergänzung.

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