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Montag, 5. April 2021

Diakonissen überstehen Corona-Erkrankungen

Ein Gedanke

Das Bürgerspital St. Gallen. Im Kantonsspital wirkten einst auch methodistischen Diakonissen.
Foto © Jörg Niederer
"Unser gemeinsames Ziel ist der Dienst am Mitmenschen." Diakonie Bethanien

Ein Bibelvers - Galater 6,2

"Helft einander, die Lasten zu tragen. So erfüllt ihr das Gesetz, das Christus gegeben hat."

Eine Anregung

Es ist eine kurze Notiz, die der Haushistoriker Bangerter vor 60 Jahren im Jubiläumsbericht zum hundertjährigen Wirken der Methodisten in St. Gallen schrieb: Methodistische Diakonissen führten einige Zeit lang im Kantonsspital St. Gallen eine Abteilung.

Das gemeinsame Leben der Diakonissen ist ein Markenzeichen dieser Lebensform. Wie tragfähig diese Gemeinschaft ist, hat sich in der Zeit des Jahreswechsels bei den 16 meist sehr betagten Schwestern der Diakoniegemeinschaft Bethesda in Basel gezeigt. Bis auf zwei Schwestern erkrankten alle an Corona. Wie sie diese Zeit gemeinsam bewältigt haben und warum sie alle heil davongekommen sind, davon berichtet Sigmar Friedrich im folgenden Beitrag: https://emk-schweiz.ch/2021/03/31/die-mitschwestern-waren-fuer-mich-da/

Jörg Niederer ist Mitglied im Ausschuss Kirche und Gesellschaft der EMK Schweiz-Frankreich-Nordafrika

Sonntag, 10. Januar 2021

Neben sich mit Karl Valentin

Ein Gedanke

Einsamer Weg bei Uzwil
Foto © Jörg Niederer
"Heute in mich gegangen. Auch nichts los." Karl Valentin (1882-1942)

Ein Bibelvers - Prediger 4,9+10

"Zwei haben es besser als einer allein, denn sie haben einen guten Lohn für ihre Mühe. Wenn sie fallen, kann der eine seinem Gefährten aufhelfen. Doch wehe dem, der allein ist und fällt, und keiner ist da, der ihm aufhelfen kann."

Eine Anregung

Von Karl Valentin stammt das folgende Zitat: "Erst vor kurzem habe ich mich selbst nach Hause begleitet, das hat zwar sehr dumm ausgesehen, wie ich so allein neben mir hergegangen bin, aber die Hauptsache ist, dass ich mich selbst begleiten kann."

Mir gefällt das. Einige Gedanken und Fragen dazu:

- Da ist einer neben sich, also nicht ganz bei sich, und dann doch wieder bei sich, weil er ja neben sich ist. Wie oft bin ich bei mir, wie oft bin ich neben mir?
- Wie habe ich es mit dem Alleinsein? Heute ist ja Sonntag, ein Tag, an dem einige die kirchliche Gemeinschaft suchen. Andere dagegen suchen die Stille und Einsamkeit. Gott kann man so oder so begegnen.
- Wie dumm sehe ich nach eigener Beurteilung aus? Wie gross ist mein Selbstwertgefühl? Wie gross darf es werden, um nicht arrogant zu wirken oder zu sein?
- Worüber spreche ich mit mir selbst? Stellen mich meine Worte auf? Bin ich stolz auf sie? Oder fluche ich gerade über mich?
- Selbst wenn ich meine einzige, wahrnehmbare Begleitung bin; ich glaube auch dann, dass Gott mit mir ist.
- Zuletzt gibt jeder Mensch sich selbst das letzte Geleit.

Heute wird der Allianzgottesdienst aus der Stami St. Gallen in die Evangelisch-methodistische Kirche St. Gallen übertragen. Dieser kann ab 10.00 Uhr auch von Zuhause aus angeschaut werden unter: https://www.youtube.com/channel/UCXvT2CsvG7wOVl9uQH9ITrA

An einem methodistischen Gottesdienst kann man heute um 10.00 Uhr unter https://www.musig24.tv/ teilnehmen.

Jörg Niederer ist Mitglied  im Ausschuss Kirche und Gesellschaft der EMK Schweiz-Frankreich-Nordafrika

Mittwoch, 21. Oktober 2020

Fonduegast Corona

Ein Gedanke

Schweizer Käse
Foto © Jörg Niederer
"Es ist schwer, ein Volk zu regieren, das 246 Sorten Käse hat."  Das Zitat von Charles de Gaulle lässt sich sinngemäss auch auf die Schweiz anwenden.

Ein Bibelvers - Apostelgeschichte 2,46+47a

"Einträchtig hielten sie (die ersten Christinnen und Christen) sich Tag für Tag im Tempel auf und brachen das Brot in ihren Häusern; sie assen und tranken in ungetrübter Freude und mit lauterem Herzen, priesen Gott und standen in der Gunst des ganzen Volkes."

Eine Anregung

Soll man in Corona-Zeiten Fondue essen? Wer sich dies fragt, kann beruhigt werden. Selbst wenn alle ihr Brot in den selben Topf tauchen, kommt es nicht zu einer Ansteckung. Denn Viren mögen die Hitze nicht. Lediglich das Distanzhalten ist in der Tischrunde um das Caquelon ein Problem.

Mir ist in diesem Zusammenhang eine russisch-jüdische Geschichte in den Sinn gekommen. Darin werden Himmel und Hölle dargestellt in Form scheinbar identischer Räume, in denen Menschen um einen gemeinsamen Topf mit feinem Essen sitzen. Doch in der Hölle sind die Menschen vor Hunger ausgezehrt, während sie im Himmel wohlgenährt dasitzen. An beiden Orten hantieren die Beteiligten mit Löffeln. Deren Stiele sind so lang, dass der gefüllte Löffel nicht zum eigenen Mund geführt werden kann. Genau das ist in der Hölle das Problem. Allein auf sich selbst bezogen neidet jeder dem andern das Essen, ohne sich dabei selbst nähren zu können. Im Himmel dagegen schöpfen die Menschen das Essen, und führen es zum Mund einer anderen Person in der Runde. Unter https://youtu.be/PPJ7RuR1bkM gibt es zu diesem Gleichnis ein Video.

Zurück zum Fondue. Tatsächlich sollen einige Restaurantbetriebe den Gästen überlange Gabeln abgeben, um das Distanzhalten beim gemeinsamen Fondueschmaus möglich zu machen. Da liegt es wohl an den Gästen, ob diese sich vor der gemeinsamen Käsesuppe im Himmel oder in der Hölle wähnen. Ich wünsche auf jeden Fall einen guten Appetit.

Jörg Niederer ist Mitglied  im Ausschuss Kirche und Gesellschaft der EMK Schweiz-Frankreich-Nordafrika

Sonntag, 1. Januar 2017

Die Jahreslosung und das Soziale Bekenntnis

Jahreslosung zum Sozialen BekenntnisIm Dezember 1907 gegründet, legte die "Methodist Federation for Social Service" an der Generalkonferenz von 1908 in Baltimore die Urform des später als "Soziales Bekenntnis" benannten Textes vor. Die Kirche verpflichtete sich darin, für die Rech-te der arbeitenden Menschen einzutreten: für einen Existenzlohn, für einen arbeits-freien Tag in der Woche, für den Schutz der Gesundheit im Arbeitsprozess, und für die Abschaffung der Kinderarbeit. Dieses "Soziale Bekenntnis" bekam ökumenische Bedeutung, indem es im selben Jahr vom "Federal Council of the Churches of Christ in America" leicht verändert übernommen wurde.

Das Soziale Bekenntnis der EMK1972 wurde das bisherige Soziale Bekenntnis in zwei Teile gegliedert: Die Sozialen Grundsätze und das neue Soziale Bekenntnis. In der aktuellen Grafik zur EMK-Jahreslosung nimmt die Künstlerin Doris Schnell die vier Themenbereiche dieses Sozialen Bekenntnisses auf: Umwelt, Gemeinschaft, Gerechtigkeit und Wort Gottes. Spannend!

Mehr zum Sozialen Bekenntnis unter http://soziales-bekenntnis.ch.

Ein Beitrag für "Kirche und Welt", 1/2017